Fahrbericht

Der neue Audi S3 – so schlägt er sich gegen die Konkurrenz

310 PS stark und voll gespickt mit Renntechnik – der neue Audi S3 ist ein Spaßmobil der besonderen Art. Der Power-Kompaktwagen kann jetzt sogar mit Ampeln reden.

  • Audi hat seinen Kompakt-Sportler deutlich nachgeschärft.
  • Mit der Kraft des Quattro-Antriebs läuft er wie auf Schienen.
  • Aber wie steht der Audi S3 im Vergleich zu AMG, BMW und Cupra da?

Oh Gott - so etwas gibt es nur in Bayern und nur auf dem Land. Den Segen der Kirche bekommt der neue S3 von Audi* auf der Testfahrt. Wir halten in einem kleinen Ort im Altmühltal an, um den dunkel gekleideten Passanten nach einer guten Metzgerei im Ort zu fragen. Der gibt sich als der örtliche Pfarrer zu erkennen, fährt ein Stück des Weges mit, weil er sich ebenfalls eine Brotzeit dort holen will, und inspiziert das Auto. „Die machen schon schöne Autos bei Audi“, sagt der Pfarrer anerkennend. Neben einem gesegneten Appetit wünscht er später eine gesegnete Weiterreise. Ob ihm das Donnergrollen aus den vier Auspuffrohren an die Trompeten von Jericho erinnert haben, konnten wir nicht mehr fragen.

Audi S3: Schon vor 20 Jahren stärker als ein Golf GTI

Als 1999 der erste Audi S3 auf die Straße kam, war die Konkurrenz noch überschaubar. Zwar gab es den Golf GTI schon in der vierten Generation, aber mit seinen 150 bis 170 PS rangierte er weit unter der neuen Konkurrenz aus Ingolstadt, die weiland schon 210 Pferde aus dem 1,8-Liter Turbo-Triebwerk kitzelte. Damals ahnte noch keiner, dass mit dem S3 ein neues Fahrzeugsemgent entstanden ist, in dem sich heute High-Performance-Kompaktwagen wie Golf R, Mercedes AMG A35, Seat Cupra Formentor oder BMW M240i jenseits der 300-PS Grenze und mit einem Sprintwert von rund 4,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100 tummeln.

An diesen Details erkennt man den Audi S3

Den Kompaktsportler S3 gibt es in zwei Karosserievarianten. Einmal als klassiches Limousine (Fahrzeug in Rot) und als Sportback mit großer Heck-Klappe.

Den neuen S3 gibt es wieder in zwei Karosserie-Varianten. Als Sportback und als Limousine. Beide sind im Vergleich zu ihren Vorgängern gewachsen. Der Sportback um drei Zentimeter in Länge und Breite. Die Limousine legte in der Länge vier Zentimeter zu, in der Breite nur zwei. Das soll mehr Schulter- und Ellbogenfreiheit bringen. Bequem sitzt man im S3 sowieso – das ist ja bei fast allen Kompaktautos der neueren Generation der Fall. Wer den neuen S3 auf der Straße sieht, erkennt ihn sofort an dem noch größeren Waben-Grill, den Spiegeln in Aluminium-Optik und den vier Auspuffrohren.

Dicke Waben zieren den Kühlergrill und geben dem S3 einen Look, der einer Limousine würdig ist.

Der Innenraum ist ebenfalls progressiver geworden. Allein schon die mächtigen Luftdüsen, die markant auf dem Cockpit sitzen erwecken den Eindruck: Hier sitzt man in einem Sportwagen.

Links und rechts neben dem Lenkrad thronen die beiden Lüftungsdüsen. Abkühlung beim heißen Ritt durch die Kurven.

Lesen Sie auchDer neue VW Caddy im Test: Das perfekte Familientaxi & Camper-Auto.

Quattro sorgte jederzeit für Grip

Vier Auspuffendrohre und ein Diffusor unter dem Heck zeigen, dass es sich bei diesem S3 um ein ganz besonderes Exemplar handelt.

Nach dem Druck auf den Startknopf hört man das auch. Der Sound des S3 ist sonor und satt, nicht aufdringlich, aber präsent. Da kommt Leben in die Bude, vor allem, wenn man im Sportmodus unterwegs ist. Ziemlich lebendig ist auch der Vierzylinder-Turbomotor mit seinen 310 Pferdestärken, die von der 7-Gang-Automatik auf die vier Räder verteilt werden. Quattro sei Dank – damit ist der S3 wie auf Schienen unterwegs, jederzeit mit optimalem Grip, weil die Kraft intelligent zwischen Vorder- und Hinterachse je nach Fahrsituation verschoben wird. 

