Skurriler Polizeibericht

Teenies auf Spritztour: Mit Muttis Auto geblitzt

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Das Trio montierte sich für eine Spritztour gelbe Leuchte auf's Autodach und testete damit die Radarfalle.

Aachen - Mit Sturmhauben, geklauten Nummernschildern und Muttis Auto waren drei Jugendliche bei Aachen unterwegs und haben sich einen Riesen-Ärger mit der Polizei eingehandelt.

Mit Sturmhauben maskiert sind drei Jugendliche in einer Novembernacht mit dem Auto über die Straßen in der Eifel gerast. Ziel der Fahrt war ein stationärer Blitzer in Walheim. Dort ging's dann richtig zur Sache: Wie die Polizei Aachen berichtet, hatte das Trio für seine abgefahrene Spritztour im vergangenen November zuerst die Nummernschilder von einem Polizeiauto geklaut. Dann schraubten die Jungs die Kfz-Kennzeichen heimlich an den Opel der Mutter des 14-Jährigen und befestigten eine gelbe Rundumleuchte auf dem Dach.

Tempo 104 in der 50er-Zone

Innerhalb von 40 Minuten raste das Trio mit dem Auto der Mutter vier Mal durch die Messstelle auf der Schleidener Straße. Zwar sind dort nur 50 Stundenkilometer erlaubt, doch die Jugendlichen rauschten sogar mit Tempo 104 durch die Radarfalle.

Das Radarfoto zeigt die drei maskiert, mit Stinkefinger in die Kamera winkend. Offenbar hatten die Jungs dabei eine Menge Spaß. Doch das Lachen verging den Dreien schnell. 

Streifenbeamter erkennt Auto

Das fotografierte Auto mit einigen markanten Merkmalen war einem aufmerksamen Polizisten bei einer Fußstreife durch Aachen-Brand aufgefallen. Zwar waren wieder die richtigen Nummernschilder montiert, aber der Wagen konnte ohne Zweifel identifiziert werden. Im Zuge der Ermittlungen kam die Polizei dann auf die drei Burschen. Bei der Vernehmungen waren die drei weitgehend kleinlaut und geständig.

Beide 17-Jährige machen gerade Führerschein

Die beiden 17-Jährigen machten zum Zeitpunkt der Tat ihren Führerschein. Ob daraus was wird, ist eine verwaltungsrechtliche Entscheidung. Jedenfalls hat die Polizei, laut dem Pressebericht, "massive Zweifel an der charakterlichen Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen" bei der zuständigen Behörde angemeldet. Laut Polizeibericht müssen Temposünder mit 280 Euro Geldbuße, einen Monat Fahrverbot und vier Punkten in Flensburg rechnen.

Darüber hinaus müssen sich die Teenager nun auch vor dem Jugendschöffengericht verantworten. Die Tatbestände: Diebstahl von Autokennzeichen und Fahren ohne Fahrerlaubnis. Dazu kommen natürlich noch die Geschwindigkeitsverstöße und Verwaltungsgebühren.

Ein rasender Rollerrambo foppte die Polizei: Bäh, Bäh, mich schnappt ihr nicht! Beim Radarfoto streckt ein Rollerfahrer seine Zunge raus. Keine gute Idee.

Der Bußgeld-Katalog für Temposünder

Bußgeld für Temposünder
Verwarnungsgeld, Bußgeld, Punkte oder Fahrverbot - Temposünder müssen mit einer Strafe rechnen. © dpa
Bußgeld für Temposünder
Wer in der Stadt 70 km/h zu viel auf dem Tacho zahlt 680 Euro, kassiert vier Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot.  © dpa
Bußgeld für Temposünder
Der Bußgeld-Katalog © dpa
Bußgeld für Temposünder
Der Bußgeld-Katalog © dpa
Bußgeld für Temposünder
Das Geld liegt auf der Straße: Kritiker halten viele Radarfallen, besonders außerhalb von Gefahrenstellen, für Abzocke. „Bundesweit erwarten Kommunen für 2013 Blitzer-Einnahmen von mehr 600 Millionen Euro“, so Torsten Florian Singer, Sprecher der Initiative gemeinsam gegen Blitzerabzocke.   © Initiative gemeinsam gegen Blitzerabzocke
Uhu
Tausende Autofahrer sind 2012 auf einer Eifeler Landstraße in eine Radarfalle gerauscht und wurden bestraft. Eine Tempo-Sünderin klagte zwar erfolgreich gegen die Radarfalle, doch zum Schutz der nachtaktiven Uhus, die in Felsen an der Straße leben, gilt für Autofahrer mit Einbruch der Dämmerung und nachts Tempo 50 und tagsüber Tempo 70. © dpa
Das Warnen vor stationären Radarfallen ist nach der Straßenverkehrsordnung in Deutschland verboten. Auch bei Navigationsgeräte mit Warnfunktion droht eine saftige Strafe. Das Verbot gilt nach Angaben des ADAC für klassische Warngeräte und auch für Navigationsgeräte oder Mobiltelefone, die vor Blitzern warnen.
Das Warnen vor stationären Radarfallen ist nach der Straßenverkehrsordnung in Deutschland verboten. Auch bei Navigationsgeräte mit Warnfunktion droht eine saftige Strafe. Das Verbot gilt nach Angaben des ADAC für klassische Warngeräte und auch für Navigationsgeräte oder Mobiltelefone, die vor Blitzern warnen. © dpa
moderne Blitzer-Anlage
Wer trotz dieses Verbots ein solches Gerät betriebsbereit an Bord hat, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld von 75 Euro und vier Punkten in Flensburg rechnen. © dpa
Lichthupe
Das Warnen anderer Verkehrsteilnehmer mittels Handzeichen oder Schildern ist grundsätzlich nicht verboten. Sollten andere Verkehrsteilnehmer aber behindert oder abgelenkt werden, kann die Polizei das Warnen untersagen. Die häufige Praxis, mit der Lichthupe auf Blitzer aufmerksam zu machen, ist allerdings nicht erlaubt und wird mit einem Bußgeld von zehn Euro bestraft. © dpa

ml

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