Hauptversammlung in der Olympiahalle

8375 Euro! Rekordprämie für BMW-Mitarbeiter

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Die Aktionäre lauschten in der Olympiahalle den Vorträgen des Vorstands und der Kritik der Aktionärsvertreter.

München - Mit dieser Bilanz schindet BMW-Chef Harald Krüger gleich in seinem ersten Amtsjahr mächtig Eindruck bei den erfolgsverwöhnten BMW-Aktionären. Bei der BMW-Hauptversammlung vermeldet Krüger nur Rekorde – vom Absatz über den Gewinn bis zu den Dividenden! Die tz analysiert die BMW-Zahlen.

Im Jahr seines hundertjährigen Bestehens gibt sich BMW also keine Blöße. Allerdings steht der Konzern vor gewaltigen Herausforderungen: Mercedes-Benz schickt sich an, wieder an BMW vorbei zu ziehen und die Zukunft der Branche steht im Zeitalter der Digitalisierung in den Sternen. Die tz analysiert die BMW-Zahlen.

Die Zahlen

Rekorde über Rekorde darf der neue BMW-Chef Harald Krüger vermelden. „Wir haben unsere Ziele erreicht: Absatz, Ergebnis vor Steuern und Jahresüberschuss markiren neue Bestwerte“, so Krüger. Der Konzernumsatz liegt bei über 92 Milliarden Euro – ein sattes Plus von 15 Prozent! Das Ergebnis vor Steuern ist um 5,9 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro gewachsen und der Jahresüberschuss liegt mit 6,4 Milliarden Euro glatte zehn Prozent über dem Vorjahr. Krügers Fazit: „Wir halten was wir versprechen.“ Rückenwind kam bei diesem Prachtergebnis aber von außerhalb. Die günstigen Wechselkurse, der niedrige Ölpreis und die niedrigen Zinsen sorgten für einen immensen Schub. Allein beim Umsatzplus geht die Hälfte auf den schwachen Euro zurück. Nichtsdestrotz: Die Dividende steigt auf 3,20 Euro je Stammaktie und 3,22 Euro je Vorzugsaktie. Das ist – wie könnte es anders sein – ein Rekord.

Die Mitarbeiter

122 244 Menschen arbeiten weltweit bei der BMW Group – Tendenz steigend. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Belegschaft um 5,1 Prozent gewachsen. In Bundesrepublik ist die Bilanz ähnlich erfreulich: „Allein in Deutschland haben wir Ende 2015 über 4300 Mitarbeiter mehr beschäftigt als im Vorjahr“, so Krüger. Der BMW-Chef weist darauf hin, dass der Großteil der Neuzugängen aus den Reihen ehemaliger Zeitarbeiter stammen und bezieht so indirekt Position in der Diskussion um eine stärkere Reglementierung dieser Branche. Die Mitarbeiter dürfen sich zudem über eeinen Rekordbonus freuen. „Alle fest angestellten Mitarbeiter in Deutschland erhalten eine Erfolgsbeteiligung“, kündigt Krüger an und fährt mit einem weiteren Rekord auf: „Es ist die höchste, die wir je gezahlt haben.“ 8375 Euro bekommt etwa ein Facharbeiter der Gehaltsgruppe 5. Im Vorjahr lag der Wert bei 8365 Euro. „Das haben sich die Mitarbeiter verdient“, so Krüger.

Die Autos

Das Kerngeschäft, der Verkauf von Premiumfahrzeugen, läuft wie am Schnürchen. 2,24 Millionen Autos hat der Konzern im vergangenen Jahr verkauft – natürlich ein Rekord! Allerdings verteilt sich das Plus nicht gleichmäßig auf alle Modelle. Federn müssen vor allem die klassischen Limousinen lassen – über die Modelle hinweg ging der Absatz um 4,8 Prozent zurück. Union-Investment-Fondsmanager Ingo Speich warf dem Vorstand eine verfehlte Modellpolitik vor. „Der neue 7er BMW macht bislang keinen Stich gegen die S-Klasse von Mercedes, die bereits 2013 auf den Markt kam“, sagte er. Der bisherige Marktführer werde „vom Jäger zum Gejagten und hat der Stuttgarter Modelloffensive nur wenig entgegenzusetzen.“ Tatsächlich deutet alles darauf hin, dass Mercedes die Münchner Konkurrenz in diesem Jahr wieder überholen könnte. Bei BMW verschiebt sich derweil das Gewicht von den klassischen Limousinen zu den SUVs der X-Reihe. Mittlerweile verkauft BMW 527 319 Autos der X-Reihe – ein Plus von 4,1 Prozent. Und das, obwohl der X1 aufgrund eines Modellwechsels satte 23,3 Prozent einbüßte. Auf den ersten Blick ist der SUV-Boom erfreulich, schließlich verdient BMW an den X-Modellen deutlich mehr Geld. Allerdings verbrauchen die Fahrzeuge auch mehr Sprit – und bis 2021 müssen die Hersteller in der Neuwagenflotte mit einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 95 Gramm je Kilometer auskommen.

Die Zukunft

Allein schon um diese Abgasnormen einzuhalten setzt BMW verstärkt auf elektrische Antriebe. Allerdings soll die nächste Generation von BMW-Elektroautos erst in fünf Jahren kommen. BMW sei zu früh gestartet, „und jetzt verlässt sie ein bisschen der Mut“. ärgert sich Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Krüger entgegnet: „Elektromobilität ist ein Marathon und kein Sprint.“ Außerdem sei das Auto der Zukunft nicht nur elektrisch, sondern auch vernetzt, mit künstlicher Intelligenz versehen und autonom fahrend. Doch auch hier sehen Aktionäre einen Vorsprung bei Mercedes: „Auf dem Weg zum autonomen Fahren ist Mercedes mit der neuen E-Klasse schon weiter als BMW mit dem neuen 7er“, so Speich. Erst in zwei Jahren sei bei BMW mit dem neuen 3er ein größerer Sprung zu erwarten. 

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