Beliebtes Verfahren

Von der Masse abheben: Autofolien für Lackierung auf Zeit

Neue Freiheit bei der Farbwahl: Mit Folie sind dem Autobesitzer bei der Farbe kaum mehr Grenzen gesetzt. Dieser Ton heißt "Satin Flip Volcanic Flare". Foto: Connor Surdi Photo/3M/dpa-tmn
1 von 9
Neue Freiheit bei der Farbwahl: Mit Folie sind dem Autobesitzer bei der Farbe kaum mehr Grenzen gesetzt. Dieser Ton heißt "Satin Flip Volcanic Flare". Foto: Connor Surdi Photo/3M/dpa-tmn
Matter Elfer: Dieser Porsche 911 trägt eine matte Folierung in "Holzkohle-Metallic". Foto: Intax/dpa-tmn
2 von 9
Matter Elfer: Dieser Porsche 911 trägt eine matte Folierung in "Holzkohle-Metallic". Foto: Intax/dpa-tmn
Farbspiele auf Zeit: Effekte wie auf diesem Auto lassen sich mit Folien in der Regel preisgünstiger realisieren als mit einer Lackierung - für die Ewigkeit ist es aber nicht. Foto: Connor Surdi Photo/3M/dpa-tmn
3 von 9
Farbspiele auf Zeit: Effekte wie auf diesem Auto lassen sich mit Folien in der Regel preisgünstiger realisieren als mit einer Lackierung - für die Ewigkeit ist es aber nicht. Foto: Connor Surdi Photo/3M/dpa-tmn
Hallo Taxi: Vor allem im Taxigewerbe ist Folieren weit verbreitet, denn so lassen sich die Autos nach Entfernen der Folie besser mit dem originalen Lack weiterverkaufen. Foto: Intax/dpa-tmn
4 von 9
Hallo Taxi: Vor allem im Taxigewerbe ist Folieren weit verbreitet, denn so lassen sich die Autos nach Entfernen der Folie besser mit dem originalen Lack weiterverkaufen. Foto: Intax/dpa-tmn
Maßarbeit: Vorgefertigte Folien für bestimmte Autotypen gibt es laut Experten nicht. Von der Rolle wird Meterware direkt am Objekt verarbeitet. Foto: GEWA/dpa-tmn
5 von 9
Maßarbeit: Vorgefertigte Folien für bestimmte Autotypen gibt es laut Experten nicht. Von der Rolle wird Meterware direkt am Objekt verarbeitet. Foto: GEWA/dpa-tmn
Autofolie von der Rolle passen die Experten individuell an die jeweilige Karosserieform an. Das dauert circa drei bis fünf Tage. Foto: 3M/dpa-tmn
6 von 9
Autofolie von der Rolle passen die Experten individuell an die jeweilige Karosserieform an. Das dauert circa drei bis fünf Tage. Foto: 3M/dpa-tmn
Ein wichtiges Hilfsmittel der Folierer ist ein Heißluftgerät, mit dem sie die Folie ans Blechkleid anpassen. Foto: 3M/dpa-tmn
7 von 9
Ein wichtiges Hilfsmittel der Folierer ist ein Heißluftgerät, mit dem sie die Folie ans Blechkleid anpassen. Foto: 3M/dpa-tmn
Detailarbeit: Mit einem kleinen Rakel bringt ein Folierer das aufgebrachte Material penibel in Form. Foto: GEWA/dpa-tmn
8 von 9
Detailarbeit: Mit einem kleinen Rakel bringt ein Folierer das aufgebrachte Material penibel in Form. Foto: GEWA/dpa-tmn

Wer sich ein neues Auto kauft, hat bei der Farbe die häufig die Qual der Wahl. Gibt es die Lieblingsfarbe aber nicht, kann eine Autofolie die Lösung sein.

Wer sich mit seinem Auto optisch von der Masse abheben will, kann beispielsweise in eine Mattlackierung investieren. Immer öfter wird diese Optik durch Autofolien erzeugt.

Denn eine komplette Mattlackierung ist nicht nur teuer: Der Effekt lässt mit der Zeit durch mechanische Beanspruchungen wie Waschanlagen auch nach und Reparaturen sind sehr aufwendig. "Auch wenn es sich nur um kleine Lackschäden handelt, muss oft ein viel größerer Bereich neu lackiert werden, weil der Matteffekt ansonsten nicht einheitlich aussehen würde", sagt Michael Zierau vom Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF). Wesentlich einfacher: einen Lackschaden bei Folientechnik instandzusetzen. "Hier wird die Folie entfernt, der Lackschaden darunter punktuell repariert und anschließend eine neue Folie aufgebracht."

