Nach seinem Abgang

Ex-VW-Chef Pischetsrieder: Jahrelang Millionen für nix!

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Ex-Manager Pischetsrieder.

München - Bei VW kriselt's derzeit gewaltig, doch die Chefetage lässt es sich gut gehen. Jetzt kam heraus: Der ehemalige VW-Chef Bernd Pischetsrieder bekam nach seiner Ablösung 2006 noch fünf Jahre lang ein Millionengehalt.

Volkswagen befindet sich in einer wenig glücklichen Phase der Unternehmensgeschichte: Dieselskandal, Entschädigungszahlungen in den USA, Imageschaden ... Die Belegschaft fürchtet, für die Fehler des Managements bluten zu müssen. 

Die Herrschaften in der Chefetage aber bleiben unbesorgt. Den Gürtel enger schnallen muss da keiner, das zeigt das Beispiel von Ex-Chef Martin Winterkorn: Er wurde zwar abserviert, kassiert aber noch bis Ende 2016 seine Bezüge

Noch besser meinte es das Schicksal und der Arbeitgeber mit Winterkorns Vorgänger Bernd Pischetsrieder; er stand nach seiner Ablösung 2006 noch fünf volle Jahre auf der Gehaltsliste. Die Bild am Sonntag berichtet, der 68-Jährige habe bis Ende 2011 um die 50 Millionen Euro eingestrichen!

Kurz vor seinem Rauswurf war Pischetsrieders Vertrag bis April 2012 verlängert worden. Den beim Abschied aus dem Chefsessel vereinbarten Beraterjob sollte er in seinem Büro der VW-Zentrale ausüben. Laut BamS flog er in der Regel einmal pro Monat ein, per Firmenjet.

Vor seinem Einstieg bei Volkswagen 1999 wirkte der gebürtige Münchner Pischetsrieder bei BMW, seit 1991 im Vorstand, ab 1993 als Vorsitzender. In diese Zeit fällt die Neuerwerbung der britischen Rover Group – mit Ausnahme des Mini keine glückliche Entscheidung für den Konzern. Als Pischetsrieder 1999 BMW verließ, munkelte man von einem „goldenen Handschlag“ im Werte von 15 Millionen Euro. VW-Patriarch Ferdinand Piëch hatte massiv auf die Ablösung Pischetsrieders gedrängt.

Bei Volkswagen soll er als Vorstandschef ein ähnlich üppiges Gehalt bezogen haben wie danach Martin Winterkorn. Winterkorn führte des Öfteren die Gehaltshitliste der Wirtschaftsbosse an. 2016 bekam er beispielsweise knapp 16 Millionen Euro. Gegangen wurde er im Zuge des Abgasskandals. Dass ein ruhiges Gewissen für ein sanftes Ruhekissen nicht unbedingt vonnöten ist, zeigt das weiche Fallen vieler Top-Manager. 

Auszug aus einer Liste des

Jack Welch (80) arbeitete in den USA, wo bekanntlich alles noch größer ist als hier. Das gilt auch für das Abschiedsgeschenk von General Electric nach 20 Jahren an der Spitze des Konzerns – es ist Rekordhalter. Der 2001 bezahlte Betrag von 417 Millionen Dollar wäre jetzt 375 Mio. Euro wert.

Frank Newman (73) ist US-Banker, doch seine Abfindungszahlung – 85 Mio. Euro – wurde von der Deutschen Bank berappt. Newman hatte die Gesellschaft Bankers Trust bis zu deren Übernahme 1999 geleitet.

Wendelin Wiedeking (63), ehemaliger Porsche-Chef, bekam als Trostpflaster für seinen Abgang 50 Millionen Euro.

Peter Löscher, Vorgänger von Siemens-Konzernboss Joe Kaeser, kassierte nach Schätzungen bis zu 30 Millionen Euro.

Thorsten Heins (58) aus Niedersachsen diente sich 2011 beim kanadischen Smartphonehersteller Blackberry zur Rettung des Unternehmens an: Als Boss baute er Tausende Stellen ab. 2012 scheiterte seine Strategie; er zog aber 22 Mio. Dollar Abfindung an Land.

Thomas Middelhoff (63) verließ Bertelsmann 2002 wenige Wochen nach Vertragsverlängerung, für geschätzt 25 Millionen. Heute ist er Freigänger.

Lösung im Dieselgate-Rechtsstreit rückt näher - VW legt zu

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