Die Polizei fand dieses Lager

67 Urnen versteckt - Bestatter vor Gericht

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Das entdeckte Urnenlager.

Sangerhaus - Der Chef eines Beerdigungsinstituts kassiert für Seebestattungen, lässt die Urnen jedoch in einem abgelegenen Haus verschwinden. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

Polizisten machen den grausigen Fund: In einem leerstehenden Fachwerkhaus in der Stolberg (Sachsen-Anhalt) finden sie 67 gefüllte Urnen. Ein Bestatter hat die mit Namen sowie Geburts- und Sterbedatum versehenen Gefäße dort abgestellt. Er hatte aus ganz Deutschland Aufträge für Seebestattungen angenommen, dafür Geld kassiert, sie jedoch nicht ausgeführt.

Dafür muss sich der Mittfünfziger nun am Mittwoch vor dem Amtsgericht Sangerhausen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm gewerbsmäßigen Betrug vor. Die Ermittler gehen von mehreren Tausend Euro Schaden aus. Nach mehreren Vernehmungen hatte der Bestatter schließlich gestanden.

Nur langsam war in dem Fall Licht ins Dunkel gekommen. Nachdem ihnen Hinweise zugespielt worden waren, fanden Beamte im Dezember 2013 die dicht an dicht gereihten Urnen in einem Zimmer des verlassenen Hauses. Die Gefäße stammten aus den Jahren 2011 und 2012.

Nach intensiven Nachforschungen fanden die Ermittler die Hinterbliebenen. Im Januar 2014 setzte der Bestatter aus Thüringen 66 Urnen doch noch auf See bei, wie sein Anwalt sagt. In einem Fall haben die Angehörigen eine Bestattung selbst veranlasst. Das Amtsgericht hat bislang einen Verhandlungstag anberaumt.

dpa

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