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Autotür eingefroren: Warmes Wasser oder ein Enteiserspray – was hilft

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Von: Anne Hund

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Die Autotür geht nicht mehr auf? Das kann verschiedene Ursachen haben. Experten erklären, was dahinter steckt und wie Autofahrer in solchen Fällen handeln sollten.

Man will morgens zur Arbeit fahren, das Kind in den Kindergarten bringen oder muss zu einem wichtigen Termin. Doch am Auto ist das Türschloss eingefroren – ein Albtraum für jeden Autofahrer im Winter. Besonders schwierig wird‘s, wenn Betroffene in dem Moment kein Hilfsmittel zur Hand haben. Was tun?

Check für Autofahrer: Was ist festgefroren – Tür oder Schloss?

Zuerst sollten Sie in an Ort und Stelle abklären, ob wirklich das Türschloss eingefroren ist, oder ob die Gummiverdichtungen der Autotür aneinander festgefroren sind, rät der ADAC. Bei Autos mit Zentralverriegelung checken Sie das Schloss den Experten zufolge so: Wenn der Schlüssel in das Schlüsselloch passt und sich drehen lässt, die Tür jedoch nicht aufgeht, dann liegt es an den Gummiumrandungen der Tür, so der Tipp.

Sie sollten nun nicht an den Türen reißen, sondern von außen gegen die Autotür drücken, wie die Experten raten. So lasse sich mit etwas Geschick das Eis aus den Zwischenräumen der Dichtungen lösen. „Alternativ können Sie auch sanft gegen das Türblech klopfen.“

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Zugefrorene Autotür: So lässt sie sich wieder öffnen

Wenn das nicht hilft, gibt es vielleicht ja eine Beifahrertür, die sich - anders als die Fahrertür - noch öffnen lässt. „Denn wenn Sie im Auto sitzen, können Sie die jeweilige Tür von innen besser bzw. dosierter aufdrücken“, heißt es auf ADAC.de. Ganz wichtig: „Vor Fahrtantritt muss sich die Fahrertür für eventuelle Hilfeleistungen nach einem Unfall auch von außen öffnen lassen.“

Eine weitere Möglichkeit laut ADAC, wenn die Tür bei Eis und Schnee nicht mehr aufgeht: „Erhitzen Sie Wasser auf ca. 50 Grad und gießen Sie es dann vorsichtig rund um auf den Türrahmen. Verwenden Sie aber auf keinen Fall kochendes Wasser, es kann den Lack beschädigen. Und nicht über die Scheibe gießen: Der plötzliche Temperaturanstieg kann dazu führen, dass die Scheibe platzt oder reißt.“

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Lasse sich die Tür wieder öffnen, „sollten Sie die Türinnenseite und die Türdichtungen abtrocknen, um ein erneutes Einfrieren zu vermeiden“, heißt es weiter auf ADAC.de. Nicht vergessen: „Abschließend den nassen Boden mit Streusalz, Rollsplit oder Sand bestreuen, damit niemand auf der überfrorenen Wasserlache ausrutscht.“

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Vereistes Autoschloss: So wird es enteist

Ist wirklich das Türschloss zugeist, wirken am schnellsten spezielle Türschloss-Enteisersprays, wie etwa der TÜV Nord einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge erklärte. Die kleinen Plastikflaschen enthalten eine konzentrierte Defrosterlösung, die direkt ins Schlüsselloch gesprayt wird und das Eis nach kurzer Einwirkungszeit auflöst. Hauptbestandteil solcher Enteisersprays ist Alkohol, meist Ethanol oder Glykol, der das Eis zum Schmelzen bringt. Oft ist auch noch etwas Hydrauliköl zum Schmieren des Schlosses beigefügt. „Eine Alternative wäre auch das meist alkoholhaltige Desinfektionsmittel, das viele inzwischen ohnehin immer in der Manteltasche haben“, so der ADAC.

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Batteriegetriebene Autoschloss-Enteiser im Winter praktisch

Aber auch batteriegetriebene Autoschloss-Enteiser sind eine gute Lösung, die über einen ein- und ausfahrbaren Heizstift verfügen, der in kurzer Zeit mithilfe elektrischer Energie erhitzt und dann ins zugefrorene Schloss geschoben wird, um das Eis zu schmelzen. Diese Hilfen sollten Sie natürlich auf keinen Fall im Handschuhfach aufbewahren, sondern außerhalb des Fahrzeugs, wo sie im Winter schnell griffbereit sind.

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Autoscheibe zugefroren: Wann hilft ein Enteiserspray?

Und was, wenn die Scheiben am Auto zugefroren sind? Dann können zumindest bei dünnen oder mitteldicken Eisschichten Enteisersprays eine Alternative zum Kratzer sein. Sprühflaschen in haushaltsüblicher Größe gibt es schon für deutlich weniger als 10 Euro, allerdings gibt es durchaus spürbare Qualitätsunterschiede, manche Mittel tauen zwar das Eis, sorgen anschließend jedoch für Schlieren. Bei dickem Eis oder Schnee hilft das Taumittel allein zudem nicht weiter, wie manche Experten sagen. Dann müssen Autofahrer die Scheibe mit einem Eiskratzer befreien. (ahu) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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