Raus in die Natur

Herbstliche Ausfahrt: Mal kurz draußen wohnen im Campervan Mercedes Marco Polo

Romantik pur verspricht so ein Camping-Wochenende in den Bergen. Im Marco Polo ist es zwar eng, aber gemütlich.
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Romantik pur verspricht so ein Camping-Wochenende in den Bergen. Im Marco Polo ist es zwar eng, aber gemütlich.

Mit dem neuen Mercedes Marco Polo findet man schnell den Weg in die Natur. Wie schlägt sich der Campervan in unserem Test?

Die Caravan-Branche boomt und schreibt in diesem Jahr Monat für Monat neue Rekordzahlen. Bei den Reisemobilen gab es im Zeitraum Januar bis Oktober 68 547 Neuzulassungen. In einer davon waren wir unterwegs: Mit dem neuen Campervan Mercedes* Marco Polo Edition 300d konnten wir gerade noch vor dem zweiten Lockdown einige spätherbstliche Urlaubstage genießen.

Einladen: Wasser, Kleidung und Vorräte

Also den 40-Liter-Frischwassertank zu Hause in München gefüllt und ab ins Allgäu. Dort hatte ein kleiner Campingplatz noch einen Stellplatz für uns. Eingeladen war schnell, denn für zwei Nächte braucht’s nicht viel, außerdem ist für zwei Personen genug Stauraum vorhanden. Auch Küchenutensilien und Wochenend-Verpflegung bringen die Ladekapazitäten von Staufächern und 40-Liter-Kühlbox nicht annähernd ans Limit.

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Souverän unterwegs mit 239 PS

Genauso souverän ist der Mercedes unterwegs. Der Diesel mit 239 PS hat mit dem 2630 Kilogramm schweren Marco Polo keinerlei Mühe, laut dem Eintrag in den Papieren soll er sogar bis zu 220 km/h schnell sein. Da fliegen dann aber die Tassen aus dem Schrank. Auf den kleinen Straßen kurz vorm Ziel überzeugen die präzise Lenkung, die Handlichkeit und die gut zupackenden Bremsen. Und auf dem zugewiesenen Stellplatz lässt sich unser Campmobil problemlos einparken. Nur die Unterlegkeile zum Ausgleich einer leichten Schräge sind etwas unterdimensioniert, eine gewisse Neigung bleibt uns in den Nächten.

So geht der Umbau zum Campmobil

Übernachten in der freien Natur: Davon schwärmen viele. Mit einem Campervan rückt der Traum näher.

Für die Vorbereitungen fürs Camping, also den Umbau vom feinen Transporter zum kuscheligen Nachtlager, müssen wir die grauen Zellen intensiv bemühen. Die Einweisung bei der Übergabe war sehr umfangreich, aber man muss sich wieder in die Logik der Erbauer hineindenken. Alles ist sehr durchdacht, aber beim Erstversuch auch gewöhnungsbedürftig. Beim zweiten Mal geht’s dann leichter. 

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So fix geht Kochen und Schlafen

Kleine Mahlzeit gefällig? Das geht ganz fix: Sitzbank zurückschieben, Schubladen aufziehen, Tisch ausklappen, Gasherd anzünden, kochen. Schlafenszeit? Hubdach in 36 Sekunden elektrisch ausfahren, Bettzeug nach oben, hinterherklettern (der umgedrehte Fahrersitz dient als Steighilfe), noch ein bisschen schmökern (super Leuchten) und schlafen. Und hoffen, dass auch der Stoffwechsel bis zum Morgen Ruhe bewahrt.

Lustig ist das Camperleben

Im Marco Polo gibt es – wie in Campervans üblich – keine Toilette, nur eine Außendusche und eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Also muss man auf gutes Wetter hoffen, um das Camperleben nach draußen verlegen zu können. Zwei Campingstühle und ein -tisch sind dafür an Bord. Für zwei Personen passt alles – Wohnen, Essen, Schlafen.

Die Ausstattung fürs Wohnmobilistendasein ist nahezu perfekt. Einzig die Verdunkelung der Frontscheibe mit einem eher labberigen Stück Stoff entspricht nicht dem sonstigen Premiumanspruch.

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Verbrauch und Preis

Daran, dass Mercedes auch in diesem Fahrzeug die firmeneigene Logik für die Bedienung voraussetzt, kann man sich gewöhnen. Der Verbrauch von 8,4 Litern Diesel auf 100 Kilometer ist angemessen, zumal unser Exemplar bereits Winterreifen hatte. Tief durchschnaufen muss man aber beim Blick auf die Preisliste: Nach Addition aller Extras stehen da 81 784 Euro.

Das Fazit: Ideal für den Kurztrip

Wer diese Summe aufbringt, erhält mit dem Mercedes Marco Polo einen exzellent ausgestatteten Campingbus, mit dem man sich zu zweit für ein verlängertes Wochenende schon mal Hotelübernachtungen sparen kann. Man muss aber die Nähe aushalten und sich mit der sanitären Situation arrangieren können. (Volker Pfau) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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