Nachhaltigkeit bei Unternehmen

Green Company: Naturbewusstsein im Rahmen der CSR

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Recycling und nachhaltige Produktion: Im Rahmen der CSR können Unternehmen einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Das Thema Umweltschutz hat für viele Menschen eine große Bedeutung. Dementsprechend steigt auch die Nachfrage nach ökologischen Produkten. Im Rahmen der Corporate Social Responsibility können Unternehmen diesem Bedürfnis entgegenkommen – und profitieren ebenfalls davon.

Eine Umfrage hat ergeben, dass 77 Prozent der Befragten einen individuellen Beitrag zum Klimaschutz leisten möchten. Selbst dazu beitragen können sie unter anderem, indem sie nachhaltige Waren kaufen. Doch viele denken, dass Betriebe in punkto Umweltschutz noch einiges tun müssen: Denn Probleme wie die übermäßige Verpackung von Produkten haben negative Auswirkungen auf die Umwelt. Was können Unternehmen also ändern?

Nachhaltigkeit als Chance für Betriebe

Um mit der Konkurrenz mithalten zu können und für einen guten Ruf der Firma in der Bevölkerung zu sorgen, spielen längst nicht mehr Dinge wie Preise und Produktqualität eine Rolle. Ein Unternehmen, das gesellschaftliche Verantwortung übernimmt, kommt gut an. Beispielhaft ist das Engagement für Flüchtlinge oder kranke Kinder zu nennen, wofür viele Betriebe Spenden sammeln. Diese als „Corporate Citizenship“ bezeichnete ehrenamtliche Tätigkeit geht über die eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus. 

Daneben gibt es aber auch die „Corporate Social Responsibility“ (CSR), bei der die Firmen einen Beitrag zur Schonung der Umwelt leisten. Verbraucher schätzen zunehmend nachhaltige Produkte oder Firmen, die für eine besonders naturbewusste Produktion bekannt sind. Daher ist die Corporate Social Responsibility für Unternehmen immer mehr ein Muss: Sie zeigt, dass diese gesellschaftliche und soziale Verantwortung übernehmen. Ein Engagement für den Umweltschutz wirkt sich also positiv auf das Corporate Image aus und ist damit eine echte Chance für Betriebe. Wichtig ist der Bezug zur eigenen Geschäftstätigkeit.

Wie äußert sich Nachhaltigkeit in Unternehmen?

Umweltfreundliche Produktion

Eine erste Möglichkeit für Betriebe, sich für den Umweltschutz zu engagieren, liegt darin, auf eine nachhaltigere Produktion umzusteigen. Beispielhaft sollen im Folgenden einige Geschäftsbereiche vorgestellt werden.

  • Druckereien:Reduzierung des Materialbedarfs durch bessere Arbeitsprozesse
Druckereien können ihre Arbeitsprozesse grundlegend optimieren, um einen höheren Grad an Nachhaltigkeit zu erreichen. Dazu gehört beispielsweise die Verwendung der „Computer to Plate“-Methode, bei der weniger Arbeitsschritte benötigt werden als bei der aufwändigeren „Computer to Film“-Methode. Auf diese Weise wird der Bedarf an Materialien reduziert, und damit auch die Umwelt geschont. Durch die Benutzung von Tauschcontainern werden zudem mehrere Tausend Plastikfarbkartuschen eingespart und unnötiger Plastikmüll kann vermieden werden. Darüber hinaus sollten Abfallprodukte recycelt werden.
  • Möbelproduktion: Heimische Hölzer und schonender Umgang mit Ressourcen
Auch in der Möbelherstellung nimmt die Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle ein: Möbel sollten aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Baumwolle und Bambus bestehen. Dabei werden heimische Hölzer für die Produktion verwendet, damit die Lieferwege nicht zu lang sind, und es wird schonend mit Ressourcen umgegangen. Auch faire Arbeitsbedingungen gehören dazu. Massivholzmöbel sind besonders langlebig und enthalten keine schädlichen Bindemittel. Sind sie zudem mit einem FSC-Siegel versehen, spricht das für eine umwelt- und sozialverträgliche Waldnutzung.
  • Bekleidungsindustrie: Fair Fashion, Green Fashion und Upcycling
Auch in der Modebranche sollte auf Nachhaltigkeit geachtet werden. Beispielhaft kann etwa die Fair Fashion hervorgehoben werden – Mode, die nach fairen und ökologisch korrekten Produktionsbedingungen hergestellt wird. Auch bei der Green Fashion stehen die Verwendung von nachhaltigen Stoffen wie Bio-Baumwolle und Hanf sowie faire Herstellungsbedingungen im Mittelpunkt. Als Alternative können Hersteller auf Upcycling setzen und Abfallprodukte so in neuwertige Stoffe umwandeln: Der Prozess der Wiederverwertung des vorhandenen Materials reduziert den Bedarf nach neu produzierten Rohmaterialien und ist somit umwelt- und ressourcenschonend.
  • Kosmetikbranche: Recyclebare Verpackungen, Refill- und klimafreundliche Produkte
Auch Kosmetikhersteller können versuchen, Nachhaltigkeitskonzepte umzusetzen, um eine naturbewusste Kosmetikproduktion zu unterstützen. So besteht die Möglichkeit, recyclebare Verpackungen zu verwenden – auch wenn diese optisch weniger ansprechend sind. Auch Refill-Produkte sind eine gute Alternative, da Originalbehälter dann einfach nachgefüllt werden können. Darüber hinaus bietet es sich an, klimafreundliche Produkte herzustellen und etwa auf Aerosolsprays zu verzichten: Pumpsprays verursachen fast 30 Prozent weniger klimaschädliche Emissionen als Aerosolsprays.
Obst aus regionalem Anbau schont die Umwelt und kommt bei Verbrauchern gut an.

