Sieben EADS-Manager des Insiderhandels verdächtigt

Paris/Stuttgart - Im Skandal um mutmaßlichen Insiderhandel beim Luft-und Raumfahrtkonzern EADS konzentrieren sich die Ermittlungen nun auf sieben frühere und derzeitige Manager.

Das geht aus einem Zwischenbericht hervor, der am Dienstag in französischen Medien zitiert wurde. Die Börsenaufsicht bestätigte, dass der Bericht den Betroffenen übergeben worden sei, wollte aber keine Aussagen zum Inhalt machen. Zu den verdächtigten Managern zählt neben dem ehemaligen Co-Chef von EADS , Noël Forgeard, auch der Deutsche Andreas Sperl, der frühere Finanzvorstand des Konzerns und derzeit Leiter der zu EADS gehörenden Elbe Flugzeugwerke in Dresden .

EADS bestätigte, dass die Börsenaufsicht einige Vorwürfe fallen gelassen habe. “ EADS wird sich auch weiterhin verteidigen und die Stichhaltigkeit all seiner Argumente aufzeigen“, hieß es in einer am Dienstag in Amsterdam veröffentlichten Stellungnahme.

Den Managern wird vorgeworfen, 2005 und 2006 vor Bekanntgabe der Probleme mit den Airbus-Programmen A380 und A350 Aktien des Mutterkonzerns EADS in Millionenhöhe abgestoßen hatte. Auf die Straftat stehen bis zu zwei Jahre Haft und eine Geldstrafe des Zehnfachen des Gewinns aus Insidergeschäften. Ursprünglich hatte die Pariser Börsenaufsicht auch die EADS -Großaktionäre Daimler und Lagardère sowie 16 weitere Manager im Visier.

Lagardère erklärte am Dienstag , von allen Vorwürfen freigesprochen zu sein. Eine Daimler-Sprecherin äußerte sich in Stuttgart ebenfalls zufrieden und zuversichtlich über die weitere Entwicklung des Falls. Der Konzern sei überzeugt davon, dass alle Vorwürfe bis zum Ende des Verfahrens in vollem Umfang entkräftet werden können. Daimler hält derzeit 22,5 Prozent der Stimmrechte an EADS und kann die Beteiligung von 30. Juni 2010 an auf 15 Prozent reduzieren.

dpa

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