Auch die Ladezeit soll erheblich verkürzt werden

Mit 2.000 Kilometern Reichweite: Forscher arbeiten an revolutionären Elektroauto-Akkus

Der Akku eines Elektroautos wird an einer Ladestation geladen. Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa
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Der Akku eines Elektroautos wird an einer Ladestation geladen.

Ein Batterieentwickler arbeitet an einem neuartigen Akku für Elektroautos, mit dem Reichweite und Ladezeit erheblich verbessert werden sollen. Die Rede ist sogar von bis zu 2.000 Kilometern.

Elektroautos werden für viele Menschen zunehmend interessanter. Auch der Staat steuert hierzu bei, indem Käufern von vollelektrischen Autos oder Hybriden ein Umweltbonus* zugesprochen wird. So attraktiv die Preise inklusive der Rabatte für die Fahrzeuge dann auch sein mögen, viele Leute haben bezüglich eines Elektroauto-Kaufs noch Hemmungen. Vor allem die meist eher kurze Reichweite sowie die langwierige Ladezeit sind die wohl größten Nachteile von Elektroautos. Doch ein deutsch-niederländischer Batterieentwickler will diese Probleme in naher Zukunft lösen.

Elektroauto-Reichweiten: Sogar 2.000 Kilometer sollen möglich werden

Elektroauto-Reichweiten von 1.000 Kilometern und mehr verspricht die sogenannte SALD-Technik („Spatial Atom Layer Deposition“). Diese eignet sich sowohl für aktuelle Lithium-Ionen-Akkus als auch für künftige Feststoffbatterien. Zum Einsatz kommen könnten die neuen Akkus bereits Ende 2022 – früher allerdings wohl eher nicht.

Die Besonderheit der neuen Energiespeicher ist, den Entwicklern zufolge, eine Nanometer dünne Beschichtung der Batterie, die die Langlebigkeit, Sicherheit und Kapazität der Zellen deutlich steigert.

„Dadurch kann ein E-Auto entweder mit kleineren Batterien weit über 1.000 Kilometer oder mit größeren Akkupacks in Zukunft sogar über 2.000 Kilometer ohne Nachladen fahren“, erklärte SALD-CEO Frank Verhage in einer Pressemitteilung. Es ginge dabei auch nicht um einen theoretischen Reichweiten-Rekord, der durch sparsame Fahrweise erreicht wird. „Sondern wir reden selbst im ungünstigsten Fall davon, dass der Akku in einem E-Auto bei sportlich-dynamischer Fahrweise und Klimaanlage oder Heizung nach 1.000 Kilometern noch mindestens 20 bis 30 Prozent Restladung besitzt,“ so Verhage.

Auch die Ladedauer ist den Ankündigungen zufolge gering, 80 Prozent Füllstand sind nach zehn Minuten erreicht.

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Neuartige Elektroauto-Akkus: Niederländische und deutsche Forscher beteiligt

Entwickelt wurden die neuartigen Akkus von Wissenschaftlern der deutschen Fraunhofer-Institute und der staatlichen niederländischen Forschungseinrichtung The Netherlands Organisation (TNO). Die Vermarktung übernimmt nun die neu gegründete SALD BV in Eindhoven. Erste Gespräche mit Automobilherstellern laufen dem Unternehmen zufolge bereits. Welche das sind, wird momentan allerdings noch nicht verraten. (Holger Holzer/SP-X/ök)

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Knigge für E-Auto-Fahrer: Mit diesen Tipps fährt es sich einfach besser

Nissan Leaf an einer Ladesäule.
1. Teilen: Geben Sie das eigene Know-how an andere E-Auto-Fahrer in Foren und Apps weiter, zum Beispiel, wenn neue Ladestationen eröffnet werden. © Nissan
Eine bessere digitale Zusammenarbeit der Behörden soll das Antragsverfahren für E-Autos beschleunigen. Foto: Roland Weihrauch/dpa
2. Rücksicht nehmen: An öffentlichen Ladestationen nie das Ladekabel aus anderen E-Autos-ziehen. Das ist rücksichtslos und kann zudem zu Beschädigungen führen. © Roland Weihrauch
Symbol von E-Lade-Parkplatz
3. Parken: Auch wenn E-Autos an Ladestationen oft gratis parken, sollte man sein Auto nicht dort abstellen, wenn man es nicht laden will. Ein anderer E-Auto-Fahrer könnte den blockierten Platz dringend gebrauchen und ist froh über den Platz am Stecker. © dpa/Patrick Pleul
Autos mit Plug-in-Hybridtechnik kombinieren einen herkömmlichen Verbrennungsmotor mit einer E-Maschine und einem Akku. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
4. Akkupflege: Die Batterie nicht vollständig entleeren. Steht der Wagen längere Zeit, sollte man etwa alle 90 Tage auf 80 Prozent laden und dabei den Long-Life-Mode anwenden (siehe Bedienungsanleitung). © Patrick Pleul
Im Inneren eines Teslas drückt ein Mann auf den Touchscreen.
5. Planung: Ladestopps unterwegs können mit diversen Apps und Kartendiensten gut geplant werden. Oft sind die Stationen auch im bordeigenen Navi einprogrammiert. © dpa/Sven Hoppe
Ein weißer Tesla wird an einer Elektroladesäule aufgeladen (Symbolbild).
6. Kommunikation: Wer nur für kurze Zeit laden muss, kann am Auto eine Notiz hinterlassen, wie lange man noch an der Ladestation stehen wird – das hilft den Wartenden bei ihrer Planung. © Friso Gentsch/dpa
Ein Mann misst den Reifendruck während sein Elektroauto auflädt.
7. Reifendruck: Am energieeffizientesten fährt man mit dem vom Hersteller empfohlenen Reifendruck. © dpa/Bernd Weißbrod
Getestet wurden stichprobenartig 20 Gerätegruppen. Oft liegt der Stromverbrauch höher als erwartet. Foto: Tobias Hase
8. Ladeoptionen: Wer seine Fahrten vorausplanen kann, nutzt alle Möglichkeiten des Aufladens: Haushaltststeckdose, Wallbox und Schnellladesäule. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch den Akku. © dpa/Tobias Hase
Müll liegt neben einem Parkplatz
9. Rücksicht: Öffentliche Ladesäulen sollte man pfleglich behandeln, damit der nächste E-Auto-Fahrer ebenfalls problemslos Strom nachladen kann. Auch wenn die Station etwas abgelegen ist – sie ist kein Müllabladeplatz! © dpa/Uwe Zucchi

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