Stadtflitzer mit Schuss

Kleiner Wagen, große Überraschung: Der Kia Picanto GT Line 1.0 T-GDI im Test

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Der Kia Picanto GT Line 1.0 T-GDI: Ein kleiner und feiner PKW als praktischer Alltagswagen.

Kleinstwagen sind meist rollende Verzichterklärungen. Als GT Line will Kias Picanto jedoch seiner unteren Klasse ein Stück weit entfliehen. Das gelingt ihm allerdings nur teilweise.

SP-X/Köln. Es gibt Situationen, da braucht es einen ganzen Kerl. Meist reicht jedoch ein Kerlchen, wie etwa der Kia Picanto in der GT-Ausstattung mit spritzigem 1.0 T-GDI-Motor. In dieser Version bietet der kleine Koreaner neben klassischen Kleinstwagen-Tugenden außerdem eine respektable Portion Fahrspaß. Und das mit rund 16.000 Euro für relativ schmales Geld.

Man kann einen Picanto auch deutlich günstiger bekommen, sofern man sich für ein sparsames Vernunft-Aggregat entscheidet, das dem Modellnamen allerdings längsdynamisch kaum gerecht wird. Alternativ bietet Kia seit 2018 den 74 kW/100 PS starken 1.0 T-GDI in Kombination mit der Lifestyle-Ausstattung GT Line an, die antriebstechnisch mit pikanter Note gefällt. Die ist auch akustisch wahrnehmbar, denn zum kernigen Dreizylinder-Knurren gesellt sich ein freches Röhren aus den beiden Auspuffendrohren. Aufdringlich wird der Klang indes nicht. Entscheidender ist jedoch das spritzige Temperament, denn der Eintonner kommt mit sattem Durchzug - dank Turboaufladung stehen zwischen 1.500 und 4.000 Touren 172 Newtonmeter Drehmoment an - gut aus dem Knick und nach nur zehn Sekunden auf Tempo 100. Gekoppelt ist der Antrieb exklusiv an ein Fünfgang-Schaltgetriebe, dessen gut zur Hand liegender Schaltknauf locker und geschmeidig, jedoch über unsportlich lange Wege durch die Gassen flutscht. Zwar mahnt die Gangwahlanzeige stets zum frühen Hochschalten, doch das quirlige Aggregat bietet ein breites nutzbares Drehzahlband.

Der Picanto GT ist kein Sportwagen, er tut nur so

Auf der Autobahn ist man meist im fünften Gang unterwegs. Das große Drehmomentplateau macht bei Zwischenspurts ein Runterschalten in der Regel überflüssig. Mit den anderen Autos mitzuhalten ist kein Problem. Wer will, kann sogar richtig flott fahren - laut Kia bis maximal 180, laut Tacho gelegentlich auch über 200. Erfreulich vertrauenerweckend liegt der Picanto selbst dann noch auf der Straße, die Wind- und Abrollgeräusche werden jenseits der 130 km/h allerdings sehr aufdringlich. Bei moderatem Tempo bleibt auch der Verbrauch moderat. Ist man gelassen unterwegs, kommt auf die 4,6 Liter Normverbrauch noch praktisch ein Liter obendrauf. Bei vorwiegend flotter Fahrweise erhöht sich der Expressaufschlag um einen weiteren Liter.

Forciertes Tempo macht durchaus Laune, denn auch Bremsen und Fahrwerk wurden auf eine tendenziell flotte Fahrweise angepasst. Meist wirken Lenkung und Straßenlage angenehm verbindlich, gelegentlich offenbart die Federung allerdings auch übertriebene Härte. Grundsätzlich vermittelt der GT damit den Eindruck, ein sportliches Auto zu sein. Bei ambitionierter Fahrt durch Landstraßenkurven zeigt sich allerdings auch: Der Picanto GT ist kein Sportwagen, er tut nur so.

Das gilt auch für die Optik, die mit einigen Machoakzenten vom harmlosen Kleinwagen-Charme ablenken will. Der Blick ist fordernd, der untere Schlund der Front aufgebläht. 16-Zoll-Alufelgen mit sportlichen Reifen als auch Seitenschweller verleihen dem Zwerg einen durchaus stämmigen Stand. Doch selbst rote Zierstreifen und ein Diffusorheck können nicht darüber hinwegtäuschen: Dieses Auto ist ein Kleinwagen im pragmatischen Onebox-Format, welches vor allem den Nutzwertanforderungen der Klasse gerecht wird.