Autofolie: Idee aus der Taxi-Branche

Die Idee der Autofolie stammt aus dem Taxigewerbe. Dort ist die zweite Haut die ideale Alternative zur Umlackierung oder Lackierung in Sonderfarbe. Denn Taxis verrichten ihren Dienst meist für eine begrenzte Zeit von zwei bis fünf Jahren, was auch der Lebensdauer einer Autofolie entspricht. "Längst nicht alle Autohersteller bieten zudem die typische Taxifarbe als Farbton an, da bleibt also nur die Variante einer Neulackierung oder eben der Autofolie", sagt Marco Kimme von der German Wrapping Association (GEWA).

Folieren boomt

Das Folieren, auch Wrapping genannt, wird mittlerweile von knapp 500 Betrieben  angeboten. Vor allem die Zahl der privaten Endkunden steigt der GEWA zufolge stark an. "Das ist zum einen der Tuningbereich, denn mit Folien lassen sich auch außergewöhnliche Optiken wie Carbondesign herstellen, die mit einer Lackierung unmöglich sind." Daneben aber griffen Kunden auf Folien zurück, weil der Hersteller die Wunschfarbe nicht im Angebot habe. Oder weil eine Farbe nur eine begrenzte Zeit ans Auto soll. Gerade dann sei Folie besser und günstiger. "Ein Auto komplett zu folieren, kostet etwa 2.000 Euro, während die vergleichbare Lackierung bei circa 3.500 Euro aufwärts liegt.".

Wird eine qualitativ hochwertige Autofolie sauber verarbeitet, sei der Unterschied zu einem normalen Lack kaum erkennbar. "Das sieht man dann erst, wenn die Tür aufgemacht wird und zum Beispiel im Bereich des Türschlosses der Originallack sichtbar wird."

Nicht jeder Lack ist geeignet

Aber nicht jeder Lack eignet sich für Autofolie. "Voraussetzung ist ein möglichst neuwertiger Lack mit einer sauberen, intakten Klarlackschicht", sagt Kimme. Ansonsten kann es Probleme geben, wenn die Folie wieder abgelöst wird und der Folienkleber die obere Lackschicht mit ablöst. "Ein Oldtimer zum Beispiel ist für Folien nicht geeignet." Auch sollte der Lack unbeschadet sein, denn eine Autofolie kann keine Karosseriefehler kaschieren.

Feinde der Autofolie sind UV-Strahlen und Waschanlagen mit harten Nylonbürsten. Sie sorgen dafür, dass die nur 0,1 mm starke Folie Kratzer bekommt und an Farbe verliert. Empfohlen wird, Folien grundsätzlich wie normalen Lack zu pflegen und durchaus auch zu wachsen und zu polieren. Außer bei matten Folien. "Auf Heißwachs sollte man in der Waschanlage am besten ganz verzichten, denn der kann insbesondere bei matten und strukturierten Folienoberflächen zu schwer entfernbaren Flecken führen", erklärt Gerd Friß vom Folienhersteller 3M. Grundsätzlich behalte auch eine Folie ihre Farbe länger, wenn sie gut gepflegt werde. Dennoch sollte sie nach spätestens fünf Jahren abgelöst werden.

"Passiert dies nicht oder handelt es sich um eine minderwertige Folie, kann es auch vorkommen, dass der Kleber haften bleibt oder die Folie sich nicht mehr am Stück ablösen lässt", sagt Zierau. Dann werde es sehr aufwendig. Und unter Umständen müssten Kleberreste mit Lösungsmitteln entfernt werden. "Folieren ist nie eine dauerhafte Lösung aber eine sehr gute Möglichkeit, einem Auto für einen begrenzten Zeitraum eine neue Optik zu verpassen."

dpa/tmn

Ganz schön stylish: Elektro-SUV vom Tuner

Auch interessant

Meistgesehen

Memminger Käfer Cabrio im Test: Zwischen den Zeiten
Memminger Käfer Cabrio im Test: Zwischen den Zeiten
Die 50 häufigsten und dümmsten Autofahrer-Ausreden bei TÜV Süd
Die 50 häufigsten und dümmsten Autofahrer-Ausreden bei TÜV Süd
Albern oder lustig? Diese Nummernschilder haben es in sich
Albern oder lustig? Diese Nummernschilder haben es in sich
Assistenzsysteme im Auto nachrüsten: Was ist sinnvoll?
Assistenzsysteme im Auto nachrüsten: Was ist sinnvoll?

Kommentare