Epidemiegesetz stoppt Messe

Wegen Coronavirus: Große Automesse fällt ins Wasser

Die Absage von Großveranstaltungen geht weiter: Nach den ersten Coronavirus-Fällen in der Schweiz findet der Genfer Autosalon dieses Jahr nicht statt.

  • Der Schweizer Bundesrat verbietet vorerst Großveranstaltungen.
  • Veranstalter Palexpo sagt den Genfer Automobilsalon ab.
  • Die verkauften Eintrittskarten für die Messe werden zurückerstattet

Genf - Vom 5. bis 15. März sollte der Genfer Autosalon dieses Jahr zum 90. Mal stattfinden. Dazu wird es nicht kommen. Nach den ersten Coronavirus-Fällen in der Schweiz beschloss der Bundesrat am 28.2, alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen zu untersagen. Dieses Verbot gilt vorerst bis zum 15. März. Der Veranstalter des Genfer Autosalons, Palexpo, sagte daraufhin die Messe nun ab. 

Coronavirus: Schweiz erlässt Verbot für Großverunstaltungen

Die Verfügung des Bundesrates* kam erst drei Tage, bevor die Messe für die Pressevertreter am 3. März die Türen öffnen sollte. Die Grundlage für den Beschluss des Bundesrates ist das Schweizer Epidemiegesetz.

Bei der Pressekonferenz zur diesjährigen Ausgabe des Genfer Autosalons vor einer Woche sah es noch nicht danach aus, dass eine solche Maßnahme sich abzeichnen könnte. Nun aber ging es Schlag auf Schlag. Wie bild.de berichtet, hatten sich hinter den Kulissen die großen Autohersteller bereits abgesprochen, der Messe fernzubleiben. Demnach hatten sie vor, am Freitagnachmittag die Absage ihrer Teilnahme zu verkünden. Die Bild berichtet außerdem, dass einige Mitarbeiter aus dem Bereich Messebau und Öffentlichkeitsarbeit bereits am Donnerstag damit begonnen hatten, Genf zu verlassen, um einer etwaigen Quarantäne vorzubeugen. 

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Auf die Automessen kommen ungewisse Zeiten zu

In der Absage des Autosalon Genf spiegeln sich auch die allgemeinen Probleme der Automessen wider. Sie verlieren in der digitalen Zeit an Bedeutung. Auch ohne den Genfer Autosalon werden die Hersteller ihre Neuerscheinungen dem Publikum medienwirksam präsentieren können. Es wird sich nun zeigen, ob sich der Ausfall einer Messe für die Hersteller überhaupt negativ auswirkt. So ist die nicht stattfindende Schweizer Automesse auch ein Probelauf für die Hersteller. 

Die großen Automessen geraten aktuell mehr und mehr unter Druck. Auf der IAA 2019 hagelte es Absagen der Hersteller. Auch dem Genfer Autosalon wollten Land Rover, Ford und der gesamte PSA-Konzern von Anfang an fernbleiben. Laut autobild.de hätten in Genf bereits knapp 20 Marken gefehlt. Und es ist nicht anzunehmen, dass diese bei einem möglichen Nachholtermin auftreten werden. Wahrscheinlicher ist, dass noch mehr Hersteller sich zurückziehen - schließlich ist die Teilnahme an einer Messe für jeden Hersteller mit enormen Kosten verbunden. Mehr und mehr Autobauer könnten in Zeiten der Digitalisierung auf die Teilnahme an den opulenten Veranstaltungen verzichten. Die Probleme der großen Automessen werden also auch ohne das Coronavirus immer greifbarer.

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Jeden August wird bei der "Monterey Car Week" ein kleines kalifornisches Fischerdorf zum Zentrum für Klassik-Fans.
Jeden August wird bei der "Monterey Car Week" ein kleines kalifornisches Fischerdorf zum Zentrum für Klassik-Fans. © Fabian Hoberg
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Das "Goodwood Revival" im Süden Englands macht automobile Historie greifbar. © Fabian Hoberg
Auf Schloss Dyck bei Mönchengladbach finden immer Ende Juli die "Classic Days" statt.
Auf Schloss Dyck bei Mönchengladbach finden immer Ende Juli die "Classic Days" statt. © René Hey
Ein Skoda Spartak aus dem Jahr 1956: Die Oldtimer-Messe "Techno Classica" in Essen bietet eine große Anzahl an historischen Fahrzeugen.
Ein Skoda Spartak aus dem Jahr 1956: Die Oldtimer-Messe "Techno Classica" in Essen bietet eine große Anzahl an historischen Fahrzeugen. © Marcel Kusch
Auch Oldie-Motorräder gibt es bei den "Classic Days" auf Schloss Dyck bei Mönchengladbach zu sehen.
Auch Oldie-Motorräder gibt es bei den "Classic Days" auf Schloss Dyck bei Mönchengladbach zu sehen. © Ralph Lueker

Arne Roller

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