  • Nahrunsmittelbranche: Regionaler Anbau und Verzicht auf Verpackungen
In Supermärkten ist jedes Obst und Gemüse zu jeder Jahreszeit zu bekommen – etwa Erdbeeren im Winter. Doch diese Tatsache belastet die Umwelt: Sie macht rund 15 Prozent der Treibhausgasproduktion aus. Ein Unternehmen im Lebensmittelbereich kann daher entscheidend zur Nachhaltigkeit beitragen, indem es überwiegend Produkte aus regionalem Anbau anbietet. Darüber hinaus ist ein Verzicht auf Verpackungen umweltfreundlich. Immer mehr Läden bieten dieses Konzept an, zum Beispiel der OHNE-Laden in München. Angeboten wird unter anderem eine große Auswahl an trockenen Lebensmitteln wie Reis, Cerealien und Linsen, die die Kunden in selbst mitgebrachte Behältnisse füllen können. Doch auch Discounter wie Aldi versuchen, mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu punkten.

Ökologische Gestaltung

Auch eine umweltfreundliche Gestaltung von Büro-und Arbeitsumgebungen kann eine wichtige Maßnahme zur Unterstützung der Nachhaltigkeit sein. Selbst, wenn der Imagegewinn dabei bei vielen Unternehmen an erster Stelle steht, wollen viele dadurch zudem einen Beitrag zur Umweltschonung leisten.

  • Technologien: Energieeffizient und intelligent
Ein Beispiel für die umweltfreundliche Gestaltung von Büro- und Arbeitsumgebungen ist die Verwendung energieeffizienter Kommunikations- und Informationsgeräte, wie intelligente Informations- und Kommunikationstechnologien und Dokumentenmanagement-Systeme für papierarmes Arbeiten. Auch in anderen Bereichen als den Kommunikations- und Informationsgeräten lässt sich Energie einsparen. So kann der betriebliche Energiebedarf auch durch die Nutzung von Abwärme dauerhaft reduziert werden: In Hallen mit vielen Maschinen wird etwa die Abwärme der Maschinen, Kompressoren und Warmwasserleitungen durch Wärmetauscher zurückgewonnen und die Halle ohne Zusatzenergie geheizt.
  • Green Building: Ressourceneffizienz bei Energie, Wasser und Material
Auch die Büroarbeit und –infrastruktur können umweltfreundlich gestaltet werden, zum Beispiel durch umweltbewusst gestaltete Bürogebäude, die mit Labels und Zertifizierungen ausgezeichnet werden. Beim nachhaltigen Bauen geht es um die Planung und Umsetzung eines Gebäudes, welches den Grundgedanken der Nachhaltigkeit verfolgt, besonders die Minimierung des Verbrauchs von Energie und Ressourcen. Ein grünes Gebäude zeichnet sich also durch eine hohe Ressourceneffizienz in den Bereichen Energie, Wasser und Material aus. Durch die grüne Sanierung der Zwillingstürme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main werden zum Beispiel jährlich 67 Prozent Heizenergie gespart.

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