Technik, die uns begeistert

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Das cylinder-on-demand-System: Bei niedrigen und mittleren Geschwindigkeiten schalten sich vier der acht Zylinder ab.

Vier Ringe und ein lautes Halleluja! Im Juli wird es bei Audi erneut spitzensportlich, wenn die Ingolstädter ihren A6 und A7 als 420-PS-starke S-Versionen vom Band auf die Straßen rollen lassen.

Stark, smart, sexy: Und sparsamer als sein Vorgänger ist der neue Audi S7 auch noch.

Und die haben es in sich, wie bei einer Vorstellung am Münchner Airport zu erfahren war. Die beeindruckendste Neuerung: Unter den elegant-athletisch geformten Motorhauben der Supersportler pocht künftig kein Zehnzylinder mehr, sondern arbeitet ein sparsamerer V8-Motor mit Doppelturbo und Direkteinspritzung. Downsizing lautet das Zauberwort. Hier wirkt das cylinder on demand-System, das bei geringen und mittleren Geschwindigkeiten aktiv wird. Vier der acht Zylinder schalten sich dann einfach ab.

Ruhe im S6: Dank neuer Technologien lässt es sich entspannt dahingleiten.

Das Ergebnis: Der Verbrauch sinkt deutlich, bei 100 km/h sind es laut Audi mehr als zehn Prozent. Und keine Angst: Gibt der Fahrer Gas, nehmen auch die stillgelegten Zylinder ihrer Arbeit wieder auf. Doch V4-Motoren laufen leider wesentlich unruhiger als V8. Es entsteht nicht nur eine gewisse Vibration, die auch im Innenraum deutlich spürbar ist, auch unangenehme Brummgeräusche – ausgelöst u.a. durch höhere Drehschwingungen des Kurbeltriebs – dringen den Insassen ins Ohr. Was also tun? Die Vibrationen werden durch aktive Motorlager kompensiert. Wie? Es klingt so einfach, wie es kompliziert ist: Indem sie Gegenschwingungen erzeugen und die unangenehmen Ruckeleien dadurch schlichtweg auslöschen. Als Ergebnis herrscht im Wageninneren absolute Laufruhe. Würde im Display der aktivierte cylinder on demand nicht aufleuchten, man wüsste nicht, dass gerade nur noch vier Zylinder arbeiten. Doch was ist mit dem Brummgeräusch?

Unter seiner Motorhaube arbeitet ein V8: Und manchmal läuft der S6 Avant auch nur mit vier Zylindern.

Hier greift die Audi-Technolgie Active Noise control, welche auf dem physikalischen Prinzip der destruktiven Interferenz beruht: Überlagern sich zwei Wellen von gleicher Frequenz, löschen sich ihre Amplituden gegenseitig aus – wenn sie gleich und die Phasen um 180 Grad zueinander versetzt wirken. Einfacher ausgedrückt: Die Störgeräusche werden durch einen Gegenschall aufgehoben, der u.a. über die Lautsprecher der Soundanlage gesendet wird. Das von uns getestete Ergebnis. Himmlische Ruhe! „Technik die begeistert“ eben. So lässt sich tatsächlich entspannt dahingleiten, wobei die 420 Pferdestärken der S-Modelle zum Durchtreten des Gaspedals verleiten. Gut, dass bei 250 km/h abgeriegelt wurde. Der Vollständigkeit halber: Der S6 beschleunigt in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 Km7H, bei den beiden anderen Kraftprotzen braucht der Sprint eine Zehntelsekunde länger. Im Innenraum ist alles schick und äußerst hochwertig, liebevoll und bis ins Detail durchdesignt. Das weckt zuweilen etwas Ehrfurcht und sorgt für zögerliches Benutzen, aber bei Einstiegspreisen von 72.900 Euro für den S6, 75.250 Euro für den Avant und 79.900 Euro für den S7 Sportback ist das wohl angebracht.

Wer so viel Geld für so einen zugegebenermaßen ästhetisch schönen Athleten ausgeben will, schluckt dann wohl auch nicht an der Zapfsäule: Laut Audi liegt der Verbrauch trotz Downsizings bei allen Modellen, übrigens serienmäßig Allrader, knapp unter zehn Liter pro 100 Kilometer.

Katrin Basaran

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