Einleitung des Verkaufsprozesses

Rewe steht zu Kündigungsschutz für Kaiser's Tengelmann-Beschäftigte

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Der Vorstandsvorsitzende von Rewe, Alain Caparros (re.) und Karl-Erivan Haub, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Tengelmann.

Köln - Der Handelsriese Rewe will auch bei einer Zerschlagung von Kaiser's Tengelmann bei von ihm übernommenen Filialen am fünfjährigen Kündigungsschutz festhalten.

Der Kölner Konzern werde die Auflagen zur Sicherung der Arbeitsplätze sowie zum Erhalt von Tarifbindung und Mitbestimmung aus der Ministererlaubnis freiwillig übernehmen, kündigte Rewe-Chef Alain Caparros am Mittwoch an. Der Manager reagierte damit auf die Einleitung des Verkaufsprozesses durch Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub.

Seine Ankündigung nutzte Caparros auch, um Haub und Edeka-Chef Markus Mosa unter Druck zu setzen. Rewe erwarte, dass sich auch Edeka bei der Übernahme von Kaisers Tengelmann-Filialen „noch an die Bedingungen der von ihnen beantragten und vehement verfolgten Ministererlaubnis erinnern wird“. Mit Blick auf Haub sagte Caparros, es liege an dem Tengelmann-Eigentümer zu entscheiden, wie viel Vorrang er „der Beschäftigungssicherung und dem Gemeinwohl bei der Veräußerung seiner Filialen beimisst“.

Gleichzeitig bekräftigte Caparros aber auch seine Bereitschaft, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und unter Einschaltung eines Mediators doch noch den Versuch zu unternehmen, eine einvernehmliche Lösung zum Erhalt aller Arbeitsplätze bei der Supermarktkette zu finden. Von Edeka und Tengelmann war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Tengelmann hatte am Montag die ersten Listen mit zum Verkauf stehenden Filialen verschickt. Insgesamt kommt das Unternehmen mit Fleischwerken, Logistik und Verwaltung auf rund 15 000 Mitarbeiter.

dpa

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