Zu oft einfach übersehen

Unfallforscher: Radfahrer gehören auf die Straße

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Autofahrer vergessen beim Abbiegen viel zu oft den Schulterblick oder können wegen Sichtbehinderungen und ungünstig geführter Radwege gar nichts sehen. Deshalb kommt es häufig zu schweren Unfällen mit geradeausfahrenden Radfahrern.

Einfach übersehen - abbiegende Autofahrer sind für Fahrradfahrer auf Radwegen besonders gefährlich. Das hat ein Crashtest der Unfallforschung der Versicherer (UDV) herausgefunden.

Radfahrer haben keine Chance, wenn ein Autofahrer sie beim Abbiegen übersieht. Selbst mit Tempo 20 sind die Folgen oft dramatisch. Allein 400 Radfahrer starben 2012 auf deutschen Straßen.

Warum es zum Unfall kommt, und was beim Aufprall passiert, hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) auch bei einem Crashtest untersucht.

Das Ergebnis: Autofahrer vergessen beim Abbiegen viel zu oft den Schulterblick oder können wegen Sichtbehinderungen und ungünstig geführter Radwege gar nichts sehen. Deshalb kommt es häufig zu schweren Unfällen mit geradeausfahrenden Radfahrern.

Kommt es zu einer Kollision mit einem Auto verletzten sich Radfahrer an Beinen und Armen. Teilweise gibt es schwere Brustkorbverletzungen, bei denen die Lunge lebensbedrohlich gequetscht wird. In jedem vierten Fall kommt es auch zu einer schweren Kopfverletzung, insbesondere dann, wenn der Radfahrer keinen Helm getragen hat.

Doch in 90 Prozent der Fälle hatten die Autofahrer Schuld an dem Unfall. Die häufigste Fehler der Autofahrer waren demnach Fehler beim Abbiegen, Nichtbeachten der Vorfahrt und Einfahren in den fließenden Verkehr.

Radfahrer benutzen häufig die falsche Fahrbahn oder falsche Straßenseite, sind betrunken oder machen Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr.

Um Zusammenstöße zwischen Radfahrer und Autofahrer zu vermeiden, gibt es aber eine Lösung. „Der Radfahrer gehört auf die Straße, da ist er im Sichtfeld des Autofahrers und damit viel besser aufgehoben als auf einem separaten Radweg. Also fordern wir die Kommunen auf, veraltete Radverkehrsanlagen zu erneuern, Radfahrstreifen auf der Straße anzulegen. Wenn man mehr Radverkehr will, muss man auch für mehr Sicherheit sorgen!“, fordert Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer.

Crash-Test mit Radfahrer: Das passiert beim Aufprall

Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
2012 gab es in Deutschland 74.961 Unfälle mit Radfahrern und Personenschaden. Dabei wurden 417 Menschen getötet, 14.496 schwer verletzt und 64.835 leicht verletzt. Innerorts ist jeder vierte Getötete im Straßenverkehr ein Radfahrer. 54 Prozent der getöteten Radfahrer waren über 65 Jahre alt. © UDV
Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
Es ist nur ein Blick, doch falls Autofahrer diesen Schulterblick vergessen, sind die Folgen oft dramatisch. Radfahrer haben selbst bei Tempo 20 keine Chance, wenn ein Autofahrer sie beim Abbiegen übersieht. Was beim Aufprall passiert, zeigt jetzt die Unfallforschung der Versicherer (UDV) bei einem Crashtest. © UDV
Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
Rechtsabbiegende Autos sind für geradeausfahrende Radfahrer besonders gefährlich, so das Ergebnis der UDV-Studie. Eine Unfallart, die fast ausschließlich vom Autofahrer verursacht wird und in 80 Prozent der Fälle mit Verletzten endet. © UDV
Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
In 90 Prozent hatten die Autofahrer Schuld am Crash. © UDV
Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
Häufigste Fehler der Autofahrer: Fehler beim Abbiegen, Nichtbeachten der Vorfahrt und Einfahren in den fließenden Verkehr. © UDV
Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
Häufigste Fehler der Radfahrer: falsche Fahrbahn oder falsche Straßenseite, Alkohol und Einfahren in den fließenden Verkehr. © UDV
Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
Schulterblick und bei schlechter Sicht mehrmals zu schauen - das allein könnten, laut der Studie, Fahrradunfälle verhindern.   © UDV
Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
Auch Radfahrer sollten zur eigenen Sicherheit auch auf Vorfahrtsrecht verzichten. © UDV
Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
Wenn's kracht, verletzten sich Radfahrer an Beinen und Armen. Teilweise gibt es ganz schwere Brustkorbverletzungen, dabei wird dann die Lunge eingedrückt. Und das ist lebensbedrohlich. In jedem vierten Fall kommt es auch zu einer schweren Kopfverletzung, insbesondere dann, wenn der Radfahrer keinen Helm getragen hat. © UDV

mm/tz

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