1. tz
  2. Auto

Elektroautos müssen draußen bleiben! Streit um Parkhaus empört Autofahrer

Erstellt:

Von: Anne Hund

Kommentare

Viele Parkhäuser bieten Plätze mit Elektroladesäule.
Viele Parkhäuser bieten extra Plätze mit Elektroladesäule. © Friso Gentsch/dpa (Symbolbild)

Nachdem es in einem Parkhaus einer bayerischen Stadt gebrannt hat, sollen E-Autos und Hybridfahrzeuge in der Tiefgarage nicht mehr parken dürfen. Nicht jeder ist einverstanden.

Ein Verbot für E-Autos in einem Parkhaus in Kulmbach hat über die Stadt hinaus für Gesprächsstoff gesorgt. Auch der Bayerische Rundfunk schilderte den Fall und erklärt, wie es dazu kam: Auslöser für die Entscheidung in Kulmbach sei der Brand eines Fahrzeugs im September 2019 in einer städtischen Tiefgarage gewesen, berichtet BR.de.

Das Parkhaus musste nach dem Brand saniert werden und konnte wieder öffnen. Die Stadt habe jedoch erstmal ein Parkverbot von Elektroautos sowie von Hybridfahrzeugen in dem Parkhaus angeordnet, heißt es weiter in dem Bericht – und das mit dem Brandschutz in Tiefgaragen begründet. Obwohl es sich bei dem Vorfall mit dem brennenden Auto um ein Benzinfahrzeug gehandelt habe, und nicht um ein E-Auto. Bei E-Autofahrern ist das auf Unverständnis und zum Teil Empörung gestoßen. Auch, wenn es alternative Parkplätze für E-Autos in Kulmbach geben soll.

Lesen Sie hier: Elektroautos im Check: Die wichtigsten Fragen zur E-Mobilität

Streit in Kulmbach: E-Autofahrer wollen wieder in Tiefgarage

Auch andere Medien haben über den Streit berichtet. Laut Sueddeutsche.de verweist man bei der Stadt Kulmbach bei dem zunächst ausgesprochenen Verbot unter anderem darauf, dass Probleme mit brennenden Akkus sich über Tage hinziehen könnten; aufgrund niedriger Deckenhöhe könne man Autos nicht aus der Garage abtransportieren, ein Kranfahrzeug passe da nicht rein. Auch, dass Städte wie München bei den Großfeuerwehren ganz andere Möglichkeiten hätten, argumentiert man bei der Stadt Kulmbach, wie Sueddeutsche.de (Stand: 4. März) weiter schreibt. Den Streit in Bayern verfolgen nun Autofahrer deutschlandweit.

Lesen Sie zudem: Was Sie im Auto dabei haben müssen – kommt bald die Mitführpflicht von Corona-Masken?

Ist ein Parkverbot von Elektroautos rechtens?

Ist so ein Parkverbot von E-Autos überhaupt rechtens, wollen viele wissen. Dem ADAC zufolge sei das Verbot in Bayern wohl ein Novum, berichtete die Abendschau. Aber es sei rechtens – zumindest so lange, bis ein Verbraucher erfolgreich dagegen klage, erklärte dem Bericht auf BR.de zufolge Unternehmenssprecherin Melanie Mikulla. Wenn ein Kläger den Fall bis zum Verwaltungsgericht durchbringen würde, müsse man sehen, wie das Gericht entscheide.

Lesen Sie zudem: Sommerreifen-Test des ADAC: Großes Angebot mit guter Qualität – doch es gibt Ausreißer

Keine Hinweise auf erhöhte Brandgefahr bei E-Autos

Der Automobilverband VDA meinte dem Portal zufolge unterdessen auf Anfrage zu der Problematik mit der Brandgefahr: Wenn eine Garage den baurechtskonformen Vorgaben entspreche, sei das Aufladen und Abstellen von E-Autos im Einklang mit dem Bauordnungsrecht. Das Sperren einer Garage für alternativ angetriebene Pkw sei aus brandschutztechnischer Sicht unbegründet. Außerdem heißt es in dem Bericht: Beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) weise man zwar darauf hin, dass sich in geschlossenen Garagen die Bekämpfung von Fahrzeugbränden schwierig gestalte. Diese gelte aber sowohl für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor als auch für Elektrofahrzeuge. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren hätten bedingt durch den brennbaren Treibstoff sogar eine wesentlich höhere Brandlast im Vergleich zu denen mit Batterien. Auf keinen Fall sollte man jedoch zum Beispiel E-Autos mit beschädigten Akkus in Garagen abstellen, betonen Experten.

Lesen Sie zudem: Darum haben Tankdeckel zwei Kerben – kennen Sie auch den Tank-Trick

Öffentliche oder private Tiefgarage?

Einfacher wäre die Rechtlage in solchen Fällen wohl, in denen es sich um eine private Tiefgarage handelt: Dann wiederum hätten Besitzer von E-Autos vor Gericht keine Chance, erklärte der ADAC BR Online zufolge. Hier könne der Betreiber in der Hausordnung selbst regeln, wer einfahren dürfe und wer nicht. (ahu) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant: Neues Lidl-Auto ist da: Mit welchem Leasingmodell Autofans diesmal rechnen können

Auch interessant

Kommentare