Fahrbericht

McLaren GT: Die Quadratur des Kreises - wir durften im Rennwagen schon mal Probe sitzen

+
Wir durften den neuen McLaren GT schon mal Probe sitzen.

Alltag und Rennwagen? Geht nicht gibts nicht! McLaren will mit dem neuen GT die Quadratur des Kreises. Nämlich den alltagstauglichsten Rennwagen, den es gibt, auf die Straße stellen. Wir durften schon mal Platz nehmen in dem 198.000 Euro teuren 620-PS-Gerät.

Jetzt hat McLaren die vermutlich längste (Heck-)Klappe: 1,80 Meter misst sie, in der Breite sind es 88 Zentimeter, komplett verglast. Sie ist das, was das neue Mitglied Nummer 12 der britischen Sportwagenfamilie auch so einzigartig macht. Unglaublich: Dieser Flitzer hat sogar Platz für Gepäck. Musste man sich bei McLaren bislang mit einem größeren Handschuhfach begnügen, so wächst das Volumen jetzt auf stattlich 570 Liter. Hinten 420 und noch mal 150 Liter vorne. Das ist exakt so viel wie der 5er-BMW als Kombi zu bieten hat. Mehr hat kein Sportwagenhersteller.

McLaren GT: Mehr Platz für Kleinigkeiten

Jetzt passt die komplette Golf-Ausrüstung rein und wer Lust hat und verrückt genug ist, so einen Supersportwagen im Winter zu bewegen, der kann sogar seine Skier hinten reinlegen. Letzteres dürfte allerdings nicht allzu oft vorkommen. Schon eher, dass man mit der Ehefrau oder wahlweise der Geliebten verreist. Denn zwei kleine Trolleys, etwa so groß wie das übliche Handgepäck für den Flieger, passen nebeneinander in den Kofferraum. Und dann bleibt sogar noch Platz für eine kleine feine Schuhauswahl, ohne die die Begleitung das Haus üblicherweise nicht länger als 24 Stunden verlässt.

Im neuen McLaren GT gibt's mehr Platz für Gepäck.

Geschafft haben die Ingenieure die wundersame Kofferraumvermehrung, indem sie den Motor abgesenkt und das Heck entsprechend größer gestaltet haben. Daran erkennt man auch sofort den GT. Noch knackigere Hinterbacken, dann die große gläserne Heckklappe. Sieht aber trotzdem sportlich und elegant aus.

Video: Der neue McLaren GT

720S Spider: Erster Blick auf das neue 720-PS-Monster von McLaren.

McLaren GT bietet mehr Komfort und Rundumsicht

Auch beim Komfort wurde aufgerüstet. Bei der Lärmdämmung haben die Ingenieure aus Woking (England) noch eine Schippe Material reingepackt. Und der ansonsten recht selbstbewusste Auspuffsound soll im Normalmodus zumindest zivil klingen. Außerdem kann man zur Schonung der nachbarschaftlichen Beziehungen den Krawall aus den Auspuffrohren auf Tastendruck dämpfen. Quiet Start heißt das. Apropos dämpfen: Mit dem transparenten Glasdach lassen sich sieben Lichtstufen einstellen von ganz hell bis ganz dunkel. Je nach Stimmungslage.

Mit Glas haben die Entwickler auch gearbeitet, um fast eine 360-Grad-Rundumsicht herzustellen. Die C-Säulen sind lichtdurchlässig. Bei der Sitzprobe stellt man fest: Der McLaren GT, der auf dem Speedtail basiert, dürfte in der Tat eines der übersichtlichsten Autos dieser Klasse sein. Der Innenraum ist aufgeräumt und natürlich ganz auf den Fahrer ausgerichtet. Noch nicht serienreif ist ein Ausstattungsdetail, das man normalerweise am Körper trägt. Wer das entsprechende Kleingeld locker macht, kann sich beim Grand Tourer künftig sogar Kaschmirbezüge für seine Autositze bestellen.

Von 0 auf 200 km/h in nur neun Sekunden: das schafft der McLaren GT mit Leichtigikeit.

Aber keine Angst: Der McLaren bleibt das, was er ist. Ein kerniger Mittelmotor-Sportwagen, den die Konkurrenz auf der Straße fürchten muss. Der GT holt 620 PS aus dem bekannten V8-Turbo-Motor und hat damit ein Leistungsverhältnis von 405 PS pro Tonne.

Fahrbericht: Elektro-Flitzer von BMW - Das neue i8-Cabrio im Test.

McLaren GT: Ein alltagstauglicher Rennwagen?

Das reicht für eine Beschleunigung von 3,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100! Nur neun Sekunden braucht er, bis die Digitalanzeige auf 200 Stundenkilometern steht. Modifiziert wurde allerdings die Kraftentwicklung. Mächtige 500 Nm Drehmoment (von insgesamt 630 Nm) stehen schon ab 2.000 U/min zur Verfügung. Damit hat man schon recht früh einen kernigen Antritt und kann dadurch entspannter und kultivierter fahren. Auch das gehört zum Konzept des Grand Tourer.

Fazit: Der GT soll ein alltagstauglicher Rennwagen sein. Große Heckklappe, viel Stauraum dahinter. Dass man dieses Auto jetzt allerdings auf dem Parkplatz bei IKEA sieht, weil der Fahrer ein Billy-Regal verstaut? Wir glauben es nicht.

Fahrbericht: Audi e-tron - Kann der Elektro-SUV Tesla Konkurrenz machen?

