Kurs sackt ab - und steigt

"Flashcrash": Pfund stürzt in Tokio auf 31-Jahres-Tief

+
Der Kurs des britischen Pfunds hatte zum Ende der Woche in Tokio einen "Flashcrash" zu verkraften. Foto: Andy Rain

Vor dem Hintergrund des Brexit-Referendums steht die britische Währung unter besonderer Beobachtung. Nun sorgt ein ungewöhnlicher Kurssturz für Spekulationen.

Tokio (dpa) - Wie aus heiterem Himmel ist der Kurs des britischen Pfunds am Freitag in Tokio auf den tiefsten Stand seit 31 Jahren gestürzt. Hatte der Kurs zuvor bei 1,26 Dollar gelegen, notierte er am Morgen (Ortszeit) plötzlich bei 1,18 Dollar.

Genauso schnell wie sie gefallen war, erholte sich die britische Währung im Anschluss wieder. Finanzmarkt-Experten sprechen in solchen Fällen von einem "Flashcrash".

Die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" zitierte einen Händler mit den Worten, da habe wohl jemand mit einem "dicken Finger" auf seiner Computertastatur versehentlich eine größere Verkaufsanweisung eingetippt als beabsichtigt. Es kursierten daneben aber auch Spekulationen, wonach Chinesen angesichts der Schwäche des Pfunds die Währung abgestoßen und dafür Dollar gekauft hätten. Andere wiederum machten für den Absturz fehlgesteuerte Computer-Algorithmen verantwortlich.

Was auch immer der Auslöser gewesen sein mag: Kauforder für das Pfund gehen angesichts der Sorge über die Auswirkungen des Brexit spürbar zurück. Insgesamt steht die britische Währung seit Beginn der Woche wegen Spekulationen über einen "harten" Brexit mit Abstrichen beim Zugang Großbritanniens zum Binnenmarkt der EU-Länder unter Druck. Diese Spekulationen wurden durch eine Rede der britischen Premierministerin Theresa May ausgelöst, in der sie einen harten Kurs bei der Einwanderungspolitik signalisierte.

auch interessant

Meistgelesen

News-Ticker: Merkel will Telekom-Hacker jagen
News-Ticker: Merkel will Telekom-Hacker jagen
Ärger bei Amazon: Tausende Händler-Angebote sind weg
Ärger bei Amazon: Tausende Händler-Angebote sind weg
Telekom: Zwei wichtige Neuerungen am Servicetelefon
Telekom: Zwei wichtige Neuerungen am Servicetelefon
Airbus streicht über 1100 Jobs - viele davon in Ottobrunn
Airbus streicht über 1100 Jobs - viele davon in Ottobrunn

Kommentare