Edel-BMW des Buchloer Herstellers

BMW Alpina B7: Biturbo mit Schub wie ein Düsenjet – so viel Tempo steckt in der Limousine

BMW Alpina B7 blau
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Donnervogel aus Buchloe. Nur, wer genau hinsieht erkennt den B7, zum Beispiel am Alpina-Schriftzug unter dem Kühlergrill.

Noch edler als ein 7er BMW ist ein 7er BMW von Alpina. Aber nicht nur das. Er ist auch schneller. Bei diesem Tempo heben normalerweise Passagierflieger ab.

  • Biturbo und 608 PS – damit rennt der B7 in 3,6 Sekunden auf 100.
  • Auch über 250 packt der Edel-Siebener noch mal den Hammer aus.
  • Reine Nervenfrage, ob man das Top-Tempo von 330 km/h schafft.

Das ist schon ein ordentlicher Batzen Geld, der da vor einem steht. Manch einer kauft sich davon eine kleine Eigentumswohnung. Nicht gerade in Frankfurt, Hamburg oder München. Aber andernorts soll man mit 155.200 Euro immer noch zu den eigenen vier Wänden kommen.

BMW Alpina B7: Sogar die Reifen sind eine Spezialentwicklung

Beim Alpina B7 sind es die eigenen vier Räder. Und was für welche. Jeder Reifen ist nämlich maßgeschneidert. Für jeden Alpina wird mit einem Hersteller genau ein Modell entwickelt – aber das passt dann auch wie die Faust aufs Auge. Denn: „50 Prozent des Fahrwerks machen die Reifen aus“, sagt einer der drei Firmenchefs Andreas Bovensiepen. Beim B7 sind es vorne 255er und hinten 295er auf wahlweise 20- oder 21-Zoll Felgen. Das ist echte Sportwagen-Finesse. Denn die größeren Pneus (übrigens von Michelin) hinten erhöhen die Fahrstabilität und die Traktion. Gerade im Alpina 7er ist das eine gute Idee. Der intelligente Allradantrieb verschiebt die Power im Sport-Plus-Modus nämlich zu 85 Prozent an die Hinterachse. Da ist Grip eine feine Sache, damit sich der Gummi nicht in Schall und Rauch auflöst.

Der Unterschied zum 7er: Am Lenkrad prangt das Alpina-Zeichen, auf der Mittelkonsole eine Chromplakette mit Produktionsnummer.

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Alpina B7-Praxistest auf über 1000 Kilometern Autobahn

Fahrstabilität – das ist bei vielen Herstellern eine genauso gern genommene wie auch oft leere Floskel. So wie die sprichwörtliche „Agilität“ und „jede Menge Fahrspaß“. Wenn die Alpinas aus Buchloe so eine Ansage machen, dann ist sie belastbar. Das zeigt auch unser Praxistest, bei dem wir den B7 terminbedingt über 1.000 Kilometer deutsche Autobahnen scheuchen und sogar noch die ein oder andere Teilstrecke finden, bei der es kein Tempolimit gibt. Autobahn deshalb, weil der B7 die klassische Reise-Limousine für die gehobene Klientel ist, die beruflich viel unterwegs ist.

Vier Auspuffrohre, dezenter Heckspoiler und Diffusor: Auch von hinten macht der Alpina B7 nicht unbedingt auf dicke Hose.

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Spurwechsel bei Tempo 200 – der B7 Alpina liegt wie ein Brett

Stabil zeigt sich die 5,27 Meter lange und knapp 2,2 Tonnen schwer Limousine in jeder Lebens- und Straßenlage. Ob beim plötzlichen Spurwechsel über Tempo 200 oder beim abrupten Abbremsen, weil jemand noch schnell einen Lkw überholen will – nie hat man der Fahrer das Gefühl, es könnte ihn die Herrschaft über das Fahrzeug entgleiten. Beruhigend, denn schließlich ist der B7 auch nicht abgeregelt wie die meisten Limousinen. Auch ab Tempo 250 packt der Alpina sogar noch mal den Hammer aus und beschleunigt mühelos bis 270. Noch 20 km/h mehr – bis Tempo 290, dann geben wir mit schweißnassen Händen und pumpendem Herzen auf. Die Spitze von 330 km/h – das wollten wir nicht mehr ausprobieren. Vielleicht mal auf einem abgesperrten Streckenabschnitt, aber nicht unter Live-Bedingungen. Vermutlich geht es vielen Alpina*-Kunden so. Sie schätzen zwar die Firmen-Philosophie, dass kein Produkt aus dem Hause Bovensiepen bei der Endgeschwindigkeit von der Elektronik gezähmt wird. Oft genügt aber schon das Wissen, dass man kann, wenn man will, aber nicht muss. Das ist so wie mit dem Auto-Quartett früher. Da genügte auch die Ansage, dass man die meisten PS unter der Haube hatte, um zu gewinnen.

