In aller Offenheit

Lust auf Cabrio: Das müssen Frischluft-Frischlinge wissen

Aston Martin Vantage Roadster
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Ausreichend motorisiert und mit klassischer Silhouette: Der V8 im Aston Martin Vantage Roadster leistet über 500 PS.

Wer die Sonne im Auto so richtig genießen will, braucht ein Cabrio. Doch die Auswahl an Neuwagen wird immer kleiner und bei der Suche nach dem richtigen Gebrauchten gilt es, einiges zu beachten.

München/Losheim - Angesichts beständig sinkender Zulassungszahlen und der durch den teuren Wechsel zur E-Mobilität verknappten Entwicklungsbudgets bei den Herstellern ist die Auswahl an neuen Cabrios für diese Open-Air-Saison ungewöhnlich bescheiden.

Bei der Suche nach dem richtigen Open-Air-Auto wird man vor allem in zwei Kategorien fündig: Bei den Cabrios mit vier oder bei den Roadstern, Spidern und Speedstern mit nur zwei Sitzen und dem meist etwas sportlicheren Zuschnitt. Außerdem haben Frischluftfreunde die Wahl zwischen einem klassischen Stoffverdeck oder einem versenkbaren Hardtop, das auf den ersten Blick alltagstauglicher wirkt.

Allerdings sind Stoffdächer mittlerweile genauso widerstandsfähig und bieten denselben Schutz gegen Luft und Lärm, sagt BMW-Sprecher Florian Moser. Er nennt noch zwei weitere Vorteile: Sie sind leichter und lassen sich enger zusammenfalten, so dass mehr Raum fürs Gepäck bleibt. Wenig Alternativen gibt es dagegen beim Antrieb: Der Benziner ist Standard, ein Diesel ist die Ausnahme und Stromer sind bislang eine Rarität. Lediglich der offene Smart und das Fiat 500 Cabrio sind aktuell mit Akkus zu haben. Aber das könnte sich bald ändern.

Eine Legende startet in neuer Generation

So liebäugelt VW nach einer Mitteilung von Konzernchef Herbert Diess im Karriere-Netzwerks Linkedin mit einer Frischluftvariante des elektrischen ID3. Und Tesla hat für 2022 den Nachfolger jenes Roadsters angekündigt, mit dem die Erfolgsgeschichte der Elektromarke 2008 begonnen hat - als über 400 km/h schneller Supersportwagen.

Die einzige Premiere mit einer gewissen Breitenwirkung ist der offene BMW 4er. Der startet laut Hersteller noch im März zu Preisen ab 53.300 Euro. Es gibt ihn zunächst mit Benzinern und Dieseln von 135 kW/184 PS bis 275 kW/374 PS und erstmals seit zwei Generationen wieder mit Stoffdach. Im Sommer wird eine weitere Open-Air-Legende erneuert: Mercedes zeigt die nächste Generation des SL - diesmal mit Stoffdach.

Teure Exoten mit offenem Charakter

Daneben gibt es in diesem Jahr an Neuheiten nur noch Exoten und Extremisten. Etwa den 1,7 Millionen Euro teuren und über 300 km/h schnellen McLaren Elva. Der verzichtet als radikalster Roadster der Saison nicht nur auf das Dach, sondern auch auf die Scheiben.

Zu den wenigen Neuheiten der Saison gehört das BMW 4er Cabrio.

Ebenfalls eine sehr spezielle Zielgruppe bedient Morgan mit dem wie ein Oldtimer gezeichneten Plus Four, der zu Preisen ab 74.600 Euro jetzt in seine erste volle Saison geht. Und wer den neuen Aston Martin Vantage Roadster fahren will, muss ebenfalls reichlich Geld mitbringen. Die Preise für den offenen V8-Sportler mit 357 kW/510 PS beginnen laut Hersteller bei rund 160.000 Euro.

Der Morgan Plus Four schaut aus wie ein Oldtimer und rollt ab 74.600 Euro als Neuwagen in Ihre Garage.

Noch deutlich teurer wird ist der Ferrari SF90 Spider. Den feiern die Italiener als ersten Plug-in-Hybriden unter den offenen Sportwagen. Ist das versenkbare Hardtop binnen 14 Sekunden nach hinten geklappt, genießt man eine bis zu 340 km/h schnelle Windmaschine mit einer Systemleistung von 735 kW/1000 PS. Rein elektrisch sind maximal 25 Kilometer drin. Unter 450.000 Euro dürfte er nicht zu haben sein.

Ein Altmodell als Alternative

Wer statt eines Neuwagens ein gebrauchtes Cabrio sucht, muss laut KÜS-Sprecher Hans-Georg Marmit ein paar Dinge mehr kontrollieren als bei einem gewöhnlichen Gebrauchten. „Natürlich sollte man das Dach und alle Dichtungen mit einem kritischen Blick würdigen“, sagt Marmit. Auch der Verdeckmechanismus sollte wiederholt geprüft werden, bei Stoffdächern sucht man nach Scheuerstellen oder Rissen.

So verlockend die anschließende Testfahrt oben ohne auch sein mag, macht man die am besten mit geschlossenem Dach, rät der KÜS-Sprecher: „Ungewöhnliche Wind- oder Flattergeräusche verraten einen Defekt. Und wer einmal durch eine Waschstraße fährt, merkt schnell, ob das Dach wirklich dicht ist.“

Und noch etwas ist wichtig: Während Cabriofahrer bei offenem Dach eine nahezu ungehinderte Rundumsicht genießen, ist die Übersicht bei geschlossenen Cabrios und Roadstern oft schlechter als bei herkömmlichen Autos. „Deshalb sollte man bei einer Probefahrt überprüfen, ob man damit zurecht kommt“, so Marmits Tipp. dpa

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