1650 Mitarbeiter arbeitslos

Neckermann ist pleite - und scherzt

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Mit diesen Worten verabschiedet sich Neckermann von seinen Kunden

Frankfurt - Seit Montag wird das insolvente Versandhaus Neckermann abgewickelt, 1650 Mitarbeiter sind arbeitslos. Auf der Firmenwebsite verabschiedet sich das Unternehmen dennoch in scherzhaftem Ton.

In einer Art Gedicht richtet sich Neckermann an seine Kunden und blickt mit lockeren Worten auf die Firmengeschichte zurück. Unter anderem heißt es:

Das Radio für alle.

Der Fernsehr für alle.

Wir haben es möglich gemacht.

 

Dann die Waschmaschine für alle.

Das Moped für alle.

Die Schweinehälfte für alle.

Und fast insolvent. 

Egal.

 

Dann kam der Club-Urlaub für alle.

Das Fertighaus für alle.

Und wieder fast insolvent.

Na und.

Klingt beinahe so, als wolle sich Neckermann über seine ständigen finanziellen Probleme an der Schwelle zur Insolvenz lustig machen. Weiter heißt es:

Dann der 24 Stunden Blitz Lieferservice.

Das maßgeschneiderte Hemd für alle.

Der erste Online-Shop für alle.

 

Wir haben vieles möglich gemacht.

62 Jahre lang.

 

Vielen Dank an alle.

Hoffnung für Ex-Neckermann-Mitarbeiter

Unterdessen gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer für etwa 1650 ehemalige Mitarbeiter des Versandhändlers: Politik und Arbeitsagentur sagten am Dienstag gemeinsame Anstrengungen zu, um die von der Pleite Betroffenen wieder in Lohn und Brot zu bringen, wie Verdi-Handelssekretär Wolfgang Thurner erklärte. Harald Fiedler vom DGB sagte: „Die Stadt Frankfurt und die Arbeitsagentur haben erklärt, dass sie gemeinsame Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen speziell für die ehemaligen Neckermann-Beschäftigten anbieten wollen.“

Der Versandhändler wird seit diesem Montag abgewickelt. Trotz monatelangen Bemühens hatte sich kein Investor für das vor 62 Jahren gegründete Unternehmen gefunden. Von den ehemals etwa 2000 Beschäftigte am Stammsitz Frankfurt und in einer Niederlassung in Sachsen-Anhalt sind nach Verdi-Angaben aktuell 1650 arbeitslos gemeldet. Die Gewerkschaft hoffe, dass für sie Angebote unterbreitet werden, denn sie seien ohne eigenes Verschulden arbeitslos geworden, sagte Thurner.

Schon vor Wochen hatte Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, die Situation von Neckermann als besondere Herausforderung bezeichnet, weil nahezu alle den gleichen Arbeitsort hätten: „Zudem werden viele Menschen betroffen sein, deren Vermittlung in eine neue Beschäftigung durch fehlende Ausbildungsabschlüsse oder eine geringe berufliche Qualifizierung sowie sprachliche oder gesundheitliche Defizite erschwert wird.“

Auch deshalb will die Arbeitsagentur Frankfurt mit allen Betroffenen Einzelgespräche führen und sie zu Bewerberbörsen mit Betrieben einladen, wie Agenturleiter Karl-Heinz Huth erklärte. Wenn die gezielte Vermittlung nicht reiche, würden Qualifizierungen angeboten, versprach Huth. Sollte eine längere Einarbeitung nötig sein, biete die Agentur auch Zuschüsse zum Arbeitsentgelt.

ole/dpa

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