Auto-Streit

Zu hoher Spritverbrauch berechtigt zur Rückgabe 

+
Autokäufer dürfen Vertrag bei zu hohem Verbrauch annullieren.

Hamm - Tanken ist für Autofahrer oft eine teurer Sache. Kein Wunder, das viele Hersteller mit dem Verbauch ihrer Modelle werben. Doch was tun, wenn der Neuwagen viel mehr schluckt?  

Der Spritverbrauch ist mittlerweile ein durchschlagendes Kriterium für Neuwagen-Käufer. Ein geringer Durst schont schließlich zum einen die Umwelt und den Geldbeutel. Auch die Hersteller haben das entdeckt. In ihren Prospekten geben sie Kraftstoffverbrauchswerte an, die in einem standartisierten Messverfahren auf dem Rollenprüfstand ermittelt werden. Dabei fahren Autos die meiste Zeit mit geringer Geschwindigkeit bis 50 Stundenkilometer und kurz mal das Maximaltempo 120. In der Wirklichkeit verbauchen die meisten Fahrzeuge mehr.

Doch wenn ein Neuwagen deutlich mehr Kraftstoff verbraucht als versprochen, darf der Kunde von dem Kaufvertrag zurücktreten. Das hat das Oberlandesgericht Hamm in einem am Donnerstag veröffentlichten, rechtskräftigen Urteil entschieden.

Vor drei Jahren wollte der Kläger des Verfahrens einen Kaufvertrag annullieren, weil der Verbrauch seines Neuwagens um mehr als zehn Prozent höher war, als in dem Verkaufsprospekt angegeben. Ein vom Gericht bestellter Gutachter hat das bestätigt. Die Richter gaben dem Autofahrer recht. Der Händler muss den Kaufpreis zurückzahlen, abzüglich eines Betrages für die zwischenzeitliche Nutzung des Autos durch den Kläger. (Az: I-28 U 94/12).

Klimakiller? Was es aus dem Auspuff bläst 

Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Autos stoßen bei laufendem Motor giftige und klimaschädliche Stoffe aus. Deshalb hat der Gesetzgeber Grenzwerte für Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOX), Kohlenwasserstoffe (HC) und Rußpartikel (PM) festgelegt. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Ab September 2009 müssen Hersteller bei der Entwicklung neuer Autos die Abgasnorm Euro 5 einhalten. Seit Januar 2011 müssen auch alle neu zugelassenen Wagen Euro 5 erfüllen. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Konkret heißt das: Benziner dürfen zum Beispiel maximal 1 Gramm CO (Kohlenstoffmonoxid) pro Kilometer ausstoßen, Diesel nur die Hälfte. Der Grenzwert für Rußpartikel beim Diesel liegt bei 5 Milligramm je Kilometer. Übrigens, die Euro-4-Norm hatte noch das Fünffache 25 Milligramm zugelassen. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Anfang September 2011 wurde als Zwischenschritt die Rußmenge, die ein Auto ausstoßen darf, weiter reduziert - auf 4,5 Milligramm. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Ab September 2014 müssen alle neu zugelassenen Autos Euro 6 erfüllen. Diese Norm betrifft laut dem TÜV Nord in erster Linie Diesel: Der Grenzwert für Stickoxide, die neue Fahrzeugtypen mit Selbstzündern ausstoßen dürfen, wird auf weniger als die Hälfte des derzeitig gültigen Werts gesenkt - nämlich von 180 Milligramm pro Kilometer (Euro 5) auf 80 Milligramm (Euro 6). © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Kohlenmonoxid (CO): Kohlenmonoxid ist ein Gas, das schon in geringen Mengen sehr giftig ist. Es entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Verbindungen, wenn nicht genügend Sauerstoff vorhanden ist. Die meisten Abgase entstehen im Leerlauf, also wenn ein Auto an einer Ampel wartet. Während des Fahrens wird hingegen wieder genügend Sauerstoff zugeführt und die CO-Konzentration sinkt wieder. © dpa
Stickoxide (NOX): Die Partikel sind u.a. schädlich für das Ozon. Stickoxid ist ein Sammelbegriff für Verbindungen aus Stickstoff und Sauerstoff, die besonders bei hohen Brennraumtemperaturen und -drücken im Motor entstehen. NOX war der Hauptgrund für die Erfindung des Katalysators. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Kohlenwasserstoffe (HC): In den Autoabgasen befinden sich neben den Verbrennungsprodukten unverbrannte Bestandteile des Benzins, wie das krebserregende Benzol, ein sogenannter "Kohlenwasserstoff". © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Rußpartikel (PM) gelangen vor allem aus den Auspuffrohren von Dieselmotoren. Durch die Einführung der sogenannten Feinstaubverordnung wird die Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen nach der Höhe ihrer Partikelemission bundesweit einheitlich geregelt. © dpa
Auspuff Auto Schadstoffe
Übrigens ist während der morgendlichen Rush-hour zwischen sieben und acht Uhr der Kohlenmonoxidgehalt der Luft am höchsten. Autofahrer auf stark frequentierten Pendler-Routen atmen mehr Kohlenmonoxid, Benzol und Dieselruß ein als etwa ein erwachsener Fußgänger. © dpa
Die Konzentration der Schadstoffe ist nämlich im Auto um ein mehrfaches höher als auf dem Fußgängerweg. Sie gelangen durch die Lüftung in das Wageninnere, im Stau werden von der Klimaanlage sogar die Abgase des eigenen Autos angesaugt. © dpa

dpa/ml

Auch interessant

Meistgelesen

Dreiste Porsche-Fahrerin: Zuerst versperrt sie Rettungswagen den Weg - und setzt einen oben drauf
Dreiste Porsche-Fahrerin: Zuerst versperrt sie Rettungswagen den Weg - und setzt einen oben drauf
Ehepaar verbringt drei Minuten im Auto auf Parkplatz - mit bösen Folgen
Ehepaar verbringt drei Minuten im Auto auf Parkplatz - mit bösen Folgen
Diese Autos werden am häufigsten gestohlen - ist Ihres dabei?
Diese Autos werden am häufigsten gestohlen - ist Ihres dabei?
Die Wankel-Mutigen: Vor 50 Jahren präsentierte Mercedes den Sportwagen C 111
Die Wankel-Mutigen: Vor 50 Jahren präsentierte Mercedes den Sportwagen C 111

Kommentare