Bank muss Daten übermitteln

Das sind neue Regeln für den Kontowechsel

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Der lange Weg zur Bank: Bei dem Konto sollten Sie auf ihre eigenen Bedürfnisse achten.

München - Jetzt sollen wir für unsere Bankkonten auch noch mehr Gebühren bezahlen. Immerhin unterstützt ein neues Gesetz den Kunden beim Kontowechsel. Die tz klärt auf.

Immer mehr Banken wollen ihren Kunden für das bisher kostenlose Girokonto eine monatliche Gebühr abknöpfen - zuletzt die Postbank. Trotzdem scheuen viele Kontoinhaber den Wechsel, vor allem weil sie befürchten, dass sie all ihre Lastschriften erneuern und Daueraufträge übertragen müssen. Ein neues Gesetz verpflichtet die Banken jetzt zur Mithilfe beim Kontowechsel.

Frau vor dem Geldautomat.

Was ändert sich beim Wechsel der Bank? Der Bundestag hat die Rechte der Verbraucher gestärkt und damit eine EU-Richtlinie umgesetzt: Von diesem Sonntag an wird es einfacher, mit dem Konto zu einer anderen Bank zu wechseln. Künftig muss das neue Institut ein- und ausgehende Überweisungen und Lastschriften des alten Kontos übernehmen. Die bisherige Bank hat dazu dem neuen Institut und dem Kunden eine Liste der bestehenden Aufträge der vorangegangenen 13 Monate zu übermitteln. Das gilt auch bei Kontoeröffnungen im europäischen Ausland!

Hilft die neue Regelung den Verbrauchern wirklich weiter? Ja, denn oft waren die mit dem Kontowechsel verbundenen Scherereien der entscheidende Grund dafür, der alten Bank die Treue zu halten. Deshalb sind Verbraucherschützer zufrieden: "Das ist eine wichtige Regelung, weil der Kontowechsel vielen Verbrauchern bisher viel Kopfschmerzen verursacht hat", sagt Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Eine Umfrage im Auftrag der Triodos-Bank hat jetzt ergeben, dass jeder vierte Verbraucher nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes einen Kontowechsel erwägt. Am höchsten sei die Wechselbereitschaft mit 43 Prozent unter den 18- bis 29-Jährigen.

Neue oder höhere Gebühren

Wie entwickeln sich die Gebühren bei den Banken? Viele Institute erhöhen, mit Verweis auf die niedrigen Zinsen, ihre Gebühren - wie etwa die Sparkasse - oder führen - wie die Postbank - für bisher kostenlose Konten neue Gebühren ein. "Die vereinfachten Möglichkeiten zum Kontowechsel sind gerade jetzt, wo viele Banken ihre Gebühren erhöhen, eine Chance für die Verbraucher, den Banken Paroli zu bieten und zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln", sagt Pauli. Derzeit erheben vor allem Banken Gebühren, die sich noch ein "relativ" engmaschiges Filialnetz leisten. Wer darauf keinen Wert legt, kann Kosten sparen.

Machen die Banken beim Wechselservice mit? Ihnen bleibt keine Wahl. Allerdings haben sie einen erheblichen Zeitdruck. Hat ein Kunde bei der neuen Bank den Kontowechsel beantragt, muss diese innerhalb von zwei Geschäftstagen Kontakt zum bisherigen Geldinstitut aufnehmen. Dieses wiederum hat fünf Geschäftstage Zeit, um eine Liste aller Daueraufträge, Lastschriften und eingehenden Überweisungen an den Verbraucher und die neue Bank zu übermitteln. Weitere fünf Geschäftstage später soll das neue Konto fertig eingerichtet sein.

Was ist eigentlich mit den Gebühren am Automaten? Das Abheben ist nur im eigenen Verbund kostenfrei. Sparkassen-Kunden heben an den 25.000 Banken des Sparkassen-Netzes kostenlos ab. Die meisten Direktbanken bieten übrigens Kreditkarten an, mit denen man weltweit kostenlos abheben kann. Wer mit der Girocard an Fremdautomaten Geld abheben muss, zahlt eine Gebühr. Dafür gibt es keine Obergrenze, die Höhe muss dem Kunden aber angezeigt werden - ist sie zu hoch, kann man den Vorgang einfach abbrechen.  

M. Kniepkamp

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