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Der Kia Picanto GT Line 1.0 T-GDI: Mehr zu bieten als ein üblicher Kleinwagen

Entsprechend ist der flotte Picanto ein in mehrfacher Hinsicht praktischer Alltagswagen. So bietet er auf 3,60 Meter Länge zwischen den weit ans Ende der Karosserie gerückten Achsen einen selbst für den Familienbetrieb ausreichend großen Innenraum, der sich vorne wie auch hinten über separate Türen entern lässt. Selbst im Fond können sich durchschnittlich große Erwachsene einigermaßen wohl fühlen. Vorne ist das Platzangebot sogar gut. Der kurze und tiefe Kofferraum kann 255 Liter aufnehmen, nach dem Umklappen der Fondsitze werden daraus 1.010 Liter. Fahrer und Beifahrer sitzen auf konturierten Sitzen, die mit Kunstlederbezügen und roten Streifen Sportlichkeit vermitteln, denen es allerdings zusammen mit dem harten Fahrwerk an Langstreckenkomfort mangelt.

Doch in einigen Punkten geht der Picanto GT Line auch über das im Kleinwagen-Segment übliche Ausstattungs- und Komfortniveau hinaus. So sind Klimaautomatik, verschiebbare Mittelarmlehne, USB-Buchse, Freisprecheinrichtung, Sitzheizung sowie Alu-Sportpedale und ein Sportlenkrad an Bord. Richtig rund wird die Sache mit Zusatzpaketen, die unter anderem Infotainment-Navisystem, Tempomat, autonomer Notbremsassistent, Rückfahrkamera oder ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem enthalten. Voll ausgestattet steigt der Preis auf gut 19.000 Euro. Das klingt nach viel Geld für einen Kleinstwagen, doch für dieses findet sich auch bei anderen Herstellern ganz gewiss kein ganzer Kerl.

