Fahrbericht

Gut gebrüllt Porsche: Der neue Cayenne GTS hat mehr Zylinder, mehr PS & besseren Sound

Porsche Cayenne GTS Pressebild
+
Der neue Porsche Cayenne GTS verfügt über einen Achtzylinder-Motor und weiß diesen einzusetzen.

Porsche pfeift auf Downsizing. Den Cayenne GTS gibt es wieder als Achtzylinder. Ein Urvieh, das dank der neuen Auspuffanlage richtig brüllt.

  • Mit 460 PS legt der neue Porsche Cayenne noch eine Schippe drauf.
  • Er ist um 0,6 Sekunden und 8 km/h schneller als sein Vorgänger.
  • Neuer satter Soundtrack für den Sportauspuff.

Drei Dinge muss ein Sportwagen von Porsche neben dem Logo* haben, um ein echter Porsche zu sein. Einen unschlagbaren Motor, ein kompromissloses Fahrwerk und einen unverwechselbaren Klang. In allen drei Disziplinen schlägt sich der neue Cayenne GTS prächtig. Beim Motor sowieso. Nach dem auch nicht gerade lahmen Vorgängermodell, das mit nur sechs Töpfen auskommen musste, läuft der neue Cayenne nun wieder mit acht Brennkammern auf. Das fühlt sich nicht nur besser an, sondern bringt auch 20 PS und ein Drehmoment von 20 Nm mehr. 

Der neue Cayenne GTS: Porsche entfesselt die Urgewalt

460 PS und 620 Nm - das ist schon eine Urgewalt, die an allen vier Rädern des 2,1-Tonners zerrt. Macht 4,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Damit ist er immerhin 0,6 Sekunden schneller als sein Vorgänger. Dieser Cayenne hat schon fast so viel Pfeffer wie das Turbo-S-Modell. So richtig entdeckt man den Spaßfaktor des 4,0-Liter-Biturbo-Motors aber nicht auf der Geraden, sondern erst auf einer Testfahrt durch Berg und Tal. Zum Beispiel durch die schwäbische Alb. Ob beim Überholen auf den vielen atemberaubend kurzen Geraden oder beim lustvollen Herausbeschleunigen aus den scharfen Kurven: Der Biturbo schlägt sich souverän und kultiviert gleichzeitig. Und ewig lockt der Achtzylinder – dass der Verbrauch dabei buchstäblich auf der Strecke bleibt, ist nur logisch. Die 11,2 Liter mögen im Testzyklus stimmen, in der Realität dürfte man sich eher zwischen 13 und 14 Litern bewegen.

Ausfahrt auf der Schwäbischen Alb: Der Porsche Cayenne GTS zeigt erst in den Kurven, was wirklich in ihm steckt.

Auch interessant: Der neue Porsche 911 im Fahrtest: Feurig, dynamisch, zeitlos.

Porsche Cayenne GTS: Noch dynamischer und agiler auf der Straße

Serienmäßig ist der GTS mit einem Stahlfederwerk ausgestattet. Das alleine bringt schon Spaß in die Hütte. Liegt zum einen daran, dass er um 20 Millimeter tiefer liegt. Außerdem wurde die aktive Dämpferregelung PASM nachgeschärft und noch sportlicher abgestimmt. Aus diesem Duo wird aber erst ein Trio infernale, wenn noch das sogenannte Porsche Torque Vectoring Plus dazu stößt. Vereinfacht gesprochen: Mit der variablen Drehmomentverteilung zwischen den einzelnen Rädern wird das Einlenkverhalten des Autos agiler und dynamischer. Und das spürt man auch deutlich.

Endlich wieder V8: Der Cayenne GTS bekommt wieder zwei Brennkammern mehr und leistet jetzt 460 PS.