Audi S3: Satte Leistung im breiten Drehzahlbereich

Da reißt einer ganz schön das Maul auf. Besonders markant wirkt der S3 durch den riesigen Kühlergrill und die großen Lufteinlässe rechts und links.

Das serienmäßige Sport-Fahrwerk liegt im Vergleich zur herkömmlichen Variante um 15 Millimeter tiefer. Wer will, kann es noch mit adaptiven Dämpfern ausstatten, um noch feiner auszusteuern. Im Regelfall tut es das einfache Sportfahrwerk auch. Ein echter Gewinn ist die Progressivlenkung. Sie ändert ihre Übersetzung je nach Lenkwinkel. Das heißt: Je stärker der Fahrer einschlägt, desto direkter wird das Lenkgefühl. Macht vor allem Spaß bei der Hatz durch die Kurven. Der Turbomotor ist ein feines Stück Antriebskunst, weil der Benziner sein maximales Drehmoment in einem breiten Bereich anbietet. Die 400 Newtonmeter (Nm) liegen zwischen 2.000 und 5.450 Umdrehungen pro Minute (U/min) an, direkt im Anschluss entfaltet der Motor dann seine maximale PS-Leistung. Von unten heraus hätten wir uns etwas mehr Power erwartet, das ist aber angesichts der Gesamt-Performance eine Petitesse.

Auch interessant: Coronavirus: Experten warnen - diesen Fehler begehen viele im Auto.

Audi S3: Das Auto spricht jetzt auch mit Ampeln

Schwer auf Zack ist das neue Infotainment-System. Mit einer zehn Mal höheren Rechnerleistung und LTE-Technik bietet das System jetzt neue Features wie zum Beispiel einen W-Lan-Hotspot. Auch die Navigation mit hochauflösenden Google-Satellitenbildern ist schneller, besser und zuverlässiger. Vor allem was die Echtzeit-Vorhersage bei der Verkehrsentwicklung angeht. Über die neue Car-to-X-Technologie informieren sich die Autos jetzt nicht nur untereinander, ab sofort ist auch die Kommunikation mit Ampeln möglich. In Städten wie Ingolstadt oder Düsseldorf etwa kann man damit auf der grünen Welle surfen, weil einem das System die dafür erforderliche Geschwindigkeit passgenau anzeigt.

Und das hat die Konkurrenz von VW drauf

Der neue Golf R wird so wie es aussieht mit 320 bis 333 PS auf die Straßen kommen. Mit rund 4,5 Sekunden ist der Spurt von 0 auf 100 km/h nicht nur zünftig, sondern sogar ziemlich zackig erledigt. Allrad ist gesetzt und die radselektive Drehmomentverteilung auf der Hinterachse dürfte für noch mehr Spaß und Stabilität sorgen. Der Preis dürfte bei etwa 47.000 Euro landen. 

Der Mercedes AMG A45 haut bis zu 421 PS raus

Der AMG A35 von Mercedes kostet in etwa das Gleiche, wartet ebenfalls mit einem Vierzylinder-Turbo auf und bringt 306 Pferdestärken (4,7 s von 0 auf 100) auf die vier Räder. Wenn es ein bisserl mehr sein darf – bitte sehr, der AMG A45 haut bis zu 421 PS und ein Drehmoment von 500 Nm raus. Damit fällt auch die 4-Sekunden-Marke beim Spurt auf 100 km/h. Und die 60.000er-Marke beim Preis.

Lesen Sie hier: Tesla muss zittern: BMW stellt nächste Woche neuen Elektro-Bulliden vor.

Am günstigsten ist der neue Cupra Formentor

Der M240i ist im Augenblick das Topmodell unter den BMW-Kompaktwagen – bis der neue M2 kommt, aber das dürfte noch dauern. Mit 340 PS und 500 Nm Drehmoment bewältigt er die Beschleunigung auf 100 in 4,6 Sekunden. Macht knapp 50.000 Euro für die Einstiegsvariante. Bleibt der Günstigste im Bunde: Der neue Cupra Formentor von Seat bringt es in der Spitzenvariante VZ auf 310 PS, er kostet ab knapp 44.000 Euro. 400 Nm Drehmoment powern unter der Haube. Der spanische Amigo ist aber auch der Langsamste im Bunde. 4,9 Sekunden von 0 auf 100.

