Konzernumbau kostet Geld

Lufthansa bleibt in roten Zahlen

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Lufthansas Sparprogramm kostet erstmal Geld.

Frankfurt/Main - Lufthansa bleibt trotz des anspruchsvollen Sparkurses zunächst in den roten Zahlen. Der Tarifabschluss mit dem Bodenpersonal werde in Zukunft aber ebenso helfen wie sinkende Spritpreise.

Schnee, Streiks und der teure Konzernumbau haben die Lufthansa im ersten Quartal deutlich in den roten Zahlen gehalten. In den ersten drei Monaten des Jahres fiel der saisontypische hohe operative Verlust mit 359 Millionen Euro exakt so hoch aus wie ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Außerplanmäßige Abschreibungen drückten unter dem Strich das Konzernergebnis um 16,5 Prozent auf einen Quartalsverlust von 459 Millionen Euro. Das Unternehmen zeigte sich dennoch optimistisch angesichts sinkender Kerosinpreise, steigender Durchschnittserlöse und des am Mittwoch abgeschlossenen Tarifvertrags mit dem Bodenpersonal.

Im Vergleich zu anderen Unternehmen wie der Bahn oder der Post habe Lufthansa einen guten Abschluss erzielt, erklärte Finanzvorstand Simone Menne am Donnerstag bei Vorstellung des Quartalsberichts. Auch die vereinbarten sechs Nullmonate bis August, die lange Laufzeit und die Zustimmung der Gewerkschaft zu den neuen Tarifstrukturen für auszugründende Service-Gesellschaften brächten schöne Sparbeiträge für das Programm „Score“. Mit diesem will Lufthansa das Ergebnis bis 2015 um jährlich 1,5 Milliarden Euro verbessern. 2013 sollen operatives Ergebnis und Umsatz gegenüber 2012 steigen.

Zunächst fallen aber Kosten an, zum Beispiel für Abfindungen ausscheidender Mitarbeiter. Menne bezifferte sie für das erste Quartal auf 64 Millionen Euro, betonte aber die langfristige Wirkung: „Die Kosten sind einmalig, die Ergebnisverbesserungen sind nachhaltig.“ Den weitgehenden Kündigungsschutz im Tarifvertrag habe man zusagen können, weil ausreichend viele Mitarbeiter über Altersteilzeit oder Fluktuation ausstiegen. Die unmittelbaren Kosten der Tariferhöhungen bezifferte Menne auf 74 Millionen Euro in der gesamten Laufzeit.

Umsatz bleibt stabil

Hilfreich sei die Preisentwicklung beim Kerosin. „Nach heutigem Stand sinken die Treibstoffkosten“, sagte Menne. Nach fallenden Ölpreisen in den vergangenen Wochen rechnet Lufthansa im laufenden Jahr nur noch mit 7,0 Milliarden Euro Treibstoffkosten - rund 200 Millionen weniger als noch im März erwartet und 400 Millionen weniger als 2012.

Zum Jahresstart kamen der Lufthansa neben volleren Fliegern auch der selbstverordnete Schrumpfkurs zugute. Obwohl der Vorstand das Flugangebot um 2,7 Prozent zusammengestrichen hatte, blieb der Konzernumsatz mit 6,6 Milliarden Euro stabil. Vor allem die Lufthansa Passage konnte ihre operativen Verluste in engeren Grenzen halten als im Startquartal 2012. Die Durchschnittserlöse klettern im Schnitt um 0,9 Prozent, wobei die Preise auf den Asienverbindungen deutlich unter Druck standen. Auf den Europa- und Nordamerikaverbindungen mussten die Kunden hingegen deutlich mehr zahlen.

Die Frachtsparte Lufthansa Cargo konnte ihren Gewinn ebenso wie Lufthansa Technik und die Catering-Tochter Sky Chefs steigern. Austrian Airlines verringerte ihr Minus, die Swiss geriet dagegen tiefer in die roten Zahlen, blieb aber die profitabelste Airline im Konzern. Gleichzeitig sind die Verkaufs- oder Kooperationspläne für die Cateringtochter LSG vom Tisch. Lufthansa werde dieses profitable Geschäftsfeld ohne weitere Partner entwickeln, sagte die Finanzchefin.

dpa

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