Rückrufbilanz

Hersteller rufen 938.477 Fahrzeuge zurück

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Im ersten Halbjahr 2015 wurden 938.477 Fahrzeuge in Deutschland von Autoherstellern zurückgerufen.

Fehlerhafte Airbags oder kaputte Bremsleitung - in den ersten sechs Monaten haben Autohersteller in Deutschland, laut einem Bericht, rund eine Million Fahrzeuge in die Werkstätten rufen müssen.

Im ersten Halbjahr wurden 938.477 Fahrzeuge zurückgerufen, wie aus einer Aufstellung des Bundesverkehrsministeriums für die Grünen hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag. Dafür gab es demnach verschiedene Gründe: mangelhafte Airbags, Motoren, die selbsttätig starteten, Benzin, das in den Motorraum lief, oder beschädigte Bremsleitungen.

Die Aufstellung des Verkehrsministeriums beruht auf Daten des Kraftfahrtbundesamtes (KBA). Demnach beorderte der Autobauer BMW mit insgesamt rund 470.000 Rückrufen mit Abstand die meisten Fahrzeuge in die Werkstätten. Der Großteil der BMW-Rückrufe erfolgte aufgrund eines Problems mit einem Airbag: Fast 400.000 Autos mussten wegen "Fehlern im Gasgenerator des Beifahrerairbags" zurück beordert werden. Aufgrund des Fehlers könnten sich Airbags automatisch öffnen. Das Problem steht in Zusammenhang mit der gigantischen Rückrufaktion des Airbag-Herstellers Takata: Weltweit mussten über 30 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten, um fehlerhafte Airbags auszutauschen. Ebenfalls mit rund 70.000 Rückrufen waren BMW-Motorräder stark betroffen. Probleme beim sogenannten Radflansch hätten dazu führen können, dass sich das Hinterrad löst.

Probleme mit dem Sicherungshaken der Motorhaube musste Chevrolet beheben lassen. Der US-Autobauer rief demnach knapp 38.000 Fahrzeuge wegen dieses Problems in die Werkstätten. Probleme mit der Heckklappe gab es der Aufstellung zufolge bei Opel: Die Rüsselsheimer beorderten deshalb rund 46.000 Autos zurück. Etwa 12.500 weitere mussten wegen einer Fehlfunktion der Gurtstraffer zum Automechaniker.

Insgesamt waren von den Rückrufaktionen der Aufstellung zufolge über 50 Autobauer betroffen, darunter fast alle gängigen Marken wie Renault, Peugeot, VW, Nissan oder Toyota.

"Die Zahl der Rückrufe ist in den letzten Jahren immens gestiegen", sagte der Verbraucherexperte der Grünen, Markus Tressel, der "Saarbrücker Zeitung" vom Donnerstag. Immer neue Modelle würden "immer schneller und kostengünstiger auf den Markt kommen". Er hoffe auf einen Sinneswandel der Autobauer durch die Transparenz bei der Rückruf-Statistik. "Keiner möchte gerne dieses Ranking anführen", sagte er.

Autodebakel - die größten Rückrufaktionen

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AFP

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