In Rodaborn an der A9

Autobahnraststätte will Weltkulturerbe werden

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Die Autobahnraststätte in Rodaborn an der A9 soll Weltkulturerbe der Unesco werden.

Die Autobahnraststätte in Rodaborn an der A9 soll Weltkulturerbe der Unesco werden. Das klingt vielleicht ein wenig ausgefallen, doch der Imbiss hat eine lange Geschichte.

Die Betreiberin Christina Wagner wolle einen entsprechenden Antrag bei der Unesco in New York und Deutschland stellen, meldete der Sender MDR-Thüringen am Mittwoch in Erfurt. Nach Wagners Recherchen sei der kleine Imbiss an der Autobahn 9 Berlin-München nahe der Anschlussstelle Triptis wahrscheinlich die älteste Autobahnraststätte der Welt.

Das Haus war 1928 als Erholungsheim und Ausflugslokal errichtet worden, seit 1936 ist es Autobahnraststätte. Und damit wohl die auch die erste Autobahnraststätte in Deutschland.

Seit dem sechspurigen Ausbau der A9 trennt ein Zaun den traditionsreichen Imbiss vom Parkplatz. Wagner darf Kunden nur über den Zaun hinweg bedienen, selbst die Öffnung der vorhandenen Notfalltüren ist ihr untersagt. Deswegen befindet sich Wagner seit Jahren im Rechtsstreit mit den Behörden. Dagegen hatte sie Petitionen im Landtag und auf Bundesebene eingereicht, die aber abgelehnt wurden. Jetzt bleibe nur noch die Klärung auf europäischer Ebene, sagte die Betreiberin dem MDR.

Deutsche Autobahn: Rekorde und Mythen

REKORDE: Als älteste deutsche Autobahn gilt die Berliner Avus (Automobil-Verkehrs- und Übungs-Straße), erbaut zwischen 1913 und 1921. Die nur knapp 10 Kilometer lange Strecke zwischen den heutigen Ortsteilen Halensee und Nikolassee gilt damals als die weltweit schnellste Rennstrecke für Automobile. Mit ihrer geringen Länge ist sie aber eher ein Autobahn-Prototyp. © dpa
Die erste „echte“ gibt es in Deutschland seit dem 6. August 1932 zwischen Köln und Bonn, damals mit dem hübschen Namen „Nurautomobilstraße“, heute A555. Die erste Autobahn in Europa war sie aber nicht. Die bauten die Italiener 1924 von Mailand Richtung Varese (Ligurien) - schon damals mit Maut. © dpa/Wolfgang Weihs
Blick auf die erste Autobahnanschlussstelle Europas in Wesseling vor der Eröffnung (Archivfoto von 1932). © dpa
Das Archivbild des Landschaftsverbandes Rheinland zeigt die Feier zur Eröffnung von Europas erster Autobahn in Köln im August 1932. In den Bau der jetzigen A 555, die Köln und Bonn verbindet, wurden während der dreijährigen Bauarbeiten 8,6 Millionen Reichsmark investiert. © dpa
HITLERS AUTOBAHNEN: Historiker haben belegt, dass am Autobahnmythos der Nationalsozialisten („Straßen des Führers“) kaum etwas dran ist. Die vermeintliche Tatsache, dass Hitler die erste deutsche Autobahn erbaut habe, ist eine NS-Propagandalüge. Denn das war 1932 Konrad Adenauer, damaliger Oberbürgermeister von Köln. Mit den Worten „Jeben Se Jas“eröffnete Adenauer die erste Autobahn. © dpa
Zwar wurden zwischen 1933 und 1942 rund 3860 Kilometer Autobahnen medienwirksam eröffnet. Die Planungen stammten aber bereits aus den 1920er Jahren. Die Nazis hätten es auch nicht geschafft, die versprochenen 600 000 Arbeitsplätze im Autobahnbau zu schaffen, schreiben Forscher. Mehr als 250 000 Menschen seien zu keinem Zeitpunkt beschäftigt gewesen.  © dpa
LÄNGE: Unter den nationalen Autobahnen hält Australien den Weltrekord. Rund 14.500 Kilometer misst der „National Highway“, der den gesamten Kontinent umrundet. © dpa
Deutschland als Transitland punktet dagegen mit einem dichten Netz vieler Autobahnen, das heute rund 12 845 Kilometer umfasst. Obwohl Autobahnen damit nur einen Anteil von sechs Prozent an allen Fernstraßen haben, rollt über sie fast ein Drittel des Gesamtverkehrs. Zwischen 2001 und 2011 wurden in Deutschland noch einmal rund 1000 Kilometer Autobahnen für mehr als 12 Milliarden Euro neu gebaut. © dpa
KULTURGUT AUTOBAHN: Ein heiteres Denkmal setzte die Düsseldorfer Elektronik-Band „Kraftwerk“ den Autobahnen 1974. Auf dem Album „Autobahn“ machte der Titelsong Furore - gekürzt sogar bis in die US-Hitparade. Der Refrain „Wir fahr'n fahr'n fahr'n auf der Autobahn“ hatte nicht nur Blödel-Potenzial. Er drückte auch das aus, was sich bei langen Autobahnfahrten einstellen kann: Langeweile und Monotonie. © dpa

KNA/ml

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