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Kältemittel-Streit

Daimler setzt ab 2016 CO2-Klimaanlagen ein

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Im Streit um den Einsatz des Kältemittels R1234yf in Auto-Klimaanlagen hat Daimler einem Bericht zufolge einen Ausweg gefunden.

Der Konzern werde 2016 in der ersten Modell-Serie Klimaanlagen mit Kohlendioxid (CO2) als Kühlmittel ausliefern, wie die „Frankfurter Rundschau“ (Dienstag) unter Berufung auf informierte Kreise berichtet. Am Dienstag sollen die Fahrzeuge in Stuttgart vorgestellt werden. Ein Daimler-Sprecher wollte den Bericht vorerst nicht kommentieren.

Daimler hatte in der Auseinandersetzung um das umstrittene Kältemittel bereits 2014 angekündigt, auf die umweltfreundlichere Variante CO2 zu setzen. Hintergrund ist der Plan derEU-Kommission, klimaschädliche Chemikalien aus Europas Autos zu verbannen.

Die aktuell einzige marktreife Alternative ging bei einem Daimler-Test im Herbst 2012 in Flammen auf. Seitdem weigern sich die Stuttgarter, das Mittel R1234yf einzusetzen. Sondern verwendete weiter das Kältemittel Tetrafluorethan R134a, das aber als absoluter Klimakiller gilt. Eine Schonfrist für ältere Modelle, die noch klimaschädliche Kühlmittel einsetzen, gibt es nur bis Ende 2016.

Das neue Kühlmittel für Klimaanlagen im Auto, sollte die Umwelt entlasten. Aber im Brandfall ist R 1234yf lebensgefährlich, warnen Chemiker von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

dpa

Um was geht's beim Kältemittel-Streit?

Kältemittel-Streit
Klimaanlagen im Auto sind alles andere als umweltfreundlich. Die Autoklimaanlage wird über den Motor angetrieben und erhöht den Verbrauch eines Autos um bis zu 2 Liter pro 100 Kilometer. Im Sommer steigern sie jedoch den Komfort und können die Fahrsicherheit erhöhen. © picture-alliance/ dpa
Kältemittel-Streit
Über 90 Prozent aller neuen Autos sind mit einer Klimaanlage ausgestattet. Ohne Kältemittel funktioniert keine Klimaanlage im Auto. Das bis jetzt verwendete Kältemittel R134a ist aber mitverantwortlich für den Klimawandel und zählt zu den Treibhausgasen. © dpa
Kältemittel-Streit
Klimakiller: Das Kältemittel R134a ist seit dem 1. Januar 2011 aus Klimaschutzgründen für neue Auto-Typen verboten. Die Substanz Tetrafluorethan ist besonders umweltschädlich. © dpa
Kältemittel-Streit
Seit Januar 2011 ist EU-weit die Einführung eines umweltfreundlichen Kältemittels für Klimaanlagen neuer Autos vorgeschrieben. Der Verband der Automobilindustrie hatte sich schon 2010 für das chemische Kältemittel 1234yf als Ersatz entschieden. © dpa
Nach Untersuchungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ist das chemische Kältemittel 1234yf brennbar und setzt im Brandfall hochgiftige Flusssäure frei.
Immer wieder wird aber das neue chemische Kältemittel kritisiert. Nach Untersuchungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ist das chemische Kältemittel 1234yf brennbar und setzt im Brandfall hochgiftige Flusssäure frei. © Deutsche Umwelthilfe
Kältemittel-Streit
Flusssäure, auch Flurorwasserstoff genannt, ist sehr giftig. Bei Kontakt mit der ätzenden Säure, kann es zu schweren Verletzungen der Haut Atmenwege kommen, die tödliche sein können. Bei einem Unfall mit dieser tückischen Substanz kommen nur Spezialisten mit Schutzanzügen zum Einsatz. © dpa
Hochgiftig: Mercedes lehnt neues Kühlmittel ab
Aus Sicherheitsgründen verbannt auch Mercedes das Kältemittel R1234yf. Grundlage dafür waren zahlreiche Labor- und Crash-Untersuchungen von internationalen Autoherstellern sowie unabhängigen Instituten. © Mercedes Benz
Kältemittel-Streit
Bei Tests des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) kam es auch zu Flammen im Motorraum, allerdings gibt es wohl keinen Handlungsbedarf. Aufgrund des uneinheitlichen Ergebnisses will das KBA den Fall nun an die EU weiterreichen - und empfiehlt „mit Nachdruck“, die Umstände weiter zu untersuchen. © dpa
Kältemittel-Streit
Frankreich weigert sich seit Anfang Juli 2013, Mercedes-Modelle zuzulassen, die mit einem alten klimaunfreundlichen Kältemittel unterwegs sind. Laut Daimler können mehr als 4500 Fahrzeuge der A-, B-, SL- oder CLA-Klasse nicht ausgeliefert werden. Die französischen Behörden wollen den Autobauer zwingen, in neuen Modellen ein modernes Kältemittel einzusetzen. © dpa
Mercedes
Eine Alternative zum umstrittenen Kältemittel R1234yf ist eine umweltfreundlichen CO2-Technologie. Mercedes und VW arbeiten bereits an diesen neuen Klimaanlagen. © picture alliance / dpa
Kältemittel-Streit
Die Klimaanlage © picture-alliance/ dpa-Grafik

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