Typologie zur Modewoche

Startschuss für Berliner Fashion Week

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Zuschauer auf der Modenschau von Miranda Konstantintinidou 2014 bei der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin.

Berlin - Mehr als 200 000 Gäste werden zur Berliner Modewoche erwartet. Dann heißt es wieder: Sehen und gesehen werden. Aber wer sitzt eigentlich in den ersten Reihen der Schauen?

In Berlin beginnt am Montag (10.00 Uhr) die Fashion Week. Vorgestellt werden die Trends für den kommenden Herbst und Winter. Den Auftakt im Zelt am Brandenburger Tor bestreitet diesmal das US-Label Charlotte Ronson. Außerdem kommen im Laufe der Woche Stammgäste wie Guido Maria Kretschmer, Lena Hoschek, Kilian Kerner, Kaviar Gauche, Anja Gockel und Dorothee Schumacher. Über die ganze Stadt verteilen sich nach offiziellen Angaben mehr als 12 Messen und 100 Schauen sowie rund 3000 Marken und 200 000 Besucher.

Wer sitzt wo? Eine Typologie zur Modewoche 

Übereinander geschlagene Beine, gezücktes Smartphone, kritischer Blick: Wer in der ersten Reihe einer großen Modeschau sitzt, ist wohl irgendwie wichtig. Am Montag startet in Berlin wieder die Modewoche. Dann sieht man sie wieder: gut - oder zumindest besonders - gekleidete Menschen, die von Modeschau zur Messe zum Cocktail zum Fashion-Dinner zur Party eilen. Mehr als 200 000 Gäste werden zur Fashion Week erwartet. Wer sind sie?

BLOGGER: Lange wurden sie belächelt, inzwischen gehören die Fashion-Blogger zum Inventar der Fashion Week. Nike van Dinther und Sarah Gottschalk etwa von "This is Jane Wayne" sind solche Stil-Vorbilder aus dem Netz. Sie transportieren die Trends über ihren Blog direkt ins Wohnzimmer anderer Modefans. Kein Wunder, dass sie gern gesehene Gäste bei den Designern sind.

"Wir wünschen uns, staunen zu dürfen, schwärmen zu dürfen, neue Lieblinge zu finden", sagt van Dinther wenige Tage vor der Berliner Modewoche. Trotz einiger Absagen sind die beiden überzeugt vom Charme der Berliner Fashion Week. "Wir müssen endlich lernen, wir selbst zu sein und uns erst gar nicht auf sinnfreie Vergleiche mit Mailand oder Paris einlassen", mahnt sie. "Dann funkelt es hier eben etwas weniger als in Paris - dafür gibt's in Turnschuhen aber auch weniger Blasen an den Füßen."

Bei einigen Veranstaltungen sind die Blogger selbst die Stars. Die Zeitschrift "InStyle" lädt zum Cocktail mit der italienischen Szenefrau Chiara Ferragni ("The Blonde Salad"). Bei einer Preisverleihung für Blogger werden die "besten digitalen Einflussnehmer der Modeindustrie" gekürt.

PROMIS: Das israelische Topmodel Bar Refaeli und Moderatorin Sylvie Meis haben sich zu der Blogger-Preisverleihung angekündigt. Auch in den ersten Reihen der Modenschauen werden wieder etliche bekannte Gesichter zu sehen sein. Wer alles kommt, ist aber noch ungewiss. Bei Marc Cain stehen Hollywoodstar Katie Holmes und die britische Schauspielerin Liz Hurley auf der Gästeliste. Solch internationale Prominenz bringt den Designern vor allem eins: Aufmerksamkeit.

Deutsche Stars wie die Moderatorinnen Janin Reinhardt und Annemarie Carpendale sind Stammgäste bei der Modewoche. In diesem Jahr gibt es wohl auch eine Überraschung auf dem Laufsteg. Boris Beckers 14 Jahre alte Tochter Anna Ermakova soll nach Informationen der "Bunte" ihr Model-Debüt bei der Fashion Week geben.

DESIGNER: Oft bleibt den Modeschöpfern selbst kaum Zeit, sich bei der Konkurrenz umzuschauen. Designer Kilian Kerner hat trotzdem einiges vor - abseits der eigenen Show am Montag. "Ich gehe immer zu einigen ausgewählten Veranstaltungen: das Dinner meiner PR-Agentur im Borchardts, die Show von Hien Le und zum Abschluss zum Gala Fashion Brunch", sagt er. Ihm persönlich bedeute die Modewoche sehr viel - sie sei jede Saison die Taufe seiner Kollektion.

EINKÄUFER: Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - damit das funktioniert, braucht es die Einkäufer der Händler. Einer von ihnen ist Justin O'Shea, Buying Director beim Onlinehändler Mytheresa.com. Für ihn sind die Modewochen "das große Werbe- und Kommunikationsinstrument, um die Mode zu präsentieren und zu verbreiten." Die Modewochen kreierten Begehrlichkeiten, die für ihn als Händler wichtig seien. "Aber vor allem bedeuten sie einfach Spaß, und machen es möglich, ein bisschen zu träumen."

dpa

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