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Text: Mario Hommen/SP-X

Mit neuen Fotos: Kuriose Blitzer-Bilder - Die verrücktesten Radarfotos

Taube verhindert Bußgeld: Die Kreispolizeibehörde Viersen kann einem Autofahrer wegen einer Taube die Geschwindigkeitsübertretung nicht nachweisen. Weder Fahrer noch Taube müssen das Bußgeld in Höhe von 105 Euro bezahlen.
Taube verhindert Bußgeld: Die Kreispolizeibehörde Viersen kann einem Autofahrer wegen einer Taube die Geschwindigkeitsübertretung nicht nachweisen. Weder Fahrer noch Taube müssen das Bußgeld in Höhe von 105 Euro bezahlen. © Kreispolizeibehörde Viersen
Die Raser-Taube hat in der Stadt Bocholt die Radarfalle ausgelöst. Die 25 Euro Verwarnungsgeld wird sie für die Geschwindigkeitsüberschreitung von 15 km/h jedoch nicht bezahlen können.
Die "Raser-Taube" hat in der Stadt Bocholt die Radarfalle ausgelöst. Die 25 Euro Verwarnungsgeld wird sie für die Geschwindigkeitsüberschreitung von 15 km/h jedoch nicht bezahlen können. © Stadt Bocholt
Hat die Polizei Essen hier einen "Geister-Lkw" erwischt? Leider nicht. Es war nur ein Fahrer, der sich vor dem Blitzer versteckt hat. Ohne Erfolg. Ein Bußgeld musste er trotzdem zahlen.
Hat die Polizei Essen hier einen "Geister-Lkw" erwischt? Leider nicht. Es war nur ein Fahrer, der sich vor dem Blitzer versteckt hat. Ohne Erfolg. Ein Bußgeld musste er trotzdem zahlen. © Polizei Essen
Morgens keine Lust die Scheiben freizukratzen? Keine gute Idee. Und dann auch noch zu schnell in einer 30er Zone. Wer so viel falsch macht, muss sich nicht wundern, bestraft zu werden.
Morgens keine Lust die Scheiben freizukratzen? Keine gute Idee. Und dann auch noch zu schnell in einer 30er Zone. Wer so viel falsch macht, muss sich nicht wundern, bestraft zu werden. © Polizei Dortmund
Gleiche Stelle, gleicher Blitzer, gleiches Vergehen. Auch dieser Fahrer war zu faul, um für genug Durchblick zu sorgen.
Gleiche Stelle, gleicher Blitzer, gleiches Vergehen. Auch dieser Fahrer war zu faul, um für genug Durchblick zu sorgen. © Polizei Dortmund
Absichtlich ist dieser Twingofahrer mit Stinkefinger in die Radarfalle gerast. Trotz abgeklebten Nummernschild und heruntergeklappter Sonnenblende kam die Dortmunder Polizei dem frechen Temposünder auf die Spur.
Absichtlich ist dieser Twingofahrer mit Stinkefinger in die Radarfalle gerast. Trotz abgeklebten Nummernschild und heruntergeklappter Sonnenblende kam die Dortmunder Polizei dem frechen Temposünder auf die Spur. © Polizei Dortmund
Kurioses Blitzer-Bild: Pferd von Radarfalle geblitzt.
Nach Toleranzabzug ist das Pferd mit einer Geschwindigkeit von 59 Stundenkilometern in die Messanlage galoppiert. Erlaubt sind an der Bundesstraße 455 in Eppstein allerdings nur 50 Stundenkilometer. Doch zu schnell war das Tier keinesfalls unterwegs. Ein vorbeifahrendes Auto hatte den Blitzer ausgelöst. © Stadt Eppstein
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Der Polizei entgeht nichts: Auch zu schnelle Vögel werden kontrolliert. © Polizei
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Teenies auf Spritztour: Mit Muttis Auto geblitzt. Mit Sturmhauben, geklauten Nummernschildern und Muttis Auto waren drei Jugendliche bei Aachen unterwegs und haben sich einen Riesen-Ärger mit der Polizei eingehandelt. © Polizei Aachen
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Zu schnell zum Einsatz: Ein Feuerwehrfahrzeug in Bad Mergentheim an der Blitzampel Schlossgartenstraße. © 
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Mit Absicht: Kaum zufällig dürfte dieses Bild entstanden sein. Der Fahrer kam wohl ungeschoren davon. Motorräder haben halt vorne kein Nummernschild.
Mit Absicht: Kaum zufällig dürfte dieses Bild entstanden sein. Der Fahrer kam wohl ungeschoren davon. Motorräder haben halt vorne kein Nummernschild. © Polizei
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Raser auf Schienen.
Raser auf Schienen. © mm
Rückenansicht: Ein Trio bekundet wortlos seine Meinung über Geschwindigkeitskontrollen.
Rückenansicht: Ein Trio bekundet wortlos seine Meinung über Geschwindigkeitskontrollen. © mm
Schlechte Aussicht: Wäre der Teppich geschickter aufgeladen worden, hätte der Fahrer die Blitz-Gefahr wohl erkannt. © mm
Ist der Weihnachtsmann am 28. Dezember wirklich noch im Stress? Und woher hat er den diesen neuen Schlitten? Fragen über Fragen - doch auf alle Fälle war hier ein hier ein Strafzettel für zu schnelles Fahren fällig.  © Auto-Medienportal.Net/Volkswagen
Auch der Weihnachtsmann ist mit seiner Kutsche schon in einen Blitzer gerauscht (Archivfoto 2006). Allerdings hatte sich das Pferdegespann vorbildlich an das vorgeschriebene Tempolimit gehalten. Ein anderes Fahrzeug auf der Überholspur hatte die Radarfalle ausgelöst. Auf dem Foto ist der Raser vom Gespann jedoch vollkommen verdeckt.    © dpa
Mit Sturmhauben, geklauten Nummernschildern und Muttis Auto waren drei Jugendliche bei Aachen unterwegs und haben sich einen Riesen-Ärger mit der Polizei eingehandelt. © Polizei

Kia Picanto GT Line 1.0 T-GDI - Technische Daten:

Fünftüriger, fünfsitziger Kleinstwagen, Länge: 3,60 Meter, Breite: 1,60 Meter (mit Außenspiegeln 1,88 Meter), Höhe: 1,49 Meter. Radstand: 2,40 Meter, Kofferraumvolumen: 255 – 1.010 Liter

1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner, 74kW/100 PS, manuelles Fünfgang-Getriebe, maximales Drehmoment: 172 Nm bei 1.500 - 4.000 U/min, Vmax: 180 km/h, 0-100 km/h: 10,1 s, Durchschnittsverbrauch: 4,6 l/100 km, CO2-Ausstoß: 104 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-Temp, Effizienzklasse: B, Testverbrauch: 6,1 l/100 km/h Preis ab: 16.190 Euro

Kia Picanto GT Line 1.0 T-GDI - Kurzcharakteristik:

Warum: weil er leicht gehobenes Fahrspaß- und Komfortniveau zum kleinen Preis bietet Warum nicht: weil er im Kern doch ein Kleinstwagen bleibt Was sonst: Abarth 595, VW Up GTI, Kia Rio 1.0 T-GDI 100

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