Existenz vieler Landwirte gefährdet

tz-Kommentar zur Milchkonferenz: Der Milchpreis ist der Gipfel

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Wolfgang de Ponte.

München - tz-Redakteur Wolfgang de Ponte plädiert anlässlich der heutigen Milchkonferenz in Berlin für eine Reform in der Landwirtschaft und ein Umdenken der Verbraucher.

Heute geht’s in Berlin mal wieder um die Milch? Zum wievielten Mal eigentlich? Seit Jahrzehnten verschärft sich die Situation der Milchbauern im Lande, kleine und mittlere Betriebe, die nicht auf Bio umgeschwenkt sind, haben längst aufgegeben. Spätestens dann, wenn ein Generationenwechsel ansteht, ist Schluss mit den meisten Höfen. Denn kaum ein Landwirt kann seinen Kindern guten Gewissens empfehlen, dass die Milch künftig ihre Existenz sichern wird. 

Wie auch? Der Handel unterbietet sich mit Dumpingpreisen und die vielen Molkereien melken ihre Lieferanten weit weniger liebevoll als die ihre Kühe. Wieder einmal ist jetzt also ein Tiefpunkt erreicht. Vom Verkaufspreis für einen Liter Milch landen im Schnitt gerade mal 15,3 Cent beim Bauern. Das hat das Institut für Ernährungswissenschaft in Kiel ausgerechnet. Knapp 40 Cent bräuchte er, um zu überleben. Bauernpräsident Joachim Rukwied glaubt das mit einem Milch-Soli von zwei Cent ausgleichen zu können, die EU und der Landwirtschaftsminister versprechen Soforthilfen. Wieder einmal. 

Ändern wird sich dadurch aber nichts. Die Landwirtschaft braucht eine Reform, die den Milchmarkt auf neue, fairere Beine stellt. Aber nicht nur das: Auch wir müssen umdenken. Qualität hat ihren Preis und der muss auch bezahlt werden. Wer sich den Liter für 50, 60 Cent im Discounter in den Einkaufswagen stellt, muss wissen, dass von dem, was davon für den Erzeuger übrig bleibt, kein Milchbauer leben kann. Und wir wollen doch auch künftig noch gute Milch trinken.

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