Ganze Lieferketten gestört

Große Pleite: Insolvente Reederei schockt Händler

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Auf den Schiffen der koreanischen Pleite-Reederei Hanjin lagern Waren im Wert von 12,5 Milliarden Euro.

München - Die südkoreanische Reederei Hanjin Shipping ist pleite und kann ihren Zahlungen nicht nachkommen. Das könnte auch das Weihnachtsgeschäft beeinflussen.

Die Pleite der größten südkoreanischen Reederei Hanjin Shipping trifft Schiffseigner, Häfen und Einzelhändler in aller Welt wie ein Schlag! Bis zum Dienstag war der größte Teil der nach eigenen Angaben 142 Schiffe umfassenden Hanjin-Flotte von Container- und Massengutfrachtern noch außer Betrieb. Die meisten von ihnen saßen voll beladen vor Häfen fest, ganze Lieferketten sind gestört.

Unvorstellbare Werte warten jetzt auf den Weitertransport. Etwa 14 Milliarden Dollar (12,5 Mrd. Euro) sind die Waren an Bord der Schiffe wert - von Maschinen über Elektrogeräte bis zu Kleidung und Nahrungsmittel. Sorgen machen sich vor allen Elektronikriesen kurz vor dem Weihnachtsgeschäft. Denn Befrachter wie der Elektronikriese Samsung können nicht fristgerecht liefern, Einzelhändler in der ganzen Welt warten auf ihre Ware.

Schiffe dürfen einige Häfen wieder anlaufen

Immerhin: In den USA konnten die ersten zuvor festsitzenden Schiffe von Hanjin den Hafen von Long Beach (Kalifornien) anlaufen. Die Hanjin Greece hat den Hafen nach der Entladung bereits wieder verlassen. Bisher hatten die meisten Häfen weltweit die Hanjin-Frachter nicht anlegen lassen, da sie fürchteten, auf den Hafengebühren sitzen zu bleiben. Auch in Japan und Großbritannien können die Schiffe von Hanjin wieder die Häfen anlaufen. Was mit den anderen festsitzenden Schiffen passiert, ist derzeit jedoch noch unklar. Im Hamburger Hafen liegt etwa seit Tagen das Containerschiff Hanjin Europe fest und kann nicht auslaufen, weil offene Rechnungen nicht bezahlt sind.

Die Insolvenz der weltweit siebtgrößten Reederei wirft dabei ein Schlaglicht auf die Krise der gesamten, von Überkapazitäten gebeutelten Container-Schifffahrt. Die Überkapazitäten hatten zu einer jahrelangen Dauerkrise mit niedrigen Frachtraten geführt.

mk

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