Airbus 350 kommt nach München

Drehkreuz-Chef der Lufthansa: Sein Plan für den Flughafen München

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Thomas Winkelmann, CEO Lufthansa Hub München.

München - Thomas Winkelmann (56) leitet seit November den wichtigen Lufthansa-Drehkreuzstandort München. Im Gespräch mit der tz erläutert er seine großen Pläne: 

Thomas Winkelmann war Chef der Lufthansa-Tochter Germanwings – seit November leitet er den wichtigen Lufthansa-Drehkreuzstandort München. Im Gespräch mit der tz erklärt er, was er hier bewegen will.

A350-Flotte kommt:

Der neue Airbus A350 gilt als das modernste – und vor allem spritsparendste – Langstreckenflugzeug auf dem Markt. Die Lufthansa hat insgesamt 25 solche Flugzeuge bestellt – die ersten zehn davon werden in München stationiert. Im Januar 2017 sollen die ersten Flüge nach Dehli und Boston starten. „Das ist auch ein Bekenntnis zum Standort München“, stellt Winkelmann klar. Denn der A350 verbraucht rund 25 Prozent weniger Kerosin als die heute üblichen Modelle. „Deshalb könnten mit diesem Flugzeugtyp leichter neue Strecken entwickelt werden“, so Winkelmann. Die alten Maschinen – vornehmlich A340 – sollen Schritt für Schritt ausgemustert werden.

Neue Strecken: 

Zwei neue Langstreckenziele will die Lufthansa in diesem Jahr ins Programm heben. Ab Mai fliegt die Airline Denver wieder ganzjährig an. Und nach dem Ende der Sanktionen gegen den Iran, nimmt die Lufthansa am 4. Juli den Flugbetrieb nach Teheran auf. In Europa sollen neue Verbindungen etwa nach Porto, Southampton und Rzeszow (im polnischen Silicon Valley) angeboten werden.

Neue Konkurrenz: 

Viel Staub aufgewirbelt hat der Start der Billigfluglinie Transavia aufgewirbelt. „Das ist ein Wettbewerber, den wir sehr ernst nehmen“, so Winkelmann. Klar sei: Wenn ein aggressiver Wettbewerber am Standort auftauche, dann müsse man reagieren. „Unsere Passagiere wissen unser Produkt und den Service im Terminal 2 zu schätzen. Wir lassen uns sicher nicht die Butter vom Brot nehmen“, so Winkelmann.

Mehr Wachstum: 

Am 26. April soll das erste Flugzeug am neuen Satellit andocken. „Sogar die Gepäckanlage läuft schon seit Monaten“, freut sich Winkelmann. Elf Millionen Passagiere sollen dort zusätzlich pro Jahr abgefertigt werden – die Basis dafür, dass München auch weiterhin Anteil am weltweiten Wachstum der Luftfahrt haben könne. Winkelmann: „München hat Platz, zu wachsen – und es besteht die Notwendigkeit dazu.“ Weltweit entstünden derzeit Riesen-Drehscheiben, die den Flughafen im Erdinger Moos winzig aussehen ließen. An der Drehkreuz-Funktion hängen letztlich aber auch die vielen Jobs rund um den Flughafen.

Neue Stellen: 

700 neue Stellen will die Lufthansa in diesem Jahr am Standort München schaffen – am Boden und beim Kabinenpersonal. Dort will Chef Winkelmann auch mal selbst Hand anlegen. „Ich mag es vor Ort zu sein und mal in der Economy mit dem Wägelchen durch die Gänge zu fahren. Da ist man nah am Kunden“, so Winkelmann.

Marc Kniepkamp

Marc Kniepkamp

E-Mail:Marc.Kniepkamp@tz.de

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