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Edles Leder, fein gesteppte Nähte, und alles Handarbeit. Der Original-BMW wird bei BMW entkernt und neu bestückt.

BMW B7 Alpina – nicht nur die 608 PS machen Spaß

Apropos PS: Sie sind reichlich vorhanden. 608 Pferdchen wurden bei der letzten Volkszählung unter der Motorhaube eruiert. Sie entspringen dem kerniger 4,4-Liter-Motor von BMW – einem V8 mit Biturbo. Beim B7 ist der aber deutlich nachgeschärft. Zum einen mit größeren und verbesserten Turboladern, zum anderen mit einem ausgeklügelten Kühlsystem. Das wirklich Beeindruckende ist das Drehmoment des Motors. Nicht nur dass es 800 Newtonmeter (Nm) entfesselt, sondern dass es schon ab 2000 Umdrehungen pro Minute (U/min) zur Verfügung steht. Damit powert der B7 schon von unten heraus, ohne dass man das Gaspedal gleich voll durchdrücken muss. Souverän fühlt sich das an, kraftvoll und kultiviert. Und gar nicht so krass wie es die bloße Anzahl von 608 PS vermuten lässt. Hat der Achtzylinders erst einmal die 800 Nm geschafft, bleibt er bis 5000 U/min auf diesem Niveau. Ein langanhaltender Leistungshöhepunkt, der wirklich Freude bereitet.

Automatik schaltet so schnell, dass kaum Kraft verloren geht

Vergnügen bereitete auch die Achtgang-Automatik, die Alpina technisch aufgerüstet und noch zugespitzt hat. Zwischen komfortabler Auslegung und höchsten Ansprüchen bei sportlicher Fahrweise liegen Welten. Im Sportmodus Plus schaltet das Getriebe so dynamisch, dass es kaum eine Momentrücknahme gibt. Übersetzt heißt das: Die Gänge werden so schnell eingelegt, dass kaum Kraft verloren geht.

Beim B7 handelt es sich um die Langversion des 7er BMWs. Das ist wichtig für den US-Markt. Hier schätzt man große Limousinen.

Im Komfortmodus lässt der BMW B7 Alpina einfach einen Gang weg

Das genaue Gegenteil davon ist der Comfort-Plus-Modus: Hier wird im zweiten Gang angefahren, damit der Fahrer mit einem Höchstmaß an fahrdynamischer Wellness verwöhnt wird. Zum Wohlbefinden tragen die aktive Hinterachslenkung (bis drei Grad geht sie mit) und die 2-Achs-Luffederung bei, die von windelweich bis bretthart verstellt werden kann. Maximal stehen 35 mm zur Verfügung. Ab Tempo 230 senkt sich die Karosserie automatisch um 15 Millimeter ab. So wird der Luftwiderstand verringert und der Anpressdruck erhöht. Die Spreizung zwischen sportlich und komfortabel wird beim B7 von Alpina von der Sportabgasanlage aus Edelstahl stilgerecht orchestriert. Vom leisen Brummen bei niedrigen Drehzahlen bis hin zum heiseren aber nie aufdringlichem Trompeten, wenn die volle Leistung abgerufen wird. Dieser Sound, das ist Musik in den Ohren für alle, die auf Understatement stehen. Denn für solche Menschen ist der Alpina gemacht: Das Sein schlägt hier den Schein. Und zwar um Längen.

  • Technische Daten BMW Alpina B7
  • - Länge / Breite / Höhe: 5,27 / 1,90 / 1,49 Meter
  • - Motor: 4,4 Liter-Benziner, acht Zylinder
  • - Leergewicht / Zuladung: 2.180 / 670 kg
  • - Hubraum: 4.395 ccm
  • - Motor: 4,4 Liter-Benziner, acht Zylinder
  • - Hubraum: 4.395 ccm
  • - max.Leistung: 447 kW / 608 PS bei 5.500 - 6.500 U/min
  • - max.Drehmoment: 800 Nm bei 2.000 - 5.000 U/min
  • - Achtgang-Sport-Neungang-Automatik, Allradantrieb
  • - 0-100 km/h: 3,6 Sekunden
  • - 0-200 km/h: 11,9 Sekunden
  • - Spitze: 330 km/h
  • - Normverbrauch: 11,6 l/100 km
  • - CO2-Emission: 264 g/km
  • - Preis: ab 155.200 Euro

Rudolf Bögel *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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