Angst vor der Pleite

Listerien in Wurst: Sieber schließt Insolvenz nicht aus

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Die Fleischfirma Sieber könnte offenbar vor dem Aus stehen.

Geretsried - Es wird eng für die Großmetzgerei Sieber. Eine Firmenpleite ist nach dem Produktionsstopp für Wurstwaren nicht mehr ausgeschlossen. Nach dem Fund von gesundheitsgefährdenden Listerien darf keine Scheibe Wurst mehr in den Handel gebracht werden.

Zehn Tage nach dem behördlich angeordneten Produktionsstopp für bakterienbelastete Wurst der Großmetzgerei Sieber hat die Firma am Montag eine Insolvenz nicht mehr ausgeschlossen. „Die Lage ist dramatisch“, sagte Unternehmenssprecher Erich Jeske im oberbayerischen Geretsried. „Uns läuft die Zeit davon.“ Demnächst werde die Entscheidung fallen, ob es eine Zukunft für den Betrieb mit 120 Mitarbeitern gibt „oder das Ende“, erläuterte Jeske. Das Landratsamt Bad Tölz hatte am 27. Mai ein Vertriebsverbot für Produkte der Metzgerei Sieber erlassen und den deutschlandweiten Rückruf sämtlicher Ware angeordnet.

Inzwischen wurden in 12 von 80 Proben Listerien nachgewiesen. Nach Mitteilung des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) lagen jedoch alle Proben unter dem Grenzwert. Die Infektion mit den Bakterien ist für gesunde Erwachsene meist harmlos. Bei Babys, alten Menschen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann die Listeriose genannte Krankheit jedoch zum Tod führen.

Täglich fehlen 100 000 Euro 

Mitte März war bei einer routinemäßigen Probe im Raum Nürnberg in einem Sieber-Produkt eine deutlich über dem Grenzwert liegende Zahl von gesundheitsgefährdenden Listerien nachgewiesen worden. Nach umfangreichen Untersuchungen sehen das Robert-Koch-Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) einen Zusammenhang zwischen dem „Original bayerischen Wammerl“ von Sieber und einem Ausbruch von Listerioseerkrankungen im Jahr 2012 hauptsächlich in Süddeutschland. Acht Menschen starben daran.

Seit dem Produktionsstopp entgehen Sieber nach den Angaben Jeskes täglich 100 000 Euro Einnahmen. Im Betrieb lagerten tonnenweise fertig produzierte Ware und Rohprodukte im Wert von 1,6 Millionen Euro. Nach wie vor fehle ein behördlicher Bescheid, was damit geschehen solle, sagte Jeske. So lange könne aber nicht mit der Grunddesinfektion der Produktionsanlagen begonnen werden, erläuterte der Unternehmenssprecher. Sieber klagt vor dem Verwaltungsgericht München gegen den Produktionsstopp. Eine Entscheidung steht aus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

dpa

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