McLaren GT Zweitürer: Technische Daten

Maße:

4.683/2.095/1.213 mm

Radstand:

2.675 mm

Gewicht:

1.530 kg

Kofferraum:

570 l (vorne 150 l, hinten 420 l)

Preis:

ab 198.000 Euro

Antrieb:

4,0-Liter Doppelturbo

Hubraum:

3.994 ccm

Leistung:

620 PS bei 7.500 U/min

Drehmoment:

630 Nm zwischen 5.500 und 6.500 U/min

Getriebe:

7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe

0 – 100 km/h:

3,2 Sekunden

0 – 200 km/h:

9,0 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit:

326 km/h

200 – 0 km/h Bremsweg:

32 Meter

Normverbrauch:

11,9l/100 km

CO2-Emission:

270 g/km

Erfahren Sie hier, was das "E" auf Kennzeichen bedeutet.

Rudolf Bögel

Auf diese Autos können Sie sich 2019 freuen

Neue Generation: Mercedes bringt das neue Modelle seiner B-Klasse. Foto: Daimler AG
Neue Generation: Mercedes bringt das neue Modell seiner B-Klasse. © Daimler AG / dpa
Auftakt: Der neue 3er BMW startet im Frühjahr als Limousine, später folgt der Kombi Touring. Foto: Guenter Schmied/BMW AG
Auftakt: Der neue 3er BMW startet im Frühjahr als Limousine, später folgt der Kombi Touring. © Guenter Schmied / BMW / dpa
Ausverkaufter Ausnahmesportler: Der McLaren Speedtail mit 772 kW/1050 PS soll 403 km/h schnell werden. Foto: McLaren
Ausverkaufter Ausnahmesportler: Der McLaren Speedtail mit 772 kW/1050 PS soll 403 km/h schnell werden. © McLaren / dpa
Namensänderung beim Modellwechsel: Aus Rapid macht Skoda Scala. Foto: Škoda Auto
Namensänderung beim Modellwechsel: Aus Rapid macht Skoda Scala. © Škoda Auto / dpa
Comeback des Corolla: Er kommt als Fünftürer und Kombi. Foto: Toyota
Comeback des Corolla: Er kommt als Fünftürer und Kombi. © Toyota / dpa
Fürs Polospiel im Gelände: VW bringt den neuen T-Cross auf Polo-Basis auf den Markt. Foto: Volkswagen AG
Fürs Polospiel im Gelände: VW bringt den neuen T-Cross auf Polo-Basis auf den Markt. © Volkswagen AG / dpa
Neuzugang im Gelände: Range Rover Evoque. Foto: Nick Dimbleby/Land Rover
Neuzugang im Gelände: Range Rover Evoque. © Nick Dimbleby/Land Rover/dpa
Unter Strom ins Gelände: Der neue Audi E-Tron. Foto: Audi AG
Unter Strom ins Gelände: Der neue Audi E-Tron. © Audi AG / dpa
Weitere Geländeneuheit: Der neue Toyota RAV4. Foto: Toyota
Weitere Geländeneuheit: Der neue Toyota RAV4. © Toyota / dpa
Französisches SUV: Der neue Citroën C5 Aircross. Foto: William Crozes/Citroën
Französisches SUV: Der neue Citroën C5 Aircross. © William Crozes / Citroën / dpa
Spanischer Geländegänger: Seat-SUV mit sieben Sitzen. Foto: Seat
Spanischer Geländegänger: Seat-SUV mit sieben Sitzen. © Seat / dpa
Jungfernfahrt im Gelände: Mit dem DBX bringt Aston Martin erstmals ein SUV. Foto: Aston Martin
Jungfernfahrt im Gelände: Mit dem DBX bringt Aston Martin erstmals ein SUV. © Aston Martin / dpa
Groß in Fahrt: Der neue BMW X7. Foto: Daniel Kraus/BMW AG
Groß in Fahrt: Der neue BMW X7. © Daniel Kraus / BMW / dpa
Ein Geländeauto in seinem natürlichen Habitat: Der neue Mercedes GLE. Foto: Daimler AG
Ein Geländeauto in seinem natürlichen Habitat: Der neue Mercedes GLE. © Daimler AG / dpa
Stromer: Der neue elektrische E-Niro von Kia. Foto: Kia
Stromer: Der neue elektrische E-Niro von Kia. © Kia / dpa
Frischer Klassiker: Der Porsche 911 in neuester Generation. Foto: Porsche AG
Frischer Klassiker: Der Porsche 911 in neuester Generation. © Porsche AG / dpa
Solvente Kunden setzt Bentley an die frische Luft: Die Briten starten den Continental zum Sommer 2019 auch als Cabrio. Foto: Richard Pardon
Solvente Kunden setzt Bentley an die frische Luft: Die Briten starten den Continental zum Sommer 2019 auch als Cabrio. © Richard Pardon / dpa
Bayer mit japanischen Genen: Von Toyota und BMW kommen auf der gleichen Plattform die neue Supra und der nächste BMW Z4. Foto: Bernhard Limberger/BMW AG
Bayer mit japanischen Genen: Von Toyota und BMW kommen auf der gleichen Plattform die neue Supra und der nächste BMW Z4. © Bernhard Limberger / BMW / dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Autoversicherung: Wann ergibt Vollkasko keinen Sinn mehr?
Autoversicherung: Wann ergibt Vollkasko keinen Sinn mehr?
Dafür steht das "E" auf Auto-Kennzeichen wirklich
Dafür steht das "E" auf Auto-Kennzeichen wirklich
Eiskalt erwischt: Das wird für Autofahrer im Winter teuer
Eiskalt erwischt: Das wird für Autofahrer im Winter teuer
Im Winter: Darf ich den Motor warmlaufen lassen?
Im Winter: Darf ich den Motor warmlaufen lassen?

Kommentare