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Bringen ultraleichte Miniautos die Elektromobilität endlich in Schwung?

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Der Renault Twizy ist aus ökologischer Sicht ein vergleichsweise vernünftiges Mobil. Viele Twizy hat Renault in den vergangenen sieben Jahren allerdings nicht verkauft.

Mit dem Elektro-Auto fremdelt der deutsche Autofahrer noch. Zu groß, zu teuer. Können Leichtelektromobile die Bedenken beiseiteschieben?

Die Elektromobilität kommt im Pkw-Bereich allmählich ins Rollen. Dieser Paradigmenwechsel in der Antriebstechnik wird oftmals als große Chance für das Klima verkauft. Allerdings handelt es sich bei den E-Autos zumeist um große und dank riesiger Batterien auch schwere Autos, die eigentlich unnötig viel Energie verbrauchen.

Elektro-Autos sind meistens überdimensioniert

Trotz ihrer Emissionsfreiheit sind die Fahrzeuge für die meisten Aufgaben eigentlich überdimensioniert. Schon seit längerer Zeit gibt es alternativ auch ultraleichte Miniautos, die sich umwelttechnisch viel besser für den individuellen Nahverkehr eignen. Gehäuft werden diese auch elektrisch angetrieben. Allerdings werden die Leichtelektromobile (LEM) wohl eine Randerscheinung bleiben, wenngleich einige künftige Vertreter dieser Gattung möglicherweise erfolgreicher als die bisher verfügbaren Modelle sein könnten.

LEMs werden in die zwei Zulassungsklassen L6e und L7e unterteilt. Es handelt sich in beiden Fällen um vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge, deren Bauart sich irgendwo zwischen einem Elektrozweirad und echten Elektro-Autos einordnen lässt. Oftmals handelt es sich bei den modernen Varianten um Fahrzeuge, die technisch von Motorroller oder Quadkonstruktionen abgeleitet wurden.

In der Regel sind es zweisitzige Fahrzeuge, die über eine Windschutzscheibe und ein Dach verfügen. In einigen Fällen gibt es Einstiegstüren, andere Konstruktionen bleiben zu den Seiten offen. Grundsätzlich sind bei diesen Fahrzeugen die Sicherheitsstandards deutlich niedriger als für echte Pkw. Dennoch besteht für LEM keine Helm-, dafür aber eine Gurtpflicht. Auf Errungenschaften wie Airbags oder ESP muss man hingegen verzichten.

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Sind Leichtelektromobile eine gute Alternative zum Elektro-Auto?

In Verzicht üben sich die LEMs auch in puncto Leistung. In der Klasse der bis zu 350 Kilogramm schweren L6e ist eine Motorleistung von maximal 4 kW/5,4 PS sowie eine Maximalgeschwindigkeit von 45 km/h erlaubt. Diese können bereits mit den Führerscheinklassen S oder AM gefahren werden, was übrigens in einigen Bundesländern schon ab 15 Jahren erlaubt ist. In der Kategorie L7e, die bis 400 Kilogramm schwer sein dürfen, sind als Höchstleistung 15 kW/20 PS erlaubt, ein Limit der Geschwindigkeit gibt es nicht.

Entsprechend dürfen L7e-Fahrzeuge erst mit dem Pkw-Führerschein der Klasse B gefahren werden. Das höhere Leistungsniveau der L7e-Fahrzeuge erlaubt ein Mitschwimmen im Stadtverkehr, während Vertreter der auf 45 km/h reglementierten Schwesterkategorie von anderen Autofahrern meist als Hindernisse wahrgenommen werden. Fahrzeuge der Klasse L7e erreichen in der Regel Höchstgeschwindigkeiten auf hohem zweistelligem Niveau. Überlandfahrten sind also möglich. Allerdings sind die Batterien für längere Touren ein Problem, denn jenseits von 100 Kilometer wird es bei den meisten Vertretern der Zunft schon eng.

Erfahren Sie hier: Wasserstoffautos: Ist Elektro gar nicht die Zukunft?

Leichtelektromobile: Die Reichweite lässt zu wünschen übrig

Die bescheidenen Reichweiten sind den vergleichsweise klein dimensionierten Batterien geschuldet, die vor allem auch angesichts der Einschränkungen beim zulässigen Gewicht nicht allzu üppig ausfallen dürfen. Dafür sind LEMs im Gegenzug sehr sparsam, was sie vor allem aus ökologischer Sicht interessant macht, denn in der Regel verbrauchen sie nur halb soviel Energie wie etwa ein regulärer E-Pkw und sogar deutlich weniger als ein Pkw mit Verbrenner.

Kommt ein Renault Twizy 80 mit acht Kilowattstunden auf 100 Kilometer aus, braucht ein Nissan Leaf etwa 16. Für einen VW Golf mit Benzinmotor, der rund sechs Liter auf 100 Kilometer konsumiert, wären es umgerechnet in Energiemenge rund 50 kWh. Wer also in der Stadt lebt und kurze Wege fahren muss, findet in den LEMs besonders klimafreundliche Alternativen.

LEMs sparen nicht nur Energie, sondern auch Geld

Nicht nur im Unterhalt, auch in der Anschaffung sind sie meist vergleichsweise günstig. Den besagten Renault Twizy kann man schon für rund 7.000 Euro neu bekommen, während selbst die günstigen Elektro-Pkw in der Regel mehr als 20.000 Euro kosten. Wer also umsteigen will auf diese E-Mobilität, kann dies mit einem LEM zu recht überschaubaren Kosten.

Auch wenn die Vorteile dieser Gattung klar auf dem Tisch liegen, werden LEMs in Deutschland weiter eine Randerscheinung bleiben. Als etwa Renault den Twizy 2011 auf den Markt gebracht hat, waren Medienecho und öffentliches Interesse groß, die Verkaufszahlen blieben indes klein. Mehr als 5.000 Exemplare sind in Deutschland bislang nicht zusammengekommen. Auch andere Modelle von Nischenanbietern wie Aixam oder Ligier fristen hierzulande seit vielen Jahren ein absolutes Exotendasein.

Von A wie Akku bis Z wie Zeitdauer: Das große Glossar rund ums Elektro-Auto.

Leichtelektromobile sind im Kommen

Dennoch ist aktuell etwas Bewegung in der Szene. So arbeitet der Tretroller-Hersteller Micro weiterhin an seinem Isetta-Klon Microlino der Zulassungsklasse L7e, dessen Marktstart sich allerdings noch ein wenig hinziehen dürfte. Eine andere spannende Alternative könnte ein e-Carver genanntes L6e-Fahrzeug aus Holland werden. Es handelt sich um einen Kabinenroller für zwei Personen, der lediglich 8.000 Euro kosten soll. Dank einer ausgeklügelten Neigetechnik verspricht der Carver besonderen Kurvenspaß. LEMs müssen nicht nur dröge Verzichtmobile sein.

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Mario Hommen/SP-X

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