Chemie steigert Produktion bei sinkenden Umsätzen

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Blick von einem Biohochreaktor des Industrieparkbetreibers Infraserv Höchst auf das Gelände des Industrieparks Höchst bei Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert/Archiv

Die Chemie-Industrie muss ein immer größeres Rad drehen, um weiterhin gute Geschäfte zu machen. Der niedrige Ölpreis drückt auf die Erzeugerpreise und damit auch auf die Umsätze.

Frankfurt/Main (dpa) - Der niedrige Ölpreis hat die Umsätze der deutschen Chemieindustrie zu Jahresbeginn deutlich sinken lassen. Die Unternehmen müssen ihre Kostenvorteile beim wichtigsten Rohstoff über ihre Erzeugerpreise schnell an die Kunden weitergeben.

Im ersten Quartal 2016 sind so trotz leicht steigender Produktionsmengen die Umsätze zurückgegangen, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Donnerstag in Frankfurt berichtete. Die Umsätze lagen 3,5 Prozent unter denen aus dem Vorjahresquartal, während die Werke 0,6 Prozent mehr Chemieprodukte herstellten.

Der Verband erwartet nach den Worten seines Präsidenten Marijn Deckers ein schwieriges Gesamtjahr. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa komme bislang nur eingeschränkt bei den Unternehmen an, erklärte der frühere Bayer-Chef. "Die Exporte in wichtige Märkte wie USA, China, Russland oder Brasilien laufen schwächer als im Vorjahr. Außerdem setzt sich der Preisrückgang fort. Das alles spricht gegen eine kurzfristige Belebung." In Europa sei auch ein steigender Importdruck zu spüren.

Der VCI bekräftigte seine Jahresprognose, dass bei leicht steigender Produktion (plus 1 Prozent) der Umsatz wegen der sinkenden Preise um 1 Prozent auf 187 Milliarden Euro zurückgehen werde.

Erstmals seit sieben Jahren ist im Startquartal auch die Beschäftigung in der drittgrößten deutschen Industriebranche gesunken, und zwar um 0,5 Prozent auf 444 000 Mitarbeiter. Die Unternehmen hielten sich angesichts der konjunkturellen Unsicherheiten bei Neueinstellungen zurück, erläuterte der VCI.

VCI Quartalsbericht 1/2016

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