Schock in Wolfratshausen: Autofahrer gibt plötzlich Gas, erfasst Kind - und rast in Friseursalon

Schock in Wolfratshausen: Autofahrer gibt plötzlich Gas, erfasst Kind - und rast in Friseursalon

Auto in Waschstraße demoliert - Gericht stärkt Kundenrechte

+
Für die Sicherheit in der Waschanlage ist deren Betreiber zuständig. Foto: Armin Weigel

Paderborn (dpa) - In einer Waschstraße zieht ein Band die Autos automatisch nach vorne. Doch was, wenn sich ein Fahrzeug verhakt und das darauffolgende hineinkracht? Dann haftet der Betreiber der Waschanlage, befand das Landgericht Paderborn.

Der Betreiber einer Autowaschanlage haftet für Schäden an Fahrzeugen - und kann sich auch nicht damit herausreden, dass Sicherheits-Vorrichtungen zu teuer wären. Das hat das Landgericht Paderborn entschieden und damit die bisherige Rechtsauffassung gekippt. (Az. 5 S 65/14)

Konkret ging es um den Fall einer Autofahrerin, die in Paderborn in eine Waschstraße gefahren war, in der die Fahrzeuge auf einem Band durchgezogen werden. Allerdings blieb das Auto vor ihr stecken, während ihr eigenes Auto weiter nach vorne gezogen wurde. Die Frau hupte, doch das Personal reagierte nicht. Als die Fahrzeuge aufeinanderprallten, entstand am Auto der Klägerin ein Schaden von 1300 Euro.

Doch die Versicherung des Waschanlagenbetreibers wollte nicht zahlen. Automatische Vorrichtungen wie Lichtschranken oder Sensoranlagen, die solche Unfälle verhindern könnten, seien sehr teuer. Deshalb könne von Betreibern einer Waschanlage nicht erwartet werden, sie einzubauen. Auch mehr Aufsichtspersonal zu beschäftigen, wäre zu kostspielig. Die Versicherung verwies dabei auf die weit verbreitete Rechtsauffassung und bekam in erster Instanz vor dem Amtsgericht Paderborn recht.

Ganz anders urteilte dann die 5. Zivilkammer des Landgerichts Paderborn in der Berufungsverhandlung. Die Richter dort stärkten den Kunden den Rücken: Der Betreiber müsse gewährleisten, dass im Falle einer "offenkundig gefahrträchtigen Situation" das Laufband sofort abgeschaltet werde. Wenn entsprechende Sicherheitsmaßnahmen nicht vorhanden seien, müsse der Betreiber den Betrieb mit genügend Personal überwachen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Gelbe Autos: Woher der Blütenstaub kommt und wie Sie ihn loswerden
Gelbe Autos: Woher der Blütenstaub kommt und wie Sie ihn loswerden
Völlig verrückt: Mann mietet Einkaufszentrum für sein Auto
Völlig verrückt: Mann mietet Einkaufszentrum für sein Auto
Saftige Strafe: Aldi-Kundin erhält Knöllchen in Höhe von 280 Euro
Saftige Strafe: Aldi-Kundin erhält Knöllchen in Höhe von 280 Euro
Mit 126 km/h zu schnell: Raser erstmals von Gericht enteignet
Mit 126 km/h zu schnell: Raser erstmals von Gericht enteignet

Kommentare