Irreführende Werbung für Gesundheit

"Stärkt das Immunsystem" ist jetzt verboten

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Werbung für gesundheitsfördernde Wirkung etwa bei Tee ist oft nicht nachweisbar

Hamburg - Jeder Verbraucher kennt sie: vollmundige Versprechungen zu angeb­lichen Gesundheits­wirkungen von Lebensmitteln. Nach einer Überprüfung sind nun viele Werbeaussagen verboten.

Viele Lebensmittel verheißen eine Extraportion Gesundheit: „Stärkt das Immunsystem“, „Für gesunde Knochen und Gelenke“ und so weiter und so fort. Die Lebensmittelverpackungen strotzen nur so davon – jeder Verbraucher kennt sie: vollmundige Versprechungen zu angeb­lichen Gesundheits­wirkungen von Lebensmitteln. Ob die Werbeversprechen wissenschaftlich haltbar sind, hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) überprüft. Ergebnis: Die meisten Gesundheitsverprechen sind nicht belegbar. Von über 4000 Werbeaussagen wurden bislang lediglich 222 als wissenschaftlich belegbar eingestuft. Seit 14. Dezember sind deshalb viele Werbeaussagen verboten (siehe unten Beispiele der Verbraucherzentrale Hamburg).

Bei den Untersuchungen der EFSA sind übrigens ganze Wirkstoffgruppen durchgefallen: So Glucosamin und/oder Chondroitinsulfat für gesunde Knochen und Gelenke, Cranberry zur Förderung der Blasengesundheit, Lutein und Zeaxanthin für den Erhalt der Sehkraft und Phytoöstrogene zur Besserung von Wechseljahresbeschwerden. Hiervon sind viele Produkte betroffen, die als Nahrungsergänzungsmittel seit Jahren vertrieben werden.

Weitere mehr als 2000 Werbebotschaften, die sich alle auf Pflanzenextrakte oder -inhaltsstoffe, wie beispielsweise Artischocken­extrakt oder sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole beziehen, müssen noch bewertet werden.

Übrigens hat die EU bereits 2006 beschlossen, dem Wildwuchs an nicht beweisbaren Aussagen mit gesundheitlichem Bezug ein Ende zu setzen. Die EFSA wurde beauftragt, die Werbeversprechen zu überprüfen. Aufgrund der großen Anzahl von Produktenh hat es fünf Jahre gedauert, bis ein Ergebnis vorlag,

Weitere Infos bei der Verbraucherzentrale Hamburg Hamburg im Internet untern www.vzhh.de.

di.

Beispiele für nicht mehr erlaubte Werbung

Produkt Gesundheitswerbung Hersteller
Lipton Schwarztee Fördert die Konzentrationsfähigkeit Unilever
Cranberry-Saft Reduziert das Risiko für ­Harnwegsinfektionen Ocean Spray
Kinderschokolade Unterstützt das Wachstum Ferrero
Nahrungsergänzungsmittel mit mehreren Omega-3-Fettsäuren „hilft Kindern, konzentriert zu bleiben“; fördert die gesunde Entwicklung des ­Zentralnervensystems Equazen
Yakult probiotischer Trinkjogurt Stärkt die Immunabwehr gegen ­Krankheitserreger, schützt vor Erkältung Yakult
Kellogg´s Frühstücksflocken Helfen beim Abnehmen* Kellogg´s
Actimel Stärkt das Immunsystem (Abwehrkräfte)* Danone
Activia: Probiotischer Joghurt mit speziellen Bakterienkulturen Befördert das Darmwohlbefinden* Danone
Evolus: Probiotischer Joghurt mit speziellen Bakterienkulturen Vermindert arterielle Steifheit bei ­Bluthochdruck und vermindert das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen* Valio

*= Hersteller hat die Aussage inzwischen zurückgezogen,

Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg

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