Karstadt-Eigentümer will jetzt auch Kaufhof kaufen

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Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen hat überraschend sein Interesse an der Übernahme des Konkurrenten Kaufhof angekündigt.

Düsseldorf - Gibt es bald nur noch eine große Warenhauskette in Deutschland? Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen hat überraschend sein Interesse an der Übernahme des Konkurrenten Kaufhof angekündigt. Ein griechischer Investor will ebenfalls zuschlagen.

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Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen will mit einer Übernahme des Konkurrenten Galeria Kaufhof eine gemeinsame Warenhaus-Kette schmieden. Am Mittwoch bestätigte der größte deutsche Handelskonzern Metro, dass der Unternehmer ein Angebot für die Tochter vorgelegt habe. Mit einem möglichen Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof käme die Bildung einer “Deutschen Warenhaus AG“ erneut auf die Tagesordnung.

Ziel sei es, Kaufhof und Karstadt unter einem Dach zu vereinen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Verhandlungskreisen. Allerdings ist Berggruen nicht der einzige Interessent: Ein Metro-Sprecher bestätigte, dass die österreichische Immobilienfirma Signa, hinter der der griechische Reeder und Milliardär George Economou stehen soll, ein Angebot für die Warenhaus-Vertriebsschiene abgegeben habe. An der Börse reagierten die Anleger erfreut auf die Neuigkeiten: Die Aktie lag am frühen Abend mit mehr als 2 Prozent deutlich im Plus.

Mit beiden Interessenten würden Sondierungsgespräche, aber keine Verhandlungen geführt. Es lägen seriöse Angebote vor und die würden nun geprüft, hieß es. Zuvor hatte das “Handelsblatt“ über eine Offerte von Signa in Höhe von mindestens 2,4 Milliarden Euro berichtet.

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Ein Berggruen-Sprecher wollte sich zu einem möglichen Angebot für Galeria Kaufhof nicht äußern. Er sagte der dpa am Mittwoch, Berggruen habe das Investment bei Karstadt immer als langfristig angesehen. “Wir glauben an das Geschäftsmodell Warenhaus.“ Berggruen hatte die insolvente Kette mit insgesamt 115 Häusern in Deutschland 2010 nach einer monatelangen Zitterpartie übernommen. Der Kaufhof ist an knapp 140 Standorten vertreten.

Ein Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi äußerte sich dagegen kritisch zu diesen Überlegungen: “Unsere Skepsis gegenüber einer deutschen Warenhaus AG ist seit langem bekannt“, sagte der Sprecher und wies auf mögliche Auswirkungen eines solchen Plans auf die Arbeitsplätze hin.

Der Aufsichtsrat der Metro wollte am Nachmittag in Düsseldorf zusammenkommen. Nach Angaben von Verdi gab es für die Sitzung des Kontrollgremiums aber keine Vorlagen zum Thema Verkauf. Die Gewerkschaft ist auf Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat vertreten. Am Donnerstag legt der scheidende Konzernchef Eckhard Cordes die Geschäftszahlen für die ersten neun Monate vor.

Wie es aus Metro-Unternehmenskreisen weiter hieß, hat Berggruen für das operative Geschäft von Galeria Kaufhof alleine und für die Immobilien mit anderen Investoren Offerten abgegeben. Jeder zweite Standort des Warenhauses, das seit 1986 mehrheitlich zum Metro-Konzern gehört, befindet sich im eigenen Besitz. Mit einer Trennung von Immobilien und operativem Geschäft sei Metro immer sehr vorsichtig gewesen und es sei fraglich, ob sie sinnvoll sei, hieß es weiter.

Die Metro hatte Kaufhof 2008 offiziell auf die Verkaufsliste gesetzt, weil sich das Warenhausgeschäft nicht so leicht auf das Ausland übertragen lässt. Mit seinen anderen Töchtern Cash & Carry, Media-Saturn oder Real, ist der Handelskonzern hingegen stark im Ausland unterwegs und erwirtschaftet so inzwischen mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes außerhalb Deutschlands. Das Warenhaus-Geschäft hat zudem den Nachteil, dass es viel Kapital bindet.

Cordes steht seit einigen Wochen zudem enorm unter Druck: Nachdem monatelang öffentlich über seine Zukunft im Konzern spekuliert worden war, hatte der 60-Jährige Manager vor wenigen Wochen verkündet, dass er für eine Verlängerung seines noch bis Ende Oktober 2012 laufenden Vertrages nicht mehr zur Verfügung stehe. Seitdem wird nach einem Nachfolger gesucht. Cordes wird unter anderem angelastet, mit dem geplanten Verkauf von Galeria Kaufhof nicht vorangekommen zu sein.

dpa

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