Motorrad-Fahrbericht

Abenteuer im Alltag: Erfahrungen mit der 165 PS starken BMW S 1000 XR

BMW S 1000 XR
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Die BMW S 1000 XR im Fahrbericht.

Der Hersteller preist die Maschine in die Kategorie Adventure an - lassen wir also das Abenteuer beginnen. Der Fahrbericht zur BMW S 1000 XR.

  • Das Gesamtpaket S 1000 XR ist außergewöhnlich.
  • Der Motor stammt vom Supersportler S 1000 RR, sie ist hochbeinig und schleppt eine ganz ordentliche Verkleidung mit sich herum und ist straßenbereift.
  • Wir haben die BMW S 1000 XR auf Herz und Nieren getestet.

Die ersten Meter mit BMW S 1000 XR

Bevor die Fahrt losgeht, erfordert die BMW S 1000 XR erst einmal das Erklimmen der 84 Zentimeter hohen Sitzbank – eine gute Übung, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Die Zündung wird schlüssellos aktiviert, unser Exemplar ist mit Keyless Ride ausgestattet (Teil des 1218,49 Euro teuren Dynamik-Pakets). Der Vierzylinder mit 999 Kubikzentimetern faucht erst einmal ziemlich aggressiv los, beruhigt sich aber bei steigender Betriebstemperatur schon nach kurzer Zeit und schnurrt brav vor sich hin. Optisch signalisiert im großen TFT-Farbdisplay ein roter Balken des Drehzahlmessers, was der Motor im aktuellen Zustand verträgt. Wird das Aggregat wärmer, verschiebt sich der Begrenzerstreifen von anfangs 5.500 U/min bis hin zu schließlich 11.000 U/min im Warmzustand.

Die Kraft der 165 Pferdestärken

Dann darf man uneingeschränkt am Gasgriff drehen. Dabei wird die Kraft von 165 Pferdestärken aktiviert, die an der Antriebskette zerren. Dank Schaltautomat (ebenfalls im Dynamik-Paket) flutschen die sechs Gänge locker rauf (und bei Bedarf wieder runter) und die BMW geht richtig ab: 3,2 Sekunden bis Tempo 100, 8,5 Sekunden vergehen bis Tempo 200. Da können nicht viele folgen. Auf der Autobahn zeigt der Tacho dann tatsächlich 255 km/h an – und der Fahrer sitzt dank breitem Lenker und effektivem Windschild ganz entspannt und aufrecht.

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Alltags-Impressionen der BMW S 1000 XR

So ein Parforceritt ist mal ein Abenteuer wert, Alltag kann die XR aber auch - und zwar bestens. In der Stadt ist sie naturgemäß extrem unterfordert, schwimmt aber elegant und souverän mit. Sobald das Ortsschild passiert ist, hat es nun wieder der Fahrer in der Hand, ob es eher gemächlich oder doch lieber zügig vorangehen soll. Sie kann beides, aber bei letzterem sollte man angesichts der Beschleunigungsgewalt sein Punktekonto gut im Auge behalten.

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Durch die engen Kurven mit der BMW S 1000 XR

Ohne Frage hat die S 1000 XR Kraft ohne Ende und katapultiert sich von Kurve zu Kurve und über jede Gerade. Aber richtig Laune macht sie, wenn man enge Kurven anvisiert und staunt, wie die BMW willig und fix diese durcheilt, ohne dass die pure Muskelmasse – sie bringt immerhin 232 Kilogramm auf die Waage – die Bewegungen einengt. Der Vollständigkeit halber: Die Bremsen haben die Fuhre stets im Griff und verzögern souverän.

BMW S 1000 XR: Zu viele Schalter

Wie inzwischen bei BMW Standard, ist auch dieses Modell mit elektronischen Helferlein vollgestopft. Das führt dazu, dass am linken Lenkerende insgesamt neun Schalter, Knöpfe und Tasten sowie das Rad des Multicontroller untergebracht sind mit der Folge, dass für den Blinkerschalter sehr wenig Platz übrig bleibt. Fehlbetätigungen sind leider die Folge

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Verbrauch und Preis der BMW S 1000 XR

Als Verbrauch ermittelten wir einen Wert von 6,2 Litern auf 100 Kilometer, was angesichts der vom Bike geforderten Fahrleistungen ein durchaus akzeptabler Wert ist. Tiefer durchschnaufen muss man beim Preis für die S 1000 XR. Da stehen erst einmal 16.522,69 Euro auf dem Papier.

Mit Dynamik-Paket (u.a. mit Dynamic ESA Pro, Tempomat, Heizgriffe), 438,65 Euro teurem Touren-Paket (mit USB-Anschluss, Navi-Vorbereitung, Handprotektoren, Gepäckbrücke und Hauptständer) sowie vielleicht noch Koffer und Navi wird die 20.000-Euro-Marke lässig überschritten. Das Abenteuer beginnt also vielleicht erst einmal beim Bankberater. (Volker Pfau) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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