Selbstjustiz recht sich

Extra scharf gebremst: Volle Haftung bei Auffahrunfall

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Wer andere durch Bremsaktionen maßregelt, muss im Fall eines Unfalls voll haften. Foto: Jan Woitas

Selbstjustiz ist im Straßenverkehr keine Lösung. Das bekam auch ein Fahrer vor dem Amtsgericht Solingen zu spüren. Er hatte durch eine beabsichtigte Bremsaktion einen Unfall verursacht.

Solingen (dpa/tmn) - Für pseudoerzieherische Maßnahmen und Selbstjustiz ist auf der Straße kein Platz. Wer andere etwa durch Bremsaktionen maßregelt, muss damit rechnen, für den Schaden voll zu haften, wenn der Hintermann dabei auffährt.

Die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet über folgendes Urteil des Amtsgerichts Solingen (Az.: 13 C 427/15):

Ein eiliger Autofahrer drängelte hinter dem Auto einer Frau, die mit vorschriftsmäßigem Tempo unterwegs war. Dann überholte er und scherte knapp vor der Frau ein. An einer roten Ampel hielten beide hintereinander. Bei Grün fuhr der Mann an, nur um kurz darauf in die Bremsen zu steigen. Nach dem Auffahrunfall wollte dessen Versicherung nur ein Viertel des Schadens am Auto der Frau übernehmen. Diese bestand auf der gesamten Summe und zog vor Gericht.

Dort bekam sie Recht. Denn das Gericht wertete die Aktion als "Akt der Selbstjustiz". Der könne nicht akzeptiert werden. Wer also extra scharf bremst, um andere zu disziplinieren, haftet voll.

Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht

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