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Wohnmobile weiter gefragt: Müssen Camping-Fans mit längeren Lieferfristen in der Corona-Pandemie rechnen?

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Die Nachfrage nach Wohnmobilen war 2020 enorm. Auch für dieses Jahr rechnen Experten mit erhöhter Nachfrage.
Die Lust aufs Camping scheint ungebrochen. © dpa/ Hauke-Christian Dittrich (Archivbild/Symbolbild)

Reisemobile sind in der Corona-Pandemie nach wie vor gefragt, doch Probleme in den Lieferketten haben zum Zulassungseinbruch geführt. Experten schildern die Hintergründe.

Jetzt hat es auch die Hersteller von Reisemobilen und Wohnwagen erwischt: Die Zulassungszahlen der Freizeitfahrzeuge* sind im November massiv eingebrochen. Lediglich 5.183 Einheiten bedeuten ein Minus von 13,2 Prozent für eine Branche, die sich seit Jahren über Zuwachsraten im oft zweistelligen Prozentbereich freuen konnte. Besonders stark befinden sich die Wohnwagen mit nur 1.018 abgesetzten Exemplaren im Sinkflug, das sind 29,8 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahresmonat. Und selbst die Wohnmobile, die durch die Pandemie ja noch einen kräftigen Nachfrageschub erhalten haben, sind mit 4.165 Einheiten deutlich ins Minus (- 7,9 Prozent) gedreht.

Während damit bereits nach elf Monaten klar ist, dass die Wohnwagen (24.089 Einheiten, minus 13,3 Prozent) mit einer negativen Jahresbilanz abschließen werden, ist bei den Wohnmobilen aufgrund der starken Zuwächse in den vergangenen Monaten immer noch ein Gesamtplus von 6,4 Prozent (77.719 Einheiten) gegenüber dem Vorjahr übriggeblieben. Selbst bei einem ähnlich desaströsen Dezember dürfte zum Jahresende damit immer noch das Vorjahresergebnis leicht übertroffen werden und somit dennoch der nächste Allzeit-Rekord gefeiert werden. Für die Gesamtzulassungen der Freizeitfahrzeuge, die nach elf Monaten bei 101.808 Exemplaren (+ 0,9 Prozent) liegen, dürfte das schon nicht mehr zutreffen.

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Campingmobile gefragt – Caravaning-Verband berichtet von Lieferkettenproblemen

Natürlich haben jetzt nicht auf einen Schlag alle Deutschen, die vielfach erst neu erworbene Lust am Caravaning verloren. „Die Auftragslage ist unverändert hoch“, erläutert Daniel Onggowinarso, der Geschäftsführer des deutschen Caravaning-Verbandes CIVD. „Aber die Lieferkettenprobleme sind zum Teil dramatisch.“ Es mangelt an allem. Das beginnt schon bei den Fahrgestellen, wo besonders bei Marktführer Fiat, der aufgrund des aktuellen Halbleitermangels sogar schon die Produktion aussetzen musste, die Lieferung des stark nachgefragten Ducatos massiv ins Stocken geraten ist. Das trifft wegen Rohstoff-Verknappung aber auch auf zahlreiche Zulieferteile zu. Rund 7.000 Fahrzeuge sollen bei den Herstellern halbfertig auf Halde stehen und auf die fehlenden Fenster, Kühlschränke oder Toiletten zur Fertigstellung warten. 

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Corona-Krise: Zum Teil längere Lieferfristen für bestellte Wohnmobile

Für die zahlreichen, bereits bestellten Wohnmobile verlängern sich somit die Lieferfristen noch weiter. Wann sich diese Situation wieder normalisiert, dazu wagt im Moment niemand eine Prognose abzugeben. Zur Panik besteht aktuell aber noch kein Anlass, denn einmal kann der Zulassungsrückgang im Vergleich zur Entwicklung im Pkw-Markt sogar noch als moderat bezeichnet werden und zudem sind die vollen Auftragsbücher ein beruhigendes Polster, mit dem die Zwangspause für das Wachstum überbrückt werden kann. Michael Lennartz/SP-X /ahu *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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