Bahn-Verspätungen: Das sollten Sie wissen

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Nahverkehrszüge sind pünktlicher als ICEs.

München - Eine Untersuchung ergab: Ein Drittel aller Fernzüge ist unpünktlich. Wann bekomme ich eine Entschädigung? Wie kann ich einen Anschluss vormelden? Das sollten Sie wissen.

Verspätungen machen der Bahn weiter zu schaffen. Ein Drittel aller Fernzüge ist unpünktlich, wie die Stiftung Warentest analysierte - am häufigsten die Nachtzüge.

Das sollten Sie wissen

Reise planen: Unter www.bahn.de können Sie nach Zugverbindungen mit längerer Umsteigezeit (z. B. „mindestens zehn Minuten“) suchen. Im Startkasten dazu den Punkt „weitere Suchoptionen“ anklicken. In dem Bereich können Sie auch gezielt nach Direktverbindungen ohne Umsteigen suchen lassen.

Anschluss vormelden: Wenn im IC/ICE die Umsteigezeit wegen Verspätung knapp wird, wenden Sie sich an den Zugchef (rote Armbinde) und bitten ihn, bei der Transportleitung den Anschluss vorzumelden. Je mehr Reisende sich melden, desto größer ist die Chance, dass der Anschluss wartet. Fragen Sie gegebenenfalls mehrmals nach, falls der Zugchef wenig Interesse zeigt, zu helfen.

Anschluss verpasst: Ist der Anschluss verpasst, melden Sie sich beim Bahnhofspersonal. Die Mitarbeiter am Servicepoint suchen dann Ersatzverbindungen.

Alternativen nutzen: Wenn Sie den Zielbahnhof voraussichtlich mindestens 20 Minuten zu spät erreichen würden, können Sie in vielen Fällen einen anderen Zug benutzen, auch wenn Ihre Fahrkarte an einen bestimmten Zug gebunden ist. Lassen Sie sich dies aber vom Bahnpersonal bestätigen.

Plätze sichern: Wenn der Anschlusszug mit Ihren reservierten Plätzen weggefahren ist, haben Sie Anspruch auf eine Erstattung des Reservierungsentgelts. Sollten Sie stehen müssen, fragen Sie den Zugebleiter, ob sie aus Kulanz kostenlos in der 1. Klasse sitzen dürfen.

Nachts stranden: Wenn der letzte Anschlusszug nachts weg ist, können Servicepoint oder 3-S-Zentrale helfen und zum Beispiel eine Gratis-Taxifahrt oder eine Hotelübernachtung organisieren.

Entschädigung: Ab 60 Minuten Verzögerung erstattet die Bahn 25 Prozent des Fahrpreises, ab 120 Minuten 50 Prozent. Anträge gibt es bei Zugbegleitern und im Internet.

Beschwerden: Die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (www.soep-online.de, Fasanenstr. 81, 10623 Berlin) kann helfen.

Das sind die Ursachen für Verspätungen

Anfällige Langläufer: Je weiter die Züge fahren, desto höher ist das Verspätungsrisiko. Die Chance, dass ein Lokführer eine Verspätung aufholen kann, ist laut Stiftung Warentest auf stark befahrenen Strecken gering. Im Gegenteil: Verspätete ICEs werden durch langsamere Güter- oder Regionalzüge oft zusätzlich ausgebremst. Überholgleise gibt es viel zu selten.

Überlastete Knoten: Große Hauptbahnhöfe sind besonders betroffen. Für die zahlreichen Reisenden und Züge stehen nur relativ wenige Bahnsteige zur Verfügung. Es es gibt Engpässe auf Zulaufstrecken und in Einfahrbereichen: Auf den Weichenfeldern hat ein Zug oft nur ein enges Zeitfenster, um sich ins Bahnsteiggleis einzufädeln. Bei einer Störing gerät der Fahrplan rasch durcheinander — mit Auswirkungen auf andere Züge.

Gestörte Technik: Von der Bahn genannte Gründe für Zugverspätungen wie Signalstörungen oder Weichenstörungen weisen häufig auf technische Mängel hin. Auch mit den Zügen gibt es immer wieder technische Probleme.

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