Viele Bestände schrumpfen

Zu warm: Klimawandel bedroht Fische

Kabeljau
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Ein Kabeljau schwimmt durch ein Aquarium im Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) in Kiel. In freien Gewässern wird es vielen Fischen aber inzwischen zu warm.

Berlin - Der Klimawandel erwärmt die Meere: Vor allem in den Tropen werden daher die Fischbestände deutlich schrumpfen. Aber auch vor der deutschen Nordseeküste wird es so manchem Meeresbewohner zu warm.

Wärmeres Wasser, weniger Sauerstoff und wachsende Versauerung: In den Ozeanen der Welt verschlechtern sich die Lebensbedingungen für Fische. Viele Bestände werden sich deshalb in kühlere Regionen verlagern und insgesamt auch deutlich reduzieren - auch in Nord- und Ostsee. Das betonten Experten im Vorfeld des Europäischen Tag des Meeres (18. Mai) am Dienstag in Berlin. „Bis zum Jahr 2050 ist eine Abnahme der Bestände von mehr als 20 Prozent zu erwarten“, sagte Professor Hans-Otto Pörtner vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung.

Kabeljau wandert aus Nordsee ab

Vor allem tropische Gewässer werden den Voraussagen der Klima- und Meeresforscher zufolge zunehmend verwaisen. Aber auch vor der heimischen Nordseeküste sind schon Veränderungen spürbar: Der Nordseebarsch (Kabeljau) wandert immer stärker in den kühleren Nordatlantik ab. In der Ostsee macht vor allem der Sauerstoffmangel Probleme: „Weite Teile der tiefen Ostsee sind bereits Todeszonen“, betonte Ulrich Bathmann, Direktor des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde.

Ein Grund dafür sind Düngemittel und Abwässer, die Algen wachsen lassen. Deren Überreste bauen Bakterien ab und verbrauchen dabei Sauerstoff. In den betroffenen Gebieten ist wegen des Sauerstoffmangels kaum noch Leben möglich. „Aber auch die Zufuhr von frischem, sauerstoffreichem Wasser aus der Nordsee hat deutlich abgenommen, die Ozeanzirkulation in der nördlichen Hemisphäre hat sich verändert“, sagte Bathmann.

Zu neuen Problemen könnten außerdem große Bauvorhaben führen, weil tief in den Sedimenten abgelagertes, giftiges Quecksilber durch die Grabungen wieder nach oben geholt würde. „Wir wissen heute: Wenn wir den Zustand der Ostsee verbessern wollen, müssen wir mehr dafür tun, als wir es heute tun.“ Bathmann begrüßt deshalb, dass die Anrainerstaaten künftig enger und in kürzeren Abständen ihre Maßnahmen überprüfen und koordinieren wollen.

Durch den wachsenden Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) steigt die Temperatur in der Atmosphäre und auch in den Ozeanen. Zudem löst sich CO2 im Meerwasser und führt als Kohlensäure dazu, dass die Meere versauern.

dpa

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