Die wichtigsten Daten zum Audi S3 Sportback TFSI

Länge / Breite / Höhe4,35 / 1,98 / 1,44 Meter
Motor2,0 Liter-Benziner
Hubraum1.984 ccm
0-100 km/h / Speed4,8 Sekunden / 250 km/h
Normverbrauch7,4 l/100 km
PreisAb 46.302 Euro

So lautet unser Fazit zum neuen Audi S3

Der neue Audi S3 ist nicht unbedingt ein Statussymbol. Auch keines für Leute, die kein Statussymbol brauchen. Der S3 überzeugt durch seine Sporteigenschaften, die mehr als souverän sind. Kraftentfaltung und Fahrwerk sind Audi typisch knackig und stramm. Als Limousine bietet er ausreichend Platz und Komfort – und ist jetzt auch digital auf der Höhe seiner Zeit. (Rudolf Bögel) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Bis 1145 Liter passen in den Audi S3. Immer unter der Voraussetzung, dass die Rückbank ganz umgeklappt wird.

StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr

StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Das Verkehrszeichen für den Überholverbot dürfte allen Autofahrern bekannt sein. Dieses neue Straßenschild ist eine Abwandlung dessen. Es gilt explizit als Überholverbot von einspurigen Fahrzeugen. Das bedeutet in Straßenabschnitten, die mit diesem Verkehrszeichen ausgeschildert sind, dürfen mehrspurige Fahrzeuge (Autos, LKWs) keine Motorräder oder Fahrräder* überholen. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Auch dieses Straßenschild dient dem Schutz von Fahrradfahrern. Es markiert einen Bereich, der als Fahrradzone gilt. Das bedeutet für Autofahrer, dass sie ab diesem Schild maximal mit Tempo 30 km/h fahren dürfen. Außerdem dürfen sie den Radverkehr weder gefährden noch behindern. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Mal Hand aufs Herz: Vermutlich haben viele Radfahrer ohnehin von dieser Regelung Gebrauch gemacht - auch wenn sie bislang als Verstoß gewertet wurde. Jetzt ist das rechts Abbiegen an einer roten Ampel offiziell erlaubt - zumindest dort, wo der Grünpfeil für Radfahrer das kennzeichnet.Das gleiche Verkehrszeichen gibt es seit geraumer Zeit auch für Autofahrer. Doch es herrscht weiterhin noch viel Unwissenheit unter den Verkehrsteilnehmern bezüglich des Grünpfeils*. Denn korrekterweise muss man sich hierbei wie bei einem Stoppschild verhalten. Das bedeutet, das Fahrzeug muss zunächst vollständig anhalten und laut Straßenverkehrsordnung mindestens drei Sekunden stehenbleiben. Erst dann darf man bei einer roten Ampel rechts abbiegen, sofern kein anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet wird. Die gleichen Regelungen gelten auch für Radfahrer. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Dieses Verkehrszeichen kennzeichnet Radschnellwege unabhängig von der Beschaffenheit der Straße. Zum Beispiel bei sandigen Straßen soll so kenntlich gemacht werden, dass es sich um einen Radschnellweg handelt. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Mit diesem Straßenschild sollen künftig Bereiche für Lastenfahrräder freigehalten werden, wie etwa Parkbereiche, Abstellflächen oder Ladezonen. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Fahrzeuge von Carsharing-Diensten* müssen mit dieser Plakette an der Windschutzscheibe klar erkennbar sein. Der Firmenname sowie das Kennzeichen müssen darauf zu sehen sein. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
PKWs, LKWs, Fahrräder, Fußgänger: Die meisten Verkehrsteilnehmer haben ein entsprechendes Sinnbild für Verkehrszeichen. Ab sofort gibt es auch eins für Fahrgemeinschaften. Allerdings gibt es noch keine Bereiche, wo dieses zum Einsatz kommen könnte. Ähnliches gilt beim folgenden Verkehrsschild. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Auch Carsharing-Fahrzeuge bekommen ein eigenes Sinnbild. Es soll unter anderem in Parkbereichen eingesetzt werden, die für Carsharing-Autos bestimmt sind. © Bundesanstalt für Straßenwesen

Hier weiterlesen: Elektroautos: Alle Infos über Reichweite, Kosten, Förderung, Modell-Unterschiede.

Rubriklistenbild: © Graeme Fordham

Auch interessant

Kommentare