Dax beendet den Tag über 10 600 Punkten

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Der operative Gewinn (Ebit) der 30 Dax-Konzerne schrumpfte im zweiten Vierteljahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Foto: Frank Rumpenhorst

Frankfurt/Main (dpa) - Die gute Laune am deutschen Aktienmarkt dauertean und hält den Dax über 10 600 Punkten. Der Leitindex knüpfte an seine am Vortag begonnene Erholung an und beendete den Tag mit einem Aufschlag von 0,28 Prozent auf 10 622,97 Punkte. Positive Impulse kamen dabei auch von den deutlichen Kursgewinnen der Commerzbank und der Deutschen Bank.

Der Technologie-Index TecDax stieg um 0,24 Prozent auf 1730,54 Punkte, während der MDax vor allem von Gewinnmitnahmen beim Möbelhändler Steinhoff belastet wurde. Der Index der mittelgroßen Unternehmen beendete den Handel mit minus 0,20 Prozent auf 21 653,29 Zähler.

Die Anleger warteten mit wachsender Spannung auf die Notenbankkonferenz im US-amerikanischen Jackson Hole, hieß es. Dort treffen sich von diesem Donnerstag an die führenden Notenbanker der Welt. Vor allem am Freitag wird auf Hinweise gehofft, ob der Leitzins in den USA eventuell schon im September erneut angehoben werden könnte. Die Analysten der Commerzbank warnen indes vor zu hohen Erwartungen. Jackson Hole sei kein Treffen, auf dem die Fed regelmäßig ihre geldpolitische Linie erläutere. Der Einfluss auf die Finanzmärkte werde daher "in der Regel überschätzt".

Die Commerzbank-Aktien setzten sich mit einem Plus von 3,20 Prozent an die Dax-Spitze, gefolgt von den Papieren der Deutschen Bank, die um 2,26 Prozent stiegen. In ganz Europa übernahm der Bankensektor zur Wochenmitte die Führung. Die Anteilsscheine der deutschen Branchenvertreter hatten Anfang des Monats allerdings noch neue Tiefststände erreicht.

Den Siemens-Papieren half eine Kurszielanhebung der LBBW von 105 auf 115 Euro zu einem Plus von 1,03 Prozent auf 108,10 Euro und damit auf den höchsten Stand seit Januar 2008. Vor allem die Segmente Digital Factory und Process Industries dürften mittelfristig von höheren Margen und einem dynamischeren Wachstum profitieren und so den Erfolgstrend des Elektrokonzerns fortschreiben, hieß es in der Studie.

Zu den wenigen Verlierern gehörten dagegen die Aktien des Halbleiterherstellers Infineon, die 0,62 Prozent einbüßten. Am Vortag hatten sie aber noch den höchsten Stand seit Sommer 2002 markiert.

Die Steinhoff-Aktien verloren am MDax-Ende 3,66 Prozent, nachdem sie vor wenigen Tagen noch den höchsten Stand seit ihrer im Dezember 2015 erfolgten Notierungsaufnahme in Deutschland erreicht hatten.

Die Südzucker-Titel büßten 2,57 Prozent ein und litten unter neuen Schadenersatzklagen. Immer mehr Kunden leiten wegen verbotener Wettbewerbsabsprachen rechtliche Schritte gegen die großen deutschen Zuckerhersteller ein.

Abseits der großen Indizes zogen die Anteilsscheine von Windeln.de nach der Bekanntgabe endgültiger Halbjahreszahlen um 4,00 Prozent auf 4,261 Euro an. Der Versandhändler für Baby- und Kinderartikel hatte vor allem im Ausland kräftige Zuwächse erzielt. Allerdings haben Anleger der ersten Stunde kaum Grund zur Freude, denn die vor dem Börsengang im Mai 2015 zu 18,50 Euro ausgegebenen Aktien sind seither fast nur auf Talfahrt gegangen.

Die Stimmung an den Börsen war auch über Deutschland hinaus weitgehend positiv: Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,50 Prozent auf 3008,59 Punkte hoch, und auch die Börse in Paris legte zu. Der Londoner Markt gab allerdings nach und der US-Leitindex Dow Jones Industrial sank zum europäischen Handelsschluss um 0,25 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,22 Prozent am Vortag auf minus 0,23 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 144,27 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,05 Prozent auf 167,61 Zähler. Der Eurokurs sank auf 1,1246 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1268 (Dienstag: 1,1339) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8875 (0,8819) Euro gekostet.

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