Ob man bei so viel Sportlichkeit und Komfort dann tatsächlich noch weitere technischen Leckerbissen auf der Ausstattungsliste ankreuzen will, ist eine Frage der Passion und des Geldbeutels. Klar, die adaptive Dreikammer-Luftfederung mit einer weiteren Tieferlegung von 10 Millimetern mag eine Sünde wert sein, genauso wie die zusätzliche Hinterachslenkung. Die Frage ist nur, ob man das tatsächlich braucht. Die verstellbare Luftfederung sorgt für mehr Komfort und für eine noch deutlichere Abgrenzung der verschiedenen Fahrmodi von fast schwebend bis knallhart. Und die Hinterachslenkung bietet mehr Fahrstabilität gerade bei hohen Geschwindigkeiten und ein besseres Rangierverhalten. Zum Beispiel verringert sie den Wendekreis von 12,1 auf 11,5 Metern

Porsche Cayenne GTS: Klangvolles Orchester unter der Motorhaube

Unstrittig jedoch ist die Nummer drei der Dinge, die einen Porsche zum Porsche machen. Der Soundtrack. Den haben die Ingenieure für den GTS deutlich verbessert und charakteristischer gemacht. Ganz ohne künstlichen Sound oder andere digitale Helfer. Hier ist alles mechanisch. Klappen und Strukturen machen aus einem Schalldämpfer und zwei Endrohren ein kleines Orchester. Das heißt eigentlich gibt es nur zwei Instrumentengruppen. Die Blech-Bläser und die Schlaginstrumente. Der neue Sportauspuff jedenfalls haut gehörig auf die Pauke. Beim normalen GTS liegt die Betonung auf der Rhythmus-Gruppe. Beim Coupé sind mehr die Bläser im Einsatz. 

Detailblick: Wenn die Auspuffrohre an den Seiten liegen handelt es sich um einen Cayenne GTS, wenn sie mittig angeordnet sind um das Coupé.

Hört, hört - Porsche hat bei diesem Cayenne also sogar zwei verschiedene Sportauspuffanlagen im Angebot. Erkennbar an der Anordnung der zwei Rohre. Beim normalen GTS liegen sie außen, beim Coupe direkt nebeneinander in der Mitte. Gemogelt wird übrigens auch hier nicht. Andere Hersteller lassen zwar protzige und manchmal auch plumpe Riesenblenden ins Heck einbauen. Oft aber verhüllen die dann kaum das kleine Rohr, das tatsächlich dahintersteckt. Nicht so bei Porsche. Da ist ein Rohr ein Rohr - und wird sogar noch schick designed wie beim Coupe.

Unser Fazit zum neuen Porsche Cayenne GTS

Eine Fahrmaschine wie dieser Achtzylinder ist wirklich ein Genuss. Vor die Wahl gestellt, ob GTS oder GTS Coupé - der Connaisseur würde vermutlich zum elegant geschwungenen Modell mit dem Doppelauspuff in der Mitte neigen. Sieht nicht nur besser aus - klingt auch noch besser. (Rudolf Bögel) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Lesen Sie auch: Der neue Cayman GTS 4.0 – purer geht Porsche nicht.

Datenblatt zum neuen Porsche Cayenne GTS

Motor:V8-Biturbo-Benziner
Hubraum:3.996 ccm
Leistung:338 kwH/460 PS bei 6.000 bis 6.500 U/min
Drehmoment:620 Nm bei 1.800 bis 4.500 U/min
Getriebe:8-Gang-Automatik
Antrieb:Allrad
Länge/ Breite/ Höhe:4,93/1,68/2,19 m
Gewicht:2.145 kg
Kofferraum:772 - 1.708 l
Beschleunigung:0 auf 100 4,5 s
Top-Tempo:270 km/h
Verbrauch:11,2 l
C02:255 g/km
Preis: ab 114.087 Euro / 118.490 (Coupé)

Auch interessant: Oldtimer-Test: So fährt sich ein fast 100 Jahre alter Sportwagen.

StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr

StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Das Verkehrszeichen für den Überholverbot dürfte allen Autofahrern bekannt sein. Dieses neue Straßenschild ist eine Abwandlung dessen. Es gilt explizit als Überholverbot von einspurigen Fahrzeugen. Das bedeutet in Straßenabschnitten, die mit diesem Verkehrszeichen ausgeschildert sind, dürfen mehrspurige Fahrzeuge (Autos, LKWs) keine Motorräder oder Fahrräder* überholen. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Auch dieses Straßenschild dient dem Schutz von Fahrradfahrern. Es markiert einen Bereich, der als Fahrradzone gilt. Das bedeutet für Autofahrer, dass sie ab diesem Schild maximal mit Tempo 30 km/h fahren dürfen. Außerdem dürfen sie den Radverkehr weder gefährden noch behindern. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Mal Hand aufs Herz: Vermutlich haben viele Radfahrer ohnehin von dieser Regelung Gebrauch gemacht - auch wenn sie bislang als Verstoß gewertet wurde. Jetzt ist das rechts Abbiegen an einer roten Ampel offiziell erlaubt - zumindest dort, wo der Grünpfeil für Radfahrer das kennzeichnet.Das gleiche Verkehrszeichen gibt es seit geraumer Zeit auch für Autofahrer. Doch es herrscht weiterhin noch viel Unwissenheit unter den Verkehrsteilnehmern bezüglich des Grünpfeils*. Denn korrekterweise muss man sich hierbei wie bei einem Stoppschild verhalten. Das bedeutet, das Fahrzeug muss zunächst vollständig anhalten und laut Straßenverkehrsordnung mindestens drei Sekunden stehenbleiben. Erst dann darf man bei einer roten Ampel rechts abbiegen, sofern kein anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet wird. Die gleichen Regelungen gelten auch für Radfahrer. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Dieses Verkehrszeichen kennzeichnet Radschnellwege unabhängig von der Beschaffenheit der Straße. Zum Beispiel bei sandigen Straßen soll so kenntlich gemacht werden, dass es sich um einen Radschnellweg handelt. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Mit diesem Straßenschild sollen künftig Bereiche für Lastenfahrräder freigehalten werden, wie etwa Parkbereiche, Abstellflächen oder Ladezonen. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Fahrzeuge von Carsharing-Diensten* müssen mit dieser Plakette an der Windschutzscheibe klar erkennbar sein. Der Firmenname sowie das Kennzeichen müssen darauf zu sehen sein. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
PKWs, LKWs, Fahrräder, Fußgänger: Die meisten Verkehrsteilnehmer haben ein entsprechendes Sinnbild für Verkehrszeichen. Ab sofort gibt es auch eins für Fahrgemeinschaften. Allerdings gibt es noch keine Bereiche, wo dieses zum Einsatz kommen könnte. Ähnliches gilt beim folgenden Verkehrsschild. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Auch Carsharing-Fahrzeuge bekommen ein eigenes Sinnbild. Es soll unter anderem in Parkbereichen eingesetzt werden, die für Carsharing-Autos bestimmt sind. © Bundesanstalt für Straßenwesen

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Mann bestellt Sportwagen für 31.000 Dollar aus China: Was er bekommt, haut ihn aus den Socken
Mann bestellt Sportwagen für 31.000 Dollar aus China: Was er bekommt, haut ihn aus den Socken
Nagelneuer VW ID.3: Erst mal zum Update in die Werkstatt – das ist der Grund
Nagelneuer VW ID.3: Erst mal zum Update in die Werkstatt – das ist der Grund
320 km/h & 840 Kilometer Reichweite: Tesla stellt vielversprechendes Modell vor
320 km/h & 840 Kilometer Reichweite: Tesla stellt vielversprechendes Modell vor
Coronavirus: Experten warnen - diesen großen Fehler begehen viele im Auto
Coronavirus: Experten warnen - diesen großen Fehler begehen viele im Auto

Kommentare