Die wichtigsten Fakten

100 Jahre Ampel! Ihr Vorgänger tötete einen Polizisten

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Die Ampel wird 100!

München - Drei Lichter – Rot, Gelb und Grün – bestimmen den Takt unserer Städte. Heute feiert die Ampel ihren 100. Geburtstag! Hier lesen Sie die wichtigsten Fakten.

Glückwunsch, liebe Lichtzeichenanlage – auch wenn wir den Eindruck haben, dass du uns mehr Rot als Grün zeigst und wir uns manchmal den Knopf wünschen, mit dem Busfahrer die Ampel per Funk auf Grün stellen können. Eine Hommage an die Ampel:

Der tödliche Vorgänger: Die Ampelidee ist älter als 100 Jahre. 1868 wurden in London versuchsweise Signalarme mit roten und grünen Gaslaternen montiert. Die Konstuktion konnte sich jedoch nicht durchsetzen – sie explodierte und tötete den Polizisten, der sie bediente.

Die erste elektrische Ampel: Am 5. August 1914 war es dann so weit: Die elektrische Ampel trat ihren Siegszug um die Welt an. In Cleveland im US-Bundesstaat Ohio ging an der Kreuzung East 105th Street und Euclid Avenue die erste Ampel in Betrieb. Auch hier musste ein Polizist die Steuerung übernehmen. Die erste Ampel hatte nur die zwei Farben Rot und Grün und war so verdrahtet, dass gleichzeitiges Grün für alle Richtungen unmöglich war.

Die Ampelerfinder: Zwei Männer gelten als Urväter der modernen Ampel. James Hoge hat sich die Cleveland-Ampel im Jahr 1918 patentieren lassen. Das US- Patent 1 251 666 schützt sein „Städisches Verkehrs-Kontroll-System“. US-Erfinder Garrett Morgan erfand die automatische Ampel. Sie brauchte keinen Polizisten mehr, der sie bediente. 1923 ließ Morgan, der auch die selbstlöschende Zigarette erfand, die automatische Ampel patentieren, später verkaufte er das Patent an General Electric.

Die erste deutsche Ampel: 1924 erreichte die Ampel dann die Alte Welt: Auf dem Potsdamer Platz in Berlin wurde ein fünfeckiger Verkehrsturm errichtet – die erste Ampel Europas.

Münchens erste Ampel: Drei Jahre später, im Jahr 1927, bekam auch München seine erste elektrische Ampel. Sie wird über der Kreuzung am Bahnhofsvorplatz angebracht. Um die Farben zu erklären, druckte man damals ein Gedicht in der Zeitung. Kostprobe: „Erscheint vor dir die Farbe rot, dann wirst du von Gefahr bedroht.“

Der Ampelärger: So alt wie die Ampel, ist der Ärger über das Warten bei Rot. Auch in München regeln die etwa 1100 Lichtzeichenanlagen den Verkehr nicht immer zur Freude der Münchner. „Auto-Pendler sehen Rot – Wann wird München grüner?“, titelte die tz vor sechs Jahren – der Ärger der Pendler ist noch immer nicht verraucht. Dabei werden 730 Ampeln im Stadtgebiet verkehrsabhängig betrieben – sie passen sich dem Verkehrsaufkommen an.

Ost und West: Bei Rot stehen, bei Grün gehen – das ist weltweit gleich! Nur einmal hat China versucht, die Farben umzudrehen, damit das kommunistische Rot Vorfahrt hat – der Versuch endete im blanken Chaos. Trotzdem gibt es Feinheiten: Die Ost-berliner Ampelmännchen mit Hut haben es zu weltweiter Berühmtheit geschafft. Und der grüne Pfeil, eine Errungenschaft der Straßenverkehrsordnung der DDR, erfreut mittlerweile auch so manchen westdeutschen Autofahrer, wenn er trotz Rotlicht seinen Weg als Rechtsabbieger fortsetzen kann.

Das Symbol: Rot-Gelb-Grün – diese Kombination versteht jeder. Und so ist die Ampel zum Symbol für Koaltionen (SPD-FDP-Grüne) und Lebensmittel (zu viel Fett, geht so, ist in Ordnung) geworden!

Marc Kniepkamp

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