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Sturmschäden am Auto: Was deckt Ihre Versicherung wirklich ab?

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Sturmschäden sollten immer sofort der Versicherung gemeldet werden.
Sturmschäden sollten immer sofort der Versicherung gemeldet werden. © SP-X

Wer nach einem heftigen Schäden an seinem Fahrzeug vorfindet, sollte zuallererst seine Versicherung kontaktieren. Doch was bezahlt die Teil- oder Vollkasko konkret?

Der stürmische Jahresbeginn hat vielerorts für Blechschäden gesorgt. Betroffene sollten auf keinen Fall direkt in die Werkstatt fahren, sondern zuallererst ihre Versicherung kontaktieren.

Den Anruf bei der Versicherung sollte man allerdings möglichst schnell machen. Denn bei größeren Unwettern* lassen die Assekuranzen häufig Sammelgutachten zu feststehenden Terminen erstellen, da meist eine Vielzahl von Fahrzeugen in einer Region betroffen ist. Wird dieser Termin verpasst, muss man sich erst einmal in Geduld üben. Einen eigenen Gutachter darf der Geschädigte – anders als bei einem Unfall mit Fremdverschulden – nicht einschalten. Auch eine Reparatur auf eigene Faust empfiehlt sich nicht, ansonsten kann man auf den Kosten sitzen bleiben.

Welche Versicherung zahlt Sturmschäden am Fahrzeug?

Wer eine Kaskoversicherung hat, ist bei Sturmschäden am Auto meist gut abgesichert. In der Regel tritt die Teilkasko ein, so dass der Halter lediglich die Selbstbeteiligung zahlen muss. Eine Rückstufung in der Schadensfreiheitsklasse findet nicht statt. Auf Wunsch der Versicherung muss der Fahrzeughalter notfalls mit Angaben des Wetteramtes einen Sturmschaden nachweisen, denn zum Zeitpunkt der Beschädigung muss der Wind mindestens Stärke 8 gehabt haben. Gezahlt wird aber nur für unverschuldete Schäden. Prallt ein Auto während der Fahrt gegen einen bereits längere Zeit auf der Straße liegenden Baum, geht der Fahrer mit einer Teilkasko leer aus. In diesem Fall zahlt nur die Vollkasko.

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Anspruch gegen Eigentümer von umgestürzten Bäumen?

Wer überhaupt keine Kaskoversicherung abgeschlossen hat, geht nicht unbedingt leer aus. Denn in bestimmten Fällen haben Fahrzeughalter einen Anspruch gegen Hausbesitzer, Eigentümer von umgestürzten Bäumen oder Baufirmen – nämlich dann, wenn ihnen eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vorgeworfen werden kann. Sind Dachziegel vom Haus gefallen, muss der Eigentümer nachweisen, dass er regelmäßig prüft, ob die Ziegel noch richtig sitzen. Eigentümer von Bäumen sind verpflichtet, deren Zustand zu kontrollieren und morsches Geäst zu entfernen. Auch in diesem Fall muss der Besitzer des Baums nachweisen, dass er dieser Verpflichtung nachgekommen ist. Wird ein Fahrzeug durch einen Bauzaun oder ein Baustellenschild beschädigt, haftet der Aufsteller, wenn er diese Einrichtungen nicht fachgerecht gesichert hat.

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Was Autofahrer bei einem Sturm beachten sollten

Wer während eines Sturmes mit dem Auto unterwegs ist, sollte sich der Gefahr stets bewusst sein und besonders vorsichtig fahren. Dazu gehört neben der angepassten Geschwindigkeit auch, beide Hände fest ans Lenkrad zu legen, falls es auf einer Autobahnbrücke oder vor einer Waldschneise starke Seitenwinde gibt. Diese können vor allem Autos mit Aufbauten wie Dachboxen oder Fahrradgepäckträgern sowie hohen Fahrzeugen wie Lkw, Bussen oder Anhängern gefährlich werden. Holger Holzer/SP-X/ahu *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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