Wer sie kauft und fährt

Fraunhofer-Studie: E-Autos haben Zukunft

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Noch ist die Nachfrage nach E-Autos gering: Im August wurden in Deutschland rund 214.000 Neuwagen zugelassen, darunter 435 Stromer.  

Noch sind Elektro-Autos auf deutschen Straßen absolute Exoten. Trotzdem könnten 2020 eine Millionen dieser Art unterwegs sein, so das Ergebnis einer neuen Studie. Und zwar ohne Hilfe vom Staat. 

Auch ohne milliardenschwere Kaufsubventionen muss die Bundesregierung ihr Ziel von einer Million Elektroautos im Jahr 2020 einer Studie zufolge noch nicht abschreiben.

„Unter optimistischen Annahmen kann das gemeinsame Ziel der Bundesregierung und der Nationalen Plattform Elektromobilität von einer Million Elektrofahrzeugen bis 2020 ohne Kaufförderung erreicht werden“, erklärte das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) am Dienstag bei der Vorlage der Studie „Markthochlaufszenarien für Elektrofahrzeuge“ in Karlsruhe.

Rohöl- und Strompreise

Der Erfolg von Elektrofahrzeugen hänge unter anderem von der Entwicklung der Rohöl- oder Strompreise ab. Selbst unter schwierigen Rahmenbedingungen seien in sieben Jahren 150.000 bis 200.000 Stromer und Plug-in-Hybride auf Deutschlands Straßen möglich, heißt es in der Studie im Auftrag der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) und der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech).

Zudem seien das Fahrzeugangebot und die Akzeptanz der Kundschaft entscheidend. „Damit Elektrofahrzeuge wirtschaftlicher als konventionelle Fahrzeuge sind, müssen sie viel gefahren werden, um die höheren Anschaffungsausgaben über die günstigeren Verbrauchs- und Wartungskosten zu amortisieren“, betonten die Forscher. Bei jährlichen Fahrleistungen unter 15.000 Kilometern dominiere auch künftig der Benzinmotor, bei extremen Vielfahrern der Dieselmotor.

Fahrzeug für Pendler

Wirtschaftlich am sinnvollsten seien Elektroautos für Menschen, die ihren Wagen relativ gleichmäßig täglich einsetzten. Dies sind etwa Berufspendler, die jeden Tag beispielsweise aus Vororten zum Arbeiten in die Städte fahren. Anders als oft angenommen trauen die Experten Elektroautos in den Großstädten hingegen weniger zu: „Nutzer mit Garagen oder Stellplätzen ... sind aufgrund der geringen Ladeinfrastrukturkosten - das Aufladen kann über Nacht am Hausanschluss erfolgen - unter ökonomischen Gesichtspunkten nochmals attraktiver als die sogenannten "Laternenparker", die auf eine öffentliche Ladeinfrastruktur angewiesen sind.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte vergangene Woche bei der Eröffnung der Automobilmesse IAA in Frankfurt bekräftigt, dass sie an einen Siegeszug von Elektroautos in Deutschland glaube: „Wir alle sind überzeugt, dass die Elektromobilität eine immer größere Rolle spielen wird. Das Ziel ist und bleibt, wir wollen bis 2020 eine Millionen Elektroautos auf die Straße bringen.“

Zukunft mit Strom: Diese E-Autos gibt's schon

VW e-Up
VW e-Up: Der Elektromotor leistet auf Abruf 60 kW / 82 PS - im normalem Betrieb 40 kW/55 PS. Von null auf 100 km/h beschleunigt der Elektroflitzer innerhalb von 14 Sekunden. Höchstgeschwindigtkeit kann der e-up 135 Stundenkilometer fahren. Der E-Up wird fast 27.000 Euro kosten. © VW
Opel Ampera
Alle reden von E-Mobilität, doch noch gelten die E-Autos als Exoten. Doch die Auswahl der Stromer wächst. Diese Modelle gibt's schon zu kaufen. Opel Ampera: Das erste Elektroauto mit 111 kW/150 PS einer deutschen Marke hat einen kleinen Benzinmotor, das den Akku während der Fahrt nachladen kann. Preis: 45.900 Euro. Reichweite 400 Kilometer. © Hersteller
Citroën: Mit dem C-Zero war der französische Hersteller, gemeinsam mit Peugeot und Mitsubishi (iOn und i-Miev) die erste große Marke mit E-Fahrzeugen in Deutschland. Der Elektromotor leistet 47 kW/64 PS, die Reichweite des Akkus gibt Citroën mit maximal 150 Kilometern an. Preis für den C-Zero : 29.393 Euro. © Hersteller
Audi R8 e-tron
Anfang 2013 soll auch der Audi R8 e-tron mit dem 280 kW/381 PS zu haben sein. Preise sind noch nicht bekannt. © Audi
BMW i8
BMW i8 -mit einer Systemleistung von 362 PS beschleunigt der Plug-in-Hybrid in 4,5 Sekunden von null auf Tempo 100. (Höchstgeschwindigkeit 250 Stundenkilometer, Verbrauch 2,5 Liter). Kosten: ab 126.000 Euro. © BMW
BMW
Von BMW wird als erstes E-Auto der Marke für 2013 der Stadtwagen i3 erwartet. © Hersteller
BMW i3
BMW i3: Der i3 der Münchner kostet in der Einstiegsvariante knapp 35.000 Euro. © BMW
Mercedes B-Klasse Electric Drive
Für den Mercedes B-Klasse Electric Drive steht noch kein Start fest. © Hersteller
Doch bereits im Juni 2013 soll der Mercedes SLS Electric drive für 416.500 Euro zu haben sein. Seine vier Elektromotoren leisten zusammen 552 KW/751 PS. © Hersteller
Mitsubishi i-Miev: Mit einer Leistung von 49 kW/67 PS. Preis 29.300 Euro. © Hersteller
Nissan Leaf: Anfang 2011 brachte der japanische Hersteller das erste Elektroauto der Kompaktklasse auf den Markt. Der Fünfsitzer mit 80 kW/109 PS kostet 36.990 Euro. Reichweite: 160 Kilometer. © Hersteller
Peugeot iOn: Preis: 29.393 Euro baugleich wie der C-Zero. © Hersteller
Der Renault Twizy ein Zweisitzer mit vier Rädern und kostet als Basismodell 13 kW/18 PS starke und 80 km/h mindestens 7.690 Euro. Die Akkumiete beträgt monatlich ab 50 Euro. Reichweite: 100 Kilometer. © Hersteller
Renault: Zoe rollt Anfang 2013 nach Deutschland. Das komplett neu entwickelte E-Mobil leistet 65 kW/88 PS. Reichweite von bis zu 210 Kilometern. Preis: startet bei 20.600 Euro, dazu wird noch eine monatliche Leihgebühr für den Akku fällig.  © Hersteller
Fluence Z.E.
Die Stufenhecklimousine Fluence Z.E. mit einer Leistung von 70 kW/95 PS ist schon ab 25.690 Euro zu haben. Der Akku kostet monatlich ab 82 Euro. Reichweite bis zu 185 Kilometern. © Renault
Smart: Seit Mitte 2012 gibt es den Smart Fortwo ed zu kaufen. Mit einer Leistung von 55 kW/75 PS kommt der Stadtflitzer mit vollen Akkus bis zu 145 Kilometer weit. Preis: 23.680 Euro den E-Smart  - oder 18.910 Euro für die Version mit Leihakkus (65 Euro monatlich) anfallen. © Hersteller
Volvo C30 electric mit 82 kW/111 PS soll nur in einer Kleinserie produziert werden. Den Schweden gibt es nur im Leasing für 950 Euro netto im Monat inklusive Wartung, Kunden sind meistens Behörden. Reichweite: 150 Kilometer. © Hersteller
VW plant für Ende 2013 den Elektro-Golf Blue-e-Motion. © Hersteller
und eine Elektroversion des VW Up. © Hersteller
Focus Electric
Ford den Focus Electric soll Frühjahr 2013 auf den Markt kommen. © Hersteller
Peugeot Partner Électric: Der Elektro-Stadtlieferwagen mit Lithiumionen-Technologie hat eine Leistung von 49 kW / 67 PS und entwickelt 200 Newtonmeter Drehmoment. Die Reichweite beträgt je nach Fahrprofil und Witterung bis zu 170 Kilometer. Das Fahrzeug kommt im Frühjahr 2013 in den Handel. © Peugeot
Citroën Berlingo Electrique: Seine maximale Leistung beträgt 49 kW / 67 PS, das maximale Drehmoment 200 Nm. Die Reichweite des Kastenwagens: 170 Kilometer. © Citroën
Porsche Panamera S E-Hybrid
Porsche Panamera S E-Hybrid: Die Limousiene kommt mit einem Maximaltempo 135 rein elektrisch 36 Kilometer weit. Kosten: ab 110.400 Euro. © Porsche
Mercedes B-Klasse Electric Drive
Mercedes B-Klasse Electric Drive kommt 2014 zuerst in den USA auf den Markt. Der Elektromotor leistet 130 kW und beschleunigt in 7,9 Sekunden von null auf 100 km/h. Maximaltempo ist auf 160 Stundenkilometer begrenzt. Die Reichweite liegt bei 200 Kilometern. © Mercedes

Auf der bis 22. September laufenden IAA stehen Hybrid- und Elektroautos im Fokus. Unter anderem zeigen BMW und Branchenriese VW eigene Stromer, bis Ende 2014 sollen 16 neue Elektro-Modelle aus deutscher Produktion bei den Händlern stehen. Noch ist der Absatz aber gering: Im August wurden in Deutschland rund 214.000 Neuwagen zugelassen, darunter 435 Stromer.

Verstehen Sie E- Mobilität?

BMW i8
Voll elektrisch: Immer mehr Elektroautos sollen bald über die Straße rollen. Mit dem Aufstieg der Stromer in den nächsten Jahren müssen die Verbraucher sich auch an neue Begriffe gewöhnen. Hier einige der wichtigsten Begriffe der E-Mobilität: © BMW
Toyota Prius
HYBRIDANTRIEB: Ein Hybridantrieb hat zwei Kraftquellen, meist einen Benzinmotor und einen zusätzlichen Elektromotor. (lateinisch hybrid: von zweierlei Herkunft). Der Hybrid ist der Einstieg in die Elektromobilität: Ein kleiner Elektromotor treibt des Wagen über kurze Strecken an, lange Fahrten übernimmt der kräftige Benzinmotor. Die Batterie wird über wiedergewonnene Bremsenergie geladen. Das weltweit erfolgreichste Hybridautos ist der Toyota Prius. © Toyota
Lexus CT 200h
VOLL- HYBRID: Ein Voll-Hybrid Auto kann rein elektrisch fahren. Das Anfahren und Fahren funktioniert vollständig ohne Verbrennungsmotor. Mit dem CT 200h präsentiert Lexus das erste Fahrzeug mit Vollhybridantrieb im Segment der kompakten Premium-Modelle. © Lexus
MILD HYBRID: Als Mild-Hybrid werden Autos bezeichnet, bei denen der elektrische Zusatzmotor schwach ausgelegt ist und das Auto nicht allein anschieben kann. Auch hier lädt Bremsenergie die Batterien und spart so Benzin. Bei Mild-Hybriden ist meist der Starter gleichzeitig der Generator. © dpa/Hersteller
RANGE EXTENDER:  Range Extender (engl.) heißt auf Deutsch Reichweitenverlängerer. So nennt die Industrie Hybridautos, bei denen der Elektroantrieb an erster Stelle steht, aber zur Sicherheit ein kleiner Benzinmotor mit an Bord ist. Der Benzinmotor verlängert die Reichweite von den rund 100 bis 150 Kilometern, die bisher mit Batterien erreicht werden, auf mehr als 600 Kilometer. Der Benzinmotor treibt nicht direkt die Räder an, sondern lädt falls nötig die Batterie... © dpa/Hersteller
Opel Ampera
...Damit wird ein enorm sparsamer Betrieb möglich, weil der Benziner mit gleichmäßiger niedriger Umdrehungszahl läuft. Bekannteste Modell ist der Volt von General Motors, der als Opel Ampera (Foto) in Deutschland unterwegs ist. Alle großen Konzerne arbeiten an Range Extendern, denn die Angst der Verbraucher vor dem Liegenbleiben gilt als eines der großen Hindernisse für Stromfahrzeuge. © Opel
LITHIUM- IONEN- TECHNIK: Das chemische Element Lithium macht den geplanten Sprung in das Zeitalter der Elektroautos erst möglich. Sogenannte Lithium-Ionen-Batterien können deutlich mehr Energie speichern als klassische Bleiakkumulatoren. In Laptops oder Handys sind Lithium-Ionen-Batterien schon Alltag. Lithium ist ein Leichtmetall. In der Natur kommt es im Reinzustand nicht vor, sondern ist gebunden in Gestein. Es gibt außer in Batterien nur wenig Verwendungszwecke. © dpa/Hersteller
LITHIUM: Das silberweiße Element ist das leichteste Metall im Periodensystem der Chemiker. Es wird nicht nur für die Herstellung leistungsfähiger Batterien, sondern auch in vielen anderen industriellen Bereichen verarbeitet. Lithium zählt als der Rohstoff der Zukunft schlechthin. „Weißes Gold“, heißt es vielversprechend. Lithium Vorräte sind in Bolivien, Chile und Afghanistan zu finden. Auch im Erzgebirge, in der Gegend an der deutsch-tschechischen Grenze suchen Photovoltaikhersteller nach dem wertvollem Rohstoff. © dpa/Hersteller
Plug ist das englische Wort für Stecker. Ein Plug-in ist ein Elektroauto, Hybrid oder vollelektrisch, das einen Stecker hat und über das Stromnetz geladen werden kann.
PLUG- IN:  Plug ist das englische Wort für Stecker. Ein Plug-in ist ein Elektroauto, Hybrid oder vollelektrisch, das einen Stecker hat und über das Stromnetz geladen werden kann. Bisher hat sich die weltweite Autoindustrie nicht auf einen einheitlichen Standard zum Stecker geeinigt. Der Begriff Plug-in ist auch in der Computersprache verbreitet und bezeichnet dort Programme, die sich in andere Programme einklinken und zusätzliche Funktionen bereitstellen. © dpa
PHEV: Kurzform für Plug-In Hybrid - Ein Plug-In Hybrid kann über das konventionelle Stromnetz aufgeladen werden und wird sozusagen über Nacht aufgetankt.
PHEV: Kurzform für Plug-In Hybrid - Ein Plug-In Hybrid kann über das konventionelle Stromnetz aufgeladen werden und wird sozusagen über Nacht aufgetankt. © dpa
Wasserstoff
...Die Brennstoffzellentechnik läuft seit Jahren, etwa in U-Booten oder in Testbussen. Das Problem ist das Tanken: Während eine Batterie an jeder Steckdose geladen werden kann, brauchen Brennstoffzellen Wasserstoff-Tankstellen, von denen es in Deutschland nur ein paar gibt. © Linde AG
METHAN: Einen völlig neuen Ansatz der Elektromobilität testet Audi: Der Hersteller investiert Millionen in vier Windräder in der Nordsee. Mit diesem Öko-Strom wollen die Autobauer Wasserstoff erzeugen. Dieser Wasserstoff wird nach den Plänen in das Gas Methan umgewandelt, mit dem Gasmotoren in Autos befeuert werden. Gasmotoren sind erprobte Autotechnik, Audi will ab 2013 eigenen Modelle anbieten.
METHAN: Einen völlig neuen Ansatz der Elektromobilität testet Audi: Der Hersteller investiert Millionen in vier Windräder in der Nordsee. Mit diesem Öko-Strom wollen die Autobauer Wasserstoff erzeugen. Dieser Wasserstoff wird nach den Plänen in das Gas Methan umgewandelt, mit dem Gasmotoren in Autos befeuert werden. Gasmotoren sind erprobte Autotechnik, Audi will ab 2013 eigenen Modelle anbieten. © Audi
ENERGIEVERSORGUNGSUNTERNEHMEN: Beim Übergang in das Zeitalter der Elektroautos droht ein Machtkampf zwischen den Autokonzernen und Energieversorgungsunternehmen ( EVUs) wie E. ON und RWE. Die EVUs sehen in Stromautos ganz neue Möglichkeiten des Absatzes. Schon wird beispielsweise geplant, Autobatterien zusammenzuschalten und als eine Art gigantischen virtuellen Stromspeicher zu nutzen. Das würde die Autohersteller auf eine reine Lieferantenrolle reduzieren. Als erster Konzern steuert Audi dem mit eigenen Windrädern entgegen. © dpa/Hersteller
Renault Twizzy
NICHT MONTENTÄRE ANREIZE: Die Bundesregierung plant keine direkten Zuzahlungen für den Kauf von Elektroautos. Statt dessen ist von “nichtmonetären Anreizen“ die Rede. Das wären etwa Sonderparkflächen oder Zufahrtsgenehmigungen in Fußgängerzonen. Außerdem könnten E-Autos auf Busspuren rollen oder eigene Sonderfahrspuren bekommen. © Renault
Im Januar 2015 hat der Bundestag jetzt dazu ein Gesetz dazu verabschiedet. Neue Privilegien sollen in Deutschland mehr umweltschonende Elektroautos auf die Straße bringen. © dpa

dpa

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