Bahn fährt mit Ersatzfahrplan

Merkel für Schlichtung im Bahn-Tarifkonflikt

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Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, verkündete am Montag, dass die Gdl bei einer Schlichtung nicht einsteigen wird.

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) favorisiert im Bahn-Tarifstreit eine Schlichtung. Von der Lokführergewerkschaft GdL kommen bisher nur kämpferische Ansagen. Der längste Bahnstreik der Geschichte steht bevor.

Dies sei ein möglicher und gangbarer Weg, „ohne mich direkt da einzumischen“, sagte Merkel am Montag in Berlin. GdL verweigert sich einer Schlichtung Claus Weselsky, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Lokführer (GDL), hat am Montag bittere Zeiten für Bahnkunden angekündigt. Einen langen Bahnstreik. Die GDL will sich einer Schlichtung verweigern.

Merkel meinte am Montag im Hinblick auf eine Schlichtung, offensichtlich sei die Zeit dafür noch nicht reif: „Aber da müssen wir hinkommen.“

Grundsätzlich gelte die Tarifautonomie. „Das Streikrecht ist ein verbrieftes Recht in Deutschland“, unterstrich die CDU-Chefin. Die Belastungen für viele Bürger und Unternehmen durch den Ausstand seien aber „gravierend“. Die Verantwortlichen müssten nun alles daran setzen, eine rasche Einigung zu finden: „Wir allen fiebern mit, dass es eine Lösung gibt“, sagte Merkel.

Auch Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sprach sich für eine Schlichtungslösung aus. „Ich frage mich, versteht eigentlich irgendjemand noch, was sich bei der Bahn abspielt?“, sagte Gabriel in der SPD-Zentrale. Bessere Arbeitsbedingungen stünden in dem Konflikt wohl nicht im Vordergrund: „Es geht um Machtfragen innerhalb der gewerkschaftlichen Vertretung in der Deutschen Bahn AG. Bahn bietet Ersatzfahrpläne In Reaktion auf den Streik der Gewerkschaft der Lokführer versucht die Deutsche Bahn mit Ersatzfahrplänen den Betrieb im Nah-und Fernverkehr einigermaßen aufrechtzuerhalten.

Bahn fährt mit Ersatzfahrplan

In Reaktion auf den Streik der Gewerkschaft der Lokführer versucht die Deutsche Bahn mit Ersatzfahrplänen den Betrieb im  Nah-und Fernverkehr einigermaßen aufrechtzuerhalten.  

Auf seiner Homepage bahn.de informiert das Unternehmen die Fahrgäste mit folgender Ankündigung: "Für Reisen am Dienstag und Mittwoch ist ab sofort der Ersatzfahrplan online über die Verbindungsauskunft verfügbar. Für Verbindungen im Regionalverkehr arbeitet die Deutsche Bahn zurzeit noch intensiv an einem Ersatzfahrplan. Ziel aller Maßnahmen ist es, die Auswirkungen für Kunden so weit wie möglich zu begrenzen."

Lokführer streiken fast eine Woche lang 

Die Lokführer wollen fast eine Woche lang streiken. Es ist der bislang längste Ausstand im Tarifkonflikt bei der Bahn. Bahnreisende müssen sich auf starke Einschränkungen einstellen.

138 Stunden soll der Streik dauern und ist damit der längste Bahnstreik aller Zeiten. Claus Weselsky erklärte am Montag: Diesmal "gibt es eine sehr lange Auseinandersetzung mit der Deutschen Bahn". Planmäßig soll der Streik am Montag um 15 Uhr beginnen.

Betroffen ist zunächst der Güterverkehr, ab Dienstag, 2 Uhr, trifft es auch den Personenverkehr, wie der GdL-Chef noch einmal bestätigte.

Für den längsten Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn ist aus Sicht der Lokführergewerkschaft das Bundesunternehmen selbst verantwortlich. „Die Eskalation verursacht die Deutsche Bahn AG“, sagte Weselsky. In dem monatelangen Tarifkonflikt verhandele der Arbeitgeber, ohne ein Ergebnis zu wollen.

Weselsky wies Kritik aus der Bundesregierung an dem Ausstand zurück, der im Personenverkehr in der Nacht zu Dienstag beginnen und sechs Tage dauern soll. Der Gewerkschafter sprach von einem Eingriff in die Tarifautonomie und dem Versuch, Streiks als etwas Unanständiges hinzustellen.

dpa/js 

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