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E-Auto-Batterien: Die wichtigen Infos zu Lebensdauer, Reparatur und Garantie

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Von: Olga Krockauer

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Foto Manuel Geisser 14.10.2021 : Ladestation für Elektroautos *** Photo Manuel Geisser 14 10 2021 Charging station for e
Wie schnell lädt die E-Auto-Batterie? © Manuel Geisser/Imago

Die Batterie ist das wichtigste Teil eines Elektroautos. Und das teuerste. Lebensdauer, Garantie und Reparatur: Klären Sie diese Fragen noch vor dem Kauf.

Wie lange hält eine Elektroauto-Batterie? Was garantiert der Hersteller? Was muss man bei der Reparatur beachten – und was kostet diese? Das sollten Sie sich am besten noch vor dem Kauf eines E-Flitzers fragen. Die Antworten finden Sie hier. 

Wie eine Elektroauto-Batterie funktioniert

Akkus fungieren als Stromspeicher und wandeln chemische Energie in elektrische um. Eine Elektroauto-Batterie – wie auch „normale“ Autobatterien – nimmt Elektrizität auf und gibt sie später wieder ab. Und das ununterbrochen. Dabei besteht der Stromspeicher von E-Autos aus vielen einzelnen Modulen, deren Anzahl schlussendlich die Kapazität des E-Akkus bestimmt. Je mehr Module, desto größer die Reichweite*.

Meist sind E-Akkus Hochspannungsbatterien. In modernen Elektroautos werden Lithium-Ionen-Akkus verbaut, die man auch von Smartphones kennt. Der Vorteil solcher E-Batterien: Sie sind kompakt und haben eine hohe Kapazität. Dabei sind sie flach und wiegen etwas 200 Kilo beim Kleinstwagen bis 650 Kilo bei größeren Modellen wie Mercedes EQC.

Wie schnell lädt eine E-Auto-Batterie?

Wie steht es mit der Ladezeit? Das hängt von einigen Faktoren ab:

Die Ladezeit-Angaben variieren von Marke zu Marke: Die 77-kWh-Batterie des VW ID.3 mit der maximalen Ladeleistung von 125 kW ist in etwa 40 Minuten voll. Der Opel Corsa-e mit einem 50-kWh-Akku benötigt etwa 0,5 Stunden für einen 80-prozentigen Ladezustand. Und der Porsche Taycan Turbo S mit seiner 800-Volt-Spannung ist in etwa 22 Minuten zu 80 Prozent voll.

Tipp: Wenn es mal etwas schneller gehen soll, kann man sich eine Ladesäule mit einem fast vollgeladenen Fahrzeug aussuchen. Denn der Ladestrom wird üblicherweise zwischen den einzelnen Ladeplätzen geteilt. Bei welchen Ketten Sie Ihr E-Auto zum Beispiel vor dem Supermarkt auch gratis tanken können, erfahren Sie zudem hier*.

So viel kostet Sie der Ladestrom an einer öffentlichen Ladestation

Um an einer öffentlichen Ladestation laden zu können, müssen Sie vorab einen Vertrag mit einem Stromunternehmen schließen. Ladestromtarife bieten zudem einige Autohersteller sowie der ADAC und Shell an. Auch hier lohnt es sich, die Preise vor dem Abschluss zu vergleichen: zwischen 0,30 bis 1,25 Euro kostet Sie das Laden pro kWh. Bei einem kleinen E-Auto können Sie also mit etwa 13 bis 15 Euro für eine volle Ladung rechnen. Während Sie bei einem größeren Elektroauto 27 bis 30 Euro zahlen.

Viele Anbieter arbeiten mit Pauschaltarifen und rechnen nach Ladezeit ab. Das liegt daran, dass viele Ladestationen noch nicht mit einem geeichten Zähler ausgestattet sind. Auch für Schnellladesäulen (DC) gibt es noch keine eichkonformen Zähler. Der Nachteil: Wenn Sie nur wenig kWh laden möchten, kann es schnell teuer werden. Denn es wird pro angefangener Stunde abrechnet.

Generell steigen Strompreise an den Ladestationen permanent: von zwölf Prozent beim Anbieter EnBW bereits im Juni 2021 bis zu über 80 Prozent bei der SWM (eine Erhöhung erfolgt zum 1. April 2022).

Elektroauto-Batterie: Diese Lebensdauer garantieren Hersteller

Das Problem, das fast jeder von seinem Smartphone kennt: Nach einer gewissen Zeit verlieren Batterien an Leistung und müssen früher oder später ersetzt werden. Anders bei einer Elektroauto-Batterie – E-Autos haben ein intelligentes Batteriemanagement. Dieses sorgt dafür, dass der E-Akku weder überhitzt noch zu kalt wird. So bleibt die Leistungsfähigkeit stabil. Jedoch nur bis zu einer gewissen Grenze.

Etwa acht Jahre oder 160.000 Kilometer: Das ist die aktuelle Garantie der meisten Autobauer auf die Lebensdauer einer Elektroauto-Batterie. „Garantie-Sieger“ ist Lexus. Den neuen UX300e gibt es mit einer Akkugarantie von zehn Jahren und einer Million Kilometer. Die Akku-Garantie deckt üblicherweise alle Defekte der Elektroauto-Batterie ab, die Ihr Fahrzeug funktionsuntüchtig machen. Sie schützt zudem vor übermäßigem Verschleiß. Da es von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich geregelt wird, lohnt es sich, vor dem Kauf genauer hinzuschauen. Audi macht es beispielweise recht transparent: Beträgt der Restenergieinhalt des E-Akkus weniger als 70 Prozent vom Auslieferungszustand, haben Sie den Anspruch auf eine kostenlose Mangelbeseitigung.

Kosten für einen E-Auto-Batteriewechsel sind individuell

Grundsätzlich muss der E-Akku in einem Mangelfall nicht zwingend komplett ausgetauscht werden. Häufig ersetzen Hersteller einzelne Module und bringen so Ihre Elektroauto-Batterie wieder in ihren alltagstauglichen Zustand. Das ist sowohl für den Autobauer als auch für Gebrauchtwagen-Halter von Vorteil, dessen Akku-Garantiezeit bereits überschritten ist. Es liegt nahe, dass diese Vorgehensweise durchaus auch im Sinne der Nachhaltigkeit ist.

Da einer Reparatur immer eine individuelle Bedarfsanalyse vorausgeht, distanzieren sich Autobauer davon, einen genauen Preis für den E-Auto-Batteriewechsel zu nennen. Denn die Kosten variieren von Kunde zu Kunde, abhängig davon, wie viele Module ausgetauscht werden. Unterschiedlich fallen auch die Ersatzmodulpreise bei verschiedenen Automarken aus. So ist der Austausch eines Moduls beim BMW i3 mit Kosten von 1.200 Euro verbunden. VW schlägt bei seinem ID.3 mit ca. 1400 Euro zu Buche. Hinzu kommen noch die Kosten für Kleinteile und die Arbeitszeit. Beim Renault Zoé können Sie beispielsweise mit über 2.600 Euro für den Modultausch rechnen. Mehr darüber, wie Sie Ihr E-Auto auch schnell und sicher daheim laden können, erfahren Sie hier.

Lebensdauer einer Elektroautobatterie verlängern: So geht‘s

Der ADAC ist mit den Ergebnissen seiner Langzeitstudien (beispielsweise BMW i3 im Dauertest) zufrieden und berichtet von einer „akzeptablen Lebensdauer der E-Akkus“. Es stellt sich die Frage: Wie erreicht der stolze Besitzer eines E-Flitzers eine möglichst lange Lebensdauer seiner E-Auto-Batterie? Mittlerweile gibt es genug Daten darüber, dass die Kapazität einer Elektroauto-Batterie mit der Zeit auf 70 bis 80 Prozent vom Ursprungswert zurückgeht. Wie schnell das geht, hängt von Faktoren wie die Ladeart, Zahl der Ladezyklen und der Fahrstil ab:

Im Gegensatz zum Verbrennungsmotor erzeugen E-Autos kaum direkte Emissionen und werden darum als „emissionsfrei“ bezeichnet. Dabei werden jedoch CO₂-Emissionen und Schadstoffe nicht beachtet, die bei der Stromherstellung entstehen. Hinzu kommt die energieaufwendige Produktion der Batteriezellen der E-Akkus. Laut ADAC übersteigt hier die CO₂-Bilanz sogar die der Autos mit einem Verbrennungsmotor.

Bei seiner Analyse kommt der Allgemeine Deutsche Automobil-Club zum Schluss, dass dieser CO₂-Nachteil von Elektroautos ab Fahrleistungen von 50.000 bis 100.000 Kilometern ausgeglichen wird. Das heißt: Ein E-Auto wird erst nach etwa neun Jahren umweltfreundlicher als ein Verbrenner. (